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Nicoles Bewertung

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Geniver hat einen liebevollen und aufmerksamen Mann, beide sind, da Art einen guten Job hat, vermögend und eigentlich könnte das Leben für die junge Frau nicht besser sein. Wenn sie nicht Jahre zuvor eine Totgeburt gehabt hätte. Ihre Tochter Beth, starb damals vor ihrer Zeit im Mutterleib und Gen konnte sich seitdem zu nichts mehr aufraffen. War sie früher mit Leib und Seele Schriftstellerin, leidet sie seit der Fehlgeburt unter einer regelrechten Schreibblockade.

Doch eines Tages wird sie von einer Frau mittleren Alters angesprochen, die behauptet, dass Gens Baby damals nicht starb. Ärzte und selbst Gens Mann Art sollen gelogen haben. Gen fällt aus allen Wolken als sie davon hört; glaubt aber der Frau zunächst kein Wort.
Art, dem Gen alles erzählt, ist ebenso geschockt über die Dinge, die die unbekannte Frau, deren Schwester damals zum Ärzteteam gehörte, behauptet und streitet alles vehement ab. Mehr noch, er empfiehlt Gen eine Therapie, denn er fürchtet, dass seine Frau langsam ihren Verstand verliert. Doch Gen bohrt weiter. Sie kann nicht aufhören in der Vergangenheit herumzustochern und gerät dadurch plötzlich in Lebensgefahr. Lediglich Lorcan, ein Schauspieler irischer Abstammung und ehemals bester Freund Arts, hört Gen zu und glaubt ihr. Doch meint er es ehrlich mit Gen oder spielt er ein falsches Spiel mit der verzweifelten Frau? Wem kann Gen noch glauben? Ihrem Mann, Lorcan oder nur noch ihrer besten Freundin Hen?
Und dann geht auch noch ein gewissenloser Killer um…

Sophie McKenzie hat bereits einige Jugend und Young Adult Romane verfasst. Dies ist nun ihr Thrillerdebütroman für Erwachsene. Und dieses Debüt hat es wahrlich in sich!
Ich bin recht unbedarft an Sophie McKenzies Thriller herangegangen, erhoffte mir bestenfalls einen halbwegs unterhaltsamen Roman und hatte noch nicht einmal im Ansatz so eine nervenaufreibende, spannende und knifflig gestrickte Handlung erwartet, die mich völlig in ihren Bann gezogen hat. Obwohl die Heldin des Romans, Gen, sicherlich keine einfache Romanakteurin ist, kann man sich vom ersten Moment an in ihre Gedankenwelt hineinversetzen. Man spürt ihre innerliche Zerrissenheit ob der Ungewissheit am eigenen Leib mit und kann Gens Handlungen gut verstehen. Unweigerlich fragt man sich beim Lesen des Romans, wie man selbst in gewissen Situationen reagiert hätte.

Besonders stark fand ich auch die Charakterisierung der Nebenfiguren. Allesamt scheinen sie auf den ersten Blick freundlich, zuvorkommend und der Heldin zugetan zu sein. Doch jeder von ihnen verbirgt ein Geheimnis und legt somit eine gewisse Unehrlichkeit an den Tag. Der Autorin ist es aber sehr gut gelungen die wahren Absichten und Charaktereigenschaften dieser Nebenakteure zu verschleiern und erst gegen Ende des Romans lüftet sie das große Geheimnis, das für meinen Geschmack ziemlich unter die Haut geht. Man ist als Leser hin- und hergerissen, fragt sich zwischenzeitlich ob Gen eventuell alles nur fantasiert oder ob ihr Kind wirklich noch lebt und jedes Mal, wenn man dann glaubt endlich Gewissheit bekommen zu haben, verändert sich der Handlungsverlauf abermals. Und wenn man die letzten Zeilen gelesen hat, wird man noch eine ganze Weile über das Ende nachdenken, soviel ist sicher.

Kurz gefasst: „Seit Du tot bist“ von Sophie McKenzie ist ein packender Thriller nach bester Alfred Hitchcock Manier gestrickt.


Seit Du tot bist

Sophie McKenzie

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Originaltitel: Close my eyes
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453410442
Erscheinungsdatum: Mai 2013
Genre: Thriller

Klappentext

Gens Tochter kam vor acht Jahren tot zur Welt. Nun steht eine fremde Frau vor ihrer Tür und behauptet, dass sie lebt. Dass alle bei der Geburt Anwesenden gekauft waren, damit jemand Gen ihr Baby wegnehmen konnte. Zunächst hält Gen das für einen geschmacklosen Scherz. Aber etwas in ihr sagt ihr, dass die Frau die Wahrheit sagt, und eine trügerische Hoffnung keimt in ihr auf. Aber wer sollte so etwas tun, falls es tatsächlich wahr ist? Es kann nur jemand aus ihrem engsten Umfeld gewesen sein ...

Quelle: Heyne

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