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Simones Bewertung

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Die beiden Autorinnen erzählen in kurzen Kapiteln, was sie alles im Alltag in der Familie bewältigen, neben ihrem Job usw. Sie berichten, wie sich aus relativ gleichwertigen Partnern nach der Familiengründung eine sehr traditionelle Rollenverteilung entwickelt. Die Männer, die erst versprachen, sich stark im Haushalt und der Familie zu engagieren, verschwinden zunehmend länger im Büro und „klagen“ so über ihren Stress, dass man sie als Frau mit den Alltagsproblemen schon fast nicht mehr „belästigen“ möchte.

Die Frauen sind sehr gut organisiert und müssen mit allen Bällen jonglieren, Haushalt, Mutter, Arbeitnehmerin, Erledigungen, Fahrdiensten usw., die Männer wissen hingegen auch nach Jahren nicht, wo denn nun die Strumpfhose von Klein-Sophie ist.

Die Lektüre der Kapitel war anschaulich, allerdings schüttelt man als emanzipierte und moderne Leserin resigniert den Kopf. Ja, so ist das wohl in vielen Haushalten, alles traditionell und wird auf den Schultern der Mütter getragen. Eine gewisse Enttäuschung und auch verständlicher Zorn lassen sich zwischen den Zeilen lesen, natürlich auch viel Schmunzeln. Viele Leserinnen dürften sich in die Geschichten hineinversetzen können und währenddessen verständnisvoll mit dem Kopf nicken.

Für mich stellt sich aber nach dem Kopfnicken die Frage, wie lässt sich das Ganze ändern? Eigentlich werden Frauen nach wie vor oft „ausgebeutet“, die Männer haben Macht schon so lange, sie geben sie meist nicht auf für eine anstrengendere aber gleichwertigere Partnerschaft. Wo und wie ansetzen? Dazu Lösungen zu finden ist nach wie vor schwierig, das ist aber nicht die Intention des Buches. Es hält vielmehr den Ist-Zustand fest und weist darauf hin, ein wenig Frust wird da losgeworden, den man auch mit den Leserinnen teilen möchte. Natürlich auch ein wenig Komik.

Das Buch hat mir bestätigt, was ich so oft sehe – vieles ist beim Alten geblieben in den sogenannten modernen Familien. Es hat mich auch berührt und ein wenig traurig gestimmt, Versuche zu Veränderungen sind kompliziert, das ist klar, aber sie werden nicht einmal in dem Buch direkt angesprochen. Vielleicht ein kleiner indirekter Appell an die Männer, aber die werden ein Buch mit so einem Titel wohl eh nicht lesen …. ist ja Frauenkram.

Kurz gefasst: Die Mütter haben es schwer, die Väter machen es sich häufig leicht im Familienalltag. Anschaulich erzählt, nach wie vor häufig wahr – aber wie lässt sich das ändern?


Alleinerziehend mit Mann

Silke Neumayer und Monika Bittl

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Originaltitel: ----
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 978-3426784778
Erscheinungsdatum: Januar 2012
Genre: Contemporary

Klappentext

Vom ganz normalen Wahnsinn zwischen Kind, Kerl und Karriere Bis zur Geburt des ersten Kindes leben Frauen und Männer heute meist als emanzipiertes Paar. Doch kaum ist das Baby da, wird schnell klar: Für die Frau ändert sich viel mehr als nur der Bauchumfang: Die neuen Mütterwunder arbeiten in Voll- oder Teilzeit, kaufen ein, erziehen, kochen, schlafen NICHT und recherchieren bei Mutti.de, wie man Karottenflecken entfernt. Die Männer dagegen scheinen wie vom Erdboden verschluckt, dabei sind sie ganz leicht zu finden: in der Arbeit – fern vom Haushalt und der alltäglichen Kinderbetreuung.

Auch Monika Bittl und Silke Neumayer haben diese Erfahrung gemacht und berichten witzig, ehrlich und charmant vom Leben als Alleinerziehende – mit Mann.

Quelle: Droemer/Knaur

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