Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Jack Langdon, Lord Frayne und seine besten Freunde, die er bereits aus Schulzeiten kennt, befinden sich auf dem Land und nehmen an einer Jagd teil. Jack gilt von allen am wagemutigsten und auch jetzt stürzt er sich Hals über Kopf und voller Übermut ins Abenteuer. Doch dieses Mal scheint sein Glück ihn verlassen zu haben. Sein Pferd Dancer stürzt unglücklich und Jack zieht sich bei diesem Unfall so schwere Verletzungen zu, dass er praktisch im Sterben liegt. Seine Freunde schaffen ihn hilflos und voller Sorge zum Haus des örtlichen Magiers. Doch dieser ist zu allem Unglück nicht zu Hause- nur seine Tochter Abby, allerdings ebenfalls in Magie und Heilküsten bewandert, befindet sich dort und erschreckt, als sie in dem Sterbenden den jungen Mann erkennt, dem sie vor einiger Zeit schon begegnete und den sie heimlich bewundert. Abby schlägt etwas sehr Gefährliches vor- doch anders wäre Jacks Leben nicht mehr zu retten. Einen Heilzirkel! Bevor sie ihm jedoch hilft, bittet sie Jack um eine Gegenleistung - er soll sie, sollte er überleben, zur Frau nehmen.

So ruft sie alle Menschen mit magischen Kräften herbei und auch für Jacks Freunde findet sie einen Platz darin, denn diese besitzen ebenfalls magische Energie.
Gemeinsam gelingt es ihnen Jacks Leben zu retten, doch bei der Heilung von Jack spürt Abby, dass in Jack große Magie schlummert, allerdings reagiert er äußert ablehnend auf alles, was übernatürlich ist.

Während seiner langsamen Genesung bietet Abby ihm an, die Verlobung zurückzuziehen, doch Jack will nichts davon wissen. Längst hat er begriffen, dass Abby ein ganz besonderer Mensch ist und durch sie auch die Magie in seinem Leben Einzug halten wird. Doch was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, ist, dass sie beide noch ein großes Abenteuer überstehen müssen, das sie erneut in Lebensgefahr bringen wird. Wird es ein Happy End für Abby und Jack geben, oder werden böse, dunkle Mächte ihr Glück überschatten?

Als Fan von historischen Liebesromanen hat man es zur Zeit sehr schwer, genügend Lesestoff zu bekommen, denn die Para-Welle will und will nicht abebben. Einen sehr guten Kompromiss dagegen bietet dieser aktuelle Roman von Mary Jo Putney- zwar findet man auch hier einige magische, übernatürliche Elemente vor, doch sie sind so wunderbar und eher märchenhaft in der historischen Hintergrundstory verflochten, dass ich allen reinen Historical Lesern dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen kann, da diese Geschichte völlig ohne Gestaltwandler, Vampire oder Dämonen auskommt und zudem sehr gut geschrieben ist.

Abby, die Heldin dieses Romans besitzt genau wie ihr Vater starke Heil und Zauberkräfte; beide praktizieren jedoch nur weiße Magie, genau wie auch andere Mitbewohner ihres Ortes.
Jack, der männliche Hauptakteur wurde einst von seinem Vater auf eine Schule geschickt, in der ihm seine magischen Fähigkeiten ausgetrieben werden sollten, weil sein Vater, der ebenfalls gewisse Kräfte besaß, nicht mit dieser Gabe fertig werden konnte. Mittlerweile verachtet Jack alles Magische, bis Abby in sein Leben tritt.

Im Gegensatz zu anderen Stories wird Jack durch seine Abneigung zur Magie jedoch nicht zu einem „groben, unsympathischen Klotz“, Abby gegenüber, und auch in Zeiten wenn sich die beiden nicht so wirklich einig sind, spürt man ihre Sympathien füreinander, so dass man hier endlich mal wieder einen historischen Liebesroman mit zwei erfrischend normalen, netten Menschen bekommt, die weder durch kopflose, naive Handlungen noch durch kindische Wutattacken negativ auffallen. Die Liebesgeschichte ist sehr romantisch inszeniert und wird auch durch zwei recht prickelnde Liebeszenen untermalt. Meine Lieblingsfigur in diesem Buch war jedoch eindeutig Abby, die ein großes Herz, Mut, Einfühlungsvermögen und viel Humor besitzt.

Für spannende Momente sorgen dann schließlich Jacks Versuche, die Vergangenheit aufzuarbeiten- mehr will ich hier nicht verraten. Was mir besonders gut gefallen hat, war, wie plausibel und bildhaft die Erklärungsversuche der Autorin klangen, um Abbys Gefühle beim Heilen zu beschreiben.
Ebenfalls interessant und viel versprechend fand ich auch Jacks Freunde, die weitere Fortsetzungen vermuten lassen.

Kurz gefasst: Ein rundum gelungener, märchenhafter historischer Liebesroman!