Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Nachdem Harriert zunächst ihre Mutter verloren hat, droht sie nun auch die Wohnstatt zu verlieren, in der sie aufgewachsen ist und in der sie ihre Mutter bis zu ihrem Tod gepflegt hat. Weil die Alternative wenig erfreulich ist, ein Zimmerchen mit Gemeinschaftstoilette auf dem Gang und sie eh nichts mehr auf der Erde hält, stimmt sie dem Vorschlag ihres Chefs ihn zu heiraten und als seine Frau auf dem Mars zu siedeln.

Doch kaum hat sie sich und ihr Mann auf dem Mars niedergelassen lässt ihn seine von jeher schwache Konstitution im Stich und Harriet steht wieder allein da. Das ist zwar kein Problem für sie, denn Harriet kann auf sich allein aufpassen, doch ihr Claim verlangt von Rechts wegen nach einem Partner. Ein solcher ist jedoch auf dem Mars mit seinen (bisher noch) wenigen Siedlern nicht so einfach zu finden.

Doch auf ihre Nachfrage in einer Bar tritt M-231 hervor, ein Cyborg, der als Terraformer mit einer, der ersten auf dem Planten geschickt wurde und heute als Ranger arbeitet. Vom Gesetz als Maschine anerkannt hat M-231 keine Möglichkeit Land zu erhalten und Harriets Angebot ist mehr als er sich je erträumt hat. Aber nicht nur die Möglichkeit lockt Morgan Gentry, der Soldat, der M-231 einst war, viel mehr ist es Harriet nach der er sich, seit sie mit ihrem Mann auf dem Mars angekommen ist, sehnt. In ihrer Nähe zu sein, ihr helfen und sie beschützen zu können ist alles, was er sich wünscht, mehr kann er sich nicht erhoffen, oder?

Ich habe einen echten Faible für Scfi-Western-Liebesromane und nach dem ich auf Honey Phillips „Cyborgs on Mars“-Serie gestoßen war auch sofort bereit sie auszuprobieren. Tatsächlich habe ich damit für meinen Lesegeschmack auch gar keinen so schlechten Griff gemacht. Grundsätzlich hat mir „The Good, the Bad, and the Cyborg“ richtig gut gefallen. Die Autorin hat sich eine interessante Idee ausgedacht, ein spannendes Setting ausgesucht und weiß beides wirklich lebendig zu beschreiben. Ich habe mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt und kann dementsprechend gut mit meiner Gesamtbewertung leben.

Allerdings möchte ich sie differenziert gesehen haben. Da wäre zum einen die Liebesgeschichte, die mir eindeutig zu Sexszenen-lastig ist, darüber hinaus für meinen Geschmack, aber nur wenig zu bieten hat. Dabei hat es durch seine Phasen in meinem Leseleben gegeben, wo mir das zu lesen großes Vergnügen gemacht hat. Doch heute ist es viel mehr die Entwicklung der Liebesgeschichte, die mich bewegt und an der ich teilhaben möchte, nicht an scheinbar endlos hintereinander gepackten intimen Szenen. Ergo, die Liebesgeschichte fand ich ein wenig enttäuschend und ich würde in einer Teilbeurteilung ihr lediglich 3 Punkte verleihen.

Weiter konnte ich mich zwar sehr gut in die Szenerie hineinversetzen, die Ausarbeitung der Charaktere war mir jedoch ebenfalls zu simple gestrickt. Harriet ist durchaus sympathisch und eine gestandene Frau und Morgan als Held ebenso anziehend, wie ansehnlich und es gibt keine Missverständnisse, die zu unüberwindbaren Mauern werden, sondern so schnell gelöst, wie sie aufkommen. Es ist also alles da, was mir zusagt, aber womöglich sind die 155 Seiten (print-Version) einfach zu kurz bemessen? Wie auch immer in einer Teilbewertung gäbe es dafür von mir 4 Punkte. Nimmt man Idee und Setting einzeln, dafür würde ich 5 Punkte vergeben, bleibt immer noch eine gute Gesamtbewertung, auch wenn es hier und da ein wenig für mich ein wenig hakt.

Interessiert es mich die Serie weiterzuverfolgen? Ja, definitiv.

Kurz gefasst: Eine gute Idee und spannend erzählt, jedoch in einer etwas zu einfachen Ausführung, die sich für meinen Geschmack, zu viel auf Sexszenen konzentriert und zu wenig auf die Charaktere.