Mary Jo Putneys "Lucien Fairchild"

(Text: DV)

Lucien „Luce“ Fairchild, Earl of Strathmore, ist erst elf Jahre alt, als seine Eltern und seine Zwillingsschwester bei einem Kutschenunfall ums Leben kommen. Einzig seine besten Freunde Michael, Nicholas und Rafael, die mit ihm in Eton zur Schule gehen, geben ihm jetzt noch Halt. Doch aus seiner tiefsitzende Einsamkeit, die ihn seit seiner Jugend begleitet, können auch sie ihn nur bedingt erlösen. Um nicht einen Spitznamen wie "Der Waisenjunge" angehängt zu bekommen suchen die vier Freunde einen passenden Namen für Luce und was wäre bei einem Vornamen wie Lucien naheliegender als "Lucifer"?

So wird aus dem Waisenjunge Lucien "Lucifer" und aus ihm und seinen drei Freunden im Laufe der Jahre die "Gefallenen Engel".

Lucien ist zurückhaltend, ein Beobachter, was ihn perfekt macht für die Aufgabe des heimlichen Oberhaupts der englischen Spionageabwehr. Auch als der Krieg vorbei ist, ist er noch auf der Suche nach einem Landesverräter.

Zu Hilfe kommt ihm dabei, dass er auf den ersten Blick wie der typische adlige Müßiggänger wirkt. Groß, schlank, elegant, mit blonden Haaren und grün-goldenen Augen, wird er als "schön wie der Morgenstern" beschrieben. Dass in seinen Augen nicht nur Intelligenz, sondern auch der Tod stehen,  merken Angreifer meist erst wenn es zu spät ist.

So verschafft sich Lucien Zutritt zu einer Gruppe von lasterhaften Adligen. Einer Gruppe, die sich die „Höllenhunde“ nennt, nach dem Vorbild des Höllenfeuerclubs, der 50 Jahre davor sein Möglichstes tat, um jedes Laster auszukosten.

Lucifer ist sich sicher in dieser Gruppe, vor allem im engsten Kern, den Landesverräter zu finden. Während seiner Recherchen trifft er immer wieder auf eine Frau. Wobei ihm erst nach einigen Treffen klar wird, dass es sich jedes Mal um dieselbe Frau handelt!

Kit Travers ist auf der Suche nach ihrer Zwillingsschwester, die als Schauspielerin an einer Londoner Bühne auftrat und die seit kurzem verschwunden ist. Und Kit vermutet, dass sie von einem Mitglied der Höllenhunde verschleppt wurde. So kommt es, dass Lucien und Kit immer wieder aufeinander treffen und irgendwann feststellen, dass sie das gleiche Ziel haben.

Doch bis sie sich auch wirklich vertrauen und schließlich lieben ist es noch ein weiter Weg. Dann stellt Lucien irgendwann fest, dass die tiefe Verbundenheit, die ihn mit seiner Zwillingsschwester verband, auch mit Kit möglich ist. Und er ist endlich nicht mehr einsam.

Er legte seine Hand auf ihre. „Ich habe keinen besonders bewundernswerten Charakter, weißt du.“
„Aber ich“, sagte sie in ihrer prüdesten, kathrynhaftesten Manier. „Ich habe die feste Absicht, mich den Rest meines Lebens deiner körperlichen und geistigen Erbauung zu widmen.“
„Apropos körperliche Erbauung...“

 

Quellennachweis

Zitat aus "Tanz der Sinne" von Mary Jo Putney by Bastei Lübbe