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Kas Bewertung

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Lyon Salassar ist der König der Amorphen. Einer Vampirgattung, die sich in alles verwandeln kann, was sie möchte. Vom körperlosen Nebelschwaden bis zum Kleinstlebewesen. Alles ist möglich. Wenn da nur nicht ein schicksalhafter Pakt wäre, den er vor Jahrhunderten, zum Schutz seines Volkes, mit den magischen Magycen, die ebenfalls nach dem roten Elixier dürstet, eingegangen ist. Seit Jahrhunderten wütet nämlich ein Kampf zwischen den beiden Vampirgattungen. Und Lyon bringt Jahrhunderte lang das größte Opfer, dass man für den Frieden bringen kann. Doch etwas läuft trotzdem gewaltig schief.

Als Säugling vor die Tore eines Klosters gelegt, wächst Adina in diesem christlichen Hort auf. Doch es zieht sie von dort in die Stadt, denn Adina möchte Ärztin werden. Sie schafft es sehr erfolgreich und steht kurz vor dem Abschluss zur Neonatologin. Doch selbst sie ist unfähig zu diagnostizieren, was eigentlich mit ihr los ist. Fieberschübe deuten eigentlich darauf hin, dass sich ein grippaler Infekt ankündigt. Doch die Untersuchung einer befreundeten Ärztin ergibt, dass Adina gesund ist. Bemüht um ein wenig Ruhe, beschließt sie zurück ins Kloster zu gehen. Ein tragisches Unglück geschieht und ein beeindruckender Fremder rettet sie vor dem sicheren Tod: Lyon.

Als er Adina rettet, spürt er unweigerlich eine emotionale Verbindung zu ihr. Er spürt in Adina eine bald anstehende Wandlung zur Amorphen. Als unverhofft ein Angriff auf Adinas Leben stattfindet, beschließt Lyon, sie zu beschützen. Lyon hat schwer an der Realität zu beißen, in der sich sein Volk befindet, verfolgt und getötet durch die Magycen, die sich nicht an den vor Jahrhunderten geschlossenen Pakt gehalten haben. Er gibt sich selbst die Schuld an der Misere und stürzt in ein emotionales, schwarzes Loch, als er herausfindet, was man bei "FAL", einem Institut der Magycen, den Amorphen Schreckliches antut! Bash, Lyons Waffenbruder und Freund aus längst vergangenen Zeiten, weiß nicht, was er von Lyons Verhalten halten soll. Der Lyon, den er einst kannte, war nicht so zögerlich. Bash fordert Lyon auf, seinen ihm angestammten Platz als Amorphenkönig einzunehmen, doch noch zögert Lyon.

"Lyon", der erste Teil der A.M.O.R.-Reihe von Stephanie Madea entführt den Leser in eine magische, fantastische Welt der Amorphen und Magycen. Beide gehören den Vampiren an, wobei den Magycen, wie der Name bereits sagt, mehr Magie obliegt. Sie leben unentdeckt von Menschen unter diesen, teilweise sogar in einer Parallelwelt voller schöner Ideen, die Stephanie Madea in diese Welt gewoben hat. In der Geschichte beider Völker gibt es ein großes, komplexes Geheimnis, auf das uns die Autorin einen Blick werfen lässt und die Suche nach einer uralten Schatulle.

Stephanie Madea hat Lyon sozusagen als "helfende Hand", eine geisterhafte Erscheinung, die nur Lyon sehen und hören kann, zur Seite gestellt. Ihr Name Tropical. Tropical ist wie ein Wegweiser, der sich durch das ganze Buch zieht. Leider darf ich über sie nicht zu viel erzählen, da ich sonst ins Spoilern kommen würde. Eines sei jedoch gesagt: Sie hat immenses Wissen angehäuft, was die Vergangenheit der Amorphen und Magycen betrifft. Tropical ist so etwas wie Lyons Schutzgeist. Ein toller, ansprechender Charakter, auf den ich mich in den folgenden Bänden schon freue, ist für mich Zymon, ein Kopfgeldjäger und Magycen. Er spielt eine tragende Rolle in "Lyon". Doch Stephanie Madea hat es von Anfang an geschafft, im Leser für diesen Mann, der eigentlich der Feind der Amorphen ist, Sympathie zu wecken.

"Lyon" ist ein komplexe Geschichte, die mit sehr spannenden Passagen einhergeht - vor allem im letzten Viertel, die einen regelrecht beim Lesen mitfiebern lassen. Natürlich hat auch das typische Madea-Knistern zwischen Adina und Lyon nicht gefehlt. Der Romantik-Anteil wird in dieser gelungenen paranormalen Erzählung groß geschrieben. Man bekommt beim Lesen immer wieder eine rosarote Brille aufgesetzt und ist geneigt, vor Wonne zu seufzen. Die erotischen Momente sind nicht häufig, doch wenn, dann Madea-like sehr intensiv. Mir persönlich hat der fantastische Teil, die Geschichte der beiden Völker und der Gedanke, der dahinter steckt, stark gefallen. Er ist so "alles umfassend" so wie das "große Ganze". Eben ein schöner Gedanke. Die Überraschungen, die die Autorin für den geneigten Leser eingebaut hat, lassen einen fast aus den Schuhen kippen vor Staunen! Volle Punktzahl für "Lyon".

Kurz gefasst: Aufregend-nägelkauende, magisch-romantische Geschichte, von der man unbedingt mehr haben will.


Lyon

Stephanie Madea

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Originaltitel: ----
Verlag: Sieben Verlag
ISBN: 978-3-864430-87-9
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Genre: Paranormal

Teil einer Serie: A.M.O.R.-Reihe

Klappentext

Vor 500 Jahren ging der Amorphenkönig Lyon Salassar einen Pakt mit dem Feind ein, um seine Vampirrasse vor der Ausrottung zu bewahren. Solange er allein in Verborgenheit mit seinem Schicksal hadert, herrscht Frieden – so glaubt er.
Auf der Suche nach Nahrung rettet er der Ärztin Adina Cyburn das Leben. Adina ist von dem mysteriösen Mann und seiner düsteren Ausstrahlung gleichermaßen fasziniert wie verängstigt, denn seine Präsenz verstärkt ihre dämonischen Fähigkeiten, vor denen sie zu flüchten versucht.
Obwohl sein Herz für Adina entbrennt, zieht Lyon sich zurück, um seinen Schwur nicht zu brechen. Zu spät erfährt er, dass er das Unheil bereits heraufbeschworen hat. Adina ist zum Spielball seiner Feinde geworden. Als Lyon eine grausame Entdeckung macht, muss er eine verheerende Entscheidung treffen – für seine Liebe oder seine Spezies.

Quelle: Sieben Verlag