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Kas Bewertung

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Kennt Ihr das. Ihr nehmt ein Buch zur Hand. Schlagt es auf. Fangt an zu Lesen und dann plötzlich ist es wie Ankommen! Das ist mir mit Stephanie Madeas Buch "Sklave des Blutes", dem ersten Teil der "Night Sky" Reihe gegangen. Die Autorin hat eine wunderprächtige Art, "gegensätzlich" zu schreiben. Was ich damit meine? Folgendes wird es erklären:

Jonas Baker ist der erstgeborene Sohn der reinrassigen Vampire Diandro, einem Azteken und Sitara, einer Kainai Indianerin. Ihm soll es einmal obliegen, das Familienimperium zu führen. Etwas, was er absolut nicht machen möchte. Vielmehr hat er sich seit über einhundert Jahren in der Wildnis verkrochen, um vor den Schwierigkeiten, die er über seine Familie gebracht hat, zu fliehen. Doch diese Flucht hat ihm nur eines beschert:

"Hundert Jahre Beherrschung.
Hundert Jahre verkrüppelte Einsamkeit.
Hundert Jahre Verzicht.
Hundert Jahre Unterdrückung der Gefühle."
(Zitat aus "Sklave des Blutes" COPYRIGHT © 2011 SiebenVerlag)

Doch die Rückkehr aus dem selbst auferlegten Exil kommt plötzlich und unerwartet. Diandro ist tot und alles deutet auf einen Mord hin, einen geheimnisvollen Mord. Jonas Mutter Sitara erklärt ihn zum Familien- und Firmenoberhaupt, obwohl dies, Jonas Meinung nach, seinem Bruder Alexander zustehen würde. Er ist jedoch der Ältere und hat sich der lästigen Pflicht zu fügen. Zu allem Überfluss soll er laut einer alten Legende, die sein Vater seiner Mutter immer wieder erzählt hat, eine reinrassige Vampirin ehelichen!

Cira Anderson, eine Pilotin mit Leib und Seele, ist ein sehr zurückhaltender Mensch, was den Umgang mit Männern betrifft. Kein Wunder, denn betrachtet man ihre Vergangenheit, wird man von schierem Entsetzen gepackt. Da helfen auch die wohl gemeinten Ratschläge ihrer besten Freundin Amy herzlich wenig. Nun trägt es sich zu, dass Cira in mehr als tödliche Bedrängnis kommt, als ein vermeintlicher Flugzeugentführer ihren Co-Pilot außer Gefecht setzt und von ihr verlangt die Flugrichtung zu ändern. Doch die tödliche Bedrängnis schlägt ins Gegenteil um, als ein Passagier sich rettend in das Geschehen einmischt: Jonas Baker.

Von diesem Moment an, ist es um die beiden geschehen. Die prickelnde Anziehungskraft, der sich beide ausgesetzt fühlen, ist übermächtig und absolut unvorstellbar. Schließlich ist ihnen so etwas noch nie unterlaufen. Doch Jonas versucht alles, um Cira fern zu bleiben. Schließlich soll er Josephine Fontaine, eine Vampirin ehelichen, nicht einen Menschen. Er kommt in eine extreme Zwangslage, da sich sein Bruder Alexander anscheinend sehr zu Josephine hingezogen fühlt. Was so gar nicht hilft, die Spannung, die zwischen den beiden besteht, abzubauen.

Wie das Schicksal es will, bleibt die Begegnung zwischen Cira und Jonas nicht einmalig. Vielmehr rettet Jonas immer wieder Cira das Leben, weil es jemand auf sie abgesehen hat. Und dieser jemand ist kein Wesen, also kein Vampir, Gestaltwandler oder Gargoyle, sondern etwas anderes: ein Dämon.
Und genau dieser Dämon, macht die Geschichte, wie anfangs angemerkt, so "gegensätzlich". Wir können das Geschehen aus der Warte von Jonas und Cira betrachten und dann wieder aus der Ich-Form des Dämons heraus.

Wo man zwischen Cira und Jonas eine mehr als intensive Verbindung, Liebe und Verlangen spürt, die Dank Stephanie Madea, den Leser in ein liebevolles, einfühlsames Laken hüllt, macht es plötzlich "ZACK" und der Dämon kommt zu Wort: Frech, blutrünstig, durchtrieben und mit allen Wassern gewaschen. Kein Wunder er/sie/es hatte mehr als 600 Jahre Zeit zu üben. So lange ist er/sie/es im Auftrag des "Chefs" schon unterwegs, um jemand ganz besonderen zu suchen - eine Frau für Nephilim! Doch der Dämon bekommt etwas in seine gierigen Finger, was dem ganzen Geschehen eine vollkommen neue Richtung gibt, dessen Spur wir dann hoffentlich in der Fortsetzung folgen können!

Und eben diesen Wechsel zwischen den Erzählperspektiven, zwischen liebevoll und extrem böse, fand ich persönlich toll. Es hat der Geschichte unheimlich beim Spannungsaufbau geholfen. Manchmal wäre ich am liebsten in das Buch gestiegen, um den Dämon zu beuteln und im nächsten Augenblick über seine freche, lapidare Art zu grinsen. Er/sie/es kam mir teilweise wie ein trotziges Kleinkind vor, dass sich keiner Schuld bewusst ist. Für das Lesevergnügen "Sklave des Blutes" vergebe ich gerne 5 unterhaltende Lesepunkte. Freue mich schon auf den 2. Teil ...


Sklave des Blutes

Stepahnie Madea

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Originaltitel: ----
Verlag: Sieben Verlag
ISBN: 978-3941547353
Erscheinungsdatum: Juli 2011
Genre: Paranormal

Teil einer Serie: Night Sky

Klappentext

Als der reinrassige Vampir Jonas Baker seine wohlhabende Familie nach hundert Jahren der Einsamkeit auf der Beerdigung seines Vaters wiedertrifft, verlangt der Clan Unmögliches von ihm: Nicht nur soll er den Baker-Konzern führen, man erwartet obendrein, dass er eine Reinblüterin ehelicht. Doch Jonas hat nicht vor, sich einer Legende oder seiner Familie zu beugen, so setzt er als Erstes alles daran, die mysteriöse Todesursache seines Vaters aufzuklären und den Mörder zu stellen. Dabei begegnet er der Pilotin Cira, die mit dem Tod seines Vaters verwoben zu sein scheint. Als ein mächtiger Nephilim nach ihrem Leben trachtet, vereitelt Jonas den Angriff und kommt ihr dabei gefährlich nah …

Quelle: Sieben Verlag