Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Die irische Familie O'Brien sieht keinen anderen Ausweg mehr aus der Armut, als in einem anderen Land neu anzufangen. Sie entscheiden sich für Neuseeland. Das männliche Familienoberhaupt nutzt die Mitgift seiner Schwiegertochter dazu, um seiner Familie damit eine neue Existenz aufzubauen und reist voraus. Er erwirbt Land und baut ein bescheidenes Holzhaus darauf.

Als die restliche Familie in Neuseeland eintrifft, entpuppt sich ihre neue Chance auf Reichtum und Glück als sehr trügerisch, denn auch hier müssen sie zunächst sehr schwer für arbeiten und auch hier ist das Leben auch voller Entbehrungen. Die Führung der Schaffarm bringt viele Schwierigkeiten mit sich.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei starke Frauen- Schwiegertochter Siobhan und ihre Schwägerin Emily. Zwei sehr unterschiedliche Frauentypen.
Emily liebt das Schreiben und Lesen über alles, doch für ihre Vorliebe bleibt zunächst keine Zeit. Sie ist eher ein verträumter Mensch, liebt Tiere und würde sehr gerne studieren. Doch dann nimmt sie den Heiratsantrag eines Mannes an, der zwar finanzielle Sicherheit bietet, aber den sie nicht liebt.

Derweil leidet Siobhan sehr unter ihrem brutalen Ehemann, der nicht in der Lage ist, ihr Zärtlichkeit zu schenken. Schließlich kommt sie dem Verwalter Amiri näher, doch diese heimliche Liebe ist äußerst gefährlich, da Amiri ein Maori ist und ihr Ehemann zudem überaus rachsüchtig. Werden beide Frauen dennoch ihr Lebens- und Liebesglück in Neuseeland finden?

Julie Peters hat mit Das Lied der Sonnenfänger eine sehr spannende und mitreißende Familiensaga geschrieben. Zunächst wird man mit sehr vielen Haupt und Nebenfiguren konfrontiert und bis man alle auseinander halten kann bzw. ihr Verhältnis zueinander zuordnen kann, bedarf es schon einiger Mühen. Doch hat man sich erst einmal eingelesen, wird man für sein Durchhalten mit einer fesselnden Geschichte über eine irische Familie belohnt, die sich nicht damit abfinden will, weiterhin in Elend und Not zu leben.

Des Weiteren fand ich es sehr positiv dass sich die Frauenfiguren in diesem Roman entwickeln. Sie wachsen in Krisensituationen über sich hinaus und entwickeln sich von unterdrückten Frauen, zu starken Persönlichkeiten.

Der Autorin ist es gelungen, ihre Romanfiguren realistisch darzustellen- jede von ihnen hat sowohl Stärken als auch Schwächen. Zwar erfährt man als Leser, wie entbehrungsreich das Leben in dieser Zeit als Schafzüchter war, dennoch verliert sich Julie Peters nicht in zu vielen Details über die Schafzucht, sondern stellt das gemeinsame Miteinander der Familie O'Brien im Fokus.
Wer opulente Familiensagas mag, wird sicherlich auch an diesem Roman seine Freude haben.