Rezensionen

Ankes Bewertung 03 Sterne.png

Beim Aufräumen sind mir zwei alte Historical Ausgaben des CORA Verlages aus dem Jahr 2002 und 2003 in die Hände gefallen. Die beiden Teile der Duologie „Agents for the Crown“ von Julia Quinn, die die Agenten und Freunde, Blake Ravenscroft und James Sidwell, Marquis of Riverdale und ihre Arbeit für die Krone in den Mittelpunkt stellt.

Und weil mir immer ein wenig wehmütig ums Herz wird, wenn ich diese alten Historical Ausgabe anschaue, dachte ich, dass es Spaß machen dürfte diese frühen Werke der Autorin nochmal zu lesen. Der 1. Teil, die Historical Gold Ausgabe, Band 116, trug noch den Titel „Im Namen der Liebe“. Ein Jahr später erschien der Roman, der im Original 1998 veröffentlicht unter dem Titel „To Catch an Heiress“ veröffentlicht wurde, als Mira Ausgabe als „Ein verhängnisvoller Kuss“. Eine Neuauflage als ebook gibt es bisher nicht (Stand Jan 2022).

Die Geschichte erzählt von Caroline Trent, die auf Flucht vor ihrem Vormund, fälschlicherweise von dem Agenten Blake Ravenscroft aufgegriffen und gefangen gesetzt wird; Blake glaubt die Spionin Carlotta de Leon gefasst zu haben. Und eigentlich kommt er damit Caroline gerade recht, könnte sich hier doch die Gelegenheit ergeben, sich die nächsten Wochen, bis zu ihrer Volljährigkeit zu verstecken. Das Problem ist nur, wie verhindert man es die Wahrheit sagen zu müssen?

Doch zunächst scheint alles zu funktionieren, Blake fällt auf Carolines Spiel herein. Der ist allerdings völlig irritiert über die Anziehungskraft, die die vermeintliche Spionin auf ihn ausübt. Blake hofft nun auf seinen Freund und Partner James Sidwell, der bereits mit der Spionin zu tun hatte und besser gegen ihren Charme gefeit ist. Doch James erkennt sehr schnell, dass er auf keinen Fall Carlotta vor sich hat.

Weil ihm die Verwechslung unangenehm ist, gewährt Blake Caroline inkognito Zuflucht. Jedoch nicht uneigennützig, denn sie kann eine wertvolle Hilfe sein, ihren Vormund, den Blake und James bereits seit einiger Zeit im Visier haben, zu überführen. So weit, so gut, bleibt nur das Problem der seltsamen Anziehungskraft von Caroline auf Blake und dass seine Schwester, die über seine Arbeit nicht eingeweiht ist, unangemeldet zu einem Besuch kommt.

Vor 20 Jahren habe ich zum Buch notiert, dass es eine lustige, turbulente und fröhliche Geschichte. Der Meinung bin ich heute nicht mehr. Ich kann erkenne jedoch nach wie vor, was mich und viele andere Leser zu der Zeit so an Julia Quinn begeistert hat. Ihre historischen Liebesromane waren zu der Zeit einfach eine Revolution. Unbekümmert, frisch und modern. Und aus dieser Erinnerung heraus, war es auch sehr unterhaltsam, das Buch nochmals zu lesen.

Doch aus welchem Winkle ich seinen überspitzen Humor und seinen übertriebenen Slapstick auch zu betrachten versuche, ihn schätze ich heute nicht mehr. Und ich bin wirklich froh, dass der Stil der Autorin mit den Jahren deutlich abgeschliffen ist. Ich habe dem mit meiner Bemerkung „kommt nicht immer sehr glaubwürdig daher“ damals schon Rechnung getragen. Schön, dass sich am Ende doch nicht alle meine Lese-Eindrücke verändert haben.

Die Geschichte an sich, liest sich auch heute gar nicht so übel, wenn sie auch ihre Längen hat. Die verursachen jedoch fast ausschließlich Blake und Caroline, denn es kann schon anstrengend werden, die beiden zu ertragen. Blake, der notorisch die Fassung verliert und herumschreit und Caroline, die zu tollpatschig ist und einfach nicht aufhört zu plappern; dabei ist sie bei weitem intelligenter als Blake. Doch was sich neckt, soll sich ja auch lieben, oder? Wenn sich auch für mich ihre Zuneigung zueinander heute nicht mehr so wirklich eröffnet.

Kurzgefasst: Sollte man (aus heutiger Sicht beurteilt) „In Namen der Liebe“ gelesen haben? Ich denke, nein. Es gibt Romane, die deutlich besser sind. Kann es trotzdem Spaß machen, ein wenig in Erinnerungen an längst vergangene Lese-Abenteuer zu schwelgen, durchaus – und werde ich auch den 2.Teil der Duologie nochmals lesen, aber sicher.

Schattens Bewertung 05 Sterne.png

Gott sei Dank hat sie eine Pistole. Das denkt die reiche Erbin Caroline Trent als der Sohn ihres Vormundes versucht sie zu vergewaltigen und das auch noch im Auftrag seines Vaters!
Doch für Caroline ist dies nicht Neues mehr nach etlichen verschiedenen Vormündern die sie alle auf die ein oder andere Art misshandelten. Aber so ein skrupelloser Plan ist selbst für sie genug, darum nimmt sie Reißaus. Leider währt ihr Flucht nicht lange, den Blake Ravenscroft, ein Agent der Krone, denkt sie sei Carlotta De Leon. Dies ist eine berühmte französische Spionin, die öfters bei Carolines Vormund Zuflucht suchen soll.

Caro kommt diese Verwechslung aber gerade zugute. Schließlich hat sie so ein Versteck für die nächsten drei Wochen. Nach diesem Zeitraum ist sie nämlich endlich volljährig.
Um einer Vernehmung mit Blake zu entgehen, benutzt sie jeden Trick. Sie kann ja nicht ahnen, dass er nicht nur an ihr wegen der Informationen interessiert ist…

Dann kommt jedoch Blakes bester Freund James Sidwell, seines Zeichen Marquis und Spion, des Weges und dieser kennt die echte Carlotta De Leon. Wie soll es mit Caroline jetzt weitergehen?

Da ich von der Autorin schon die Bridgerton-Reihe so sehr liebe, hatte ich sehr hohe Erwartungen an das Buch und sie wurden total erfüllt.

Der Schreibstil ist gewohnt lustig und lebendig und die Zeilen fliegen nur dahin. Ebenso sind die Charaktere super charakterisiert. Besonders die Nebencharas wie etwas Blakes Butler und Köchin sind einfach klasse und tolle Sympathieträger.

Auffällig bei diesem Buch sind die Kapiteleinleitungen. Dies sind Einträge aus Carolines persönlichem Wörterbuch, was für sie in etwa einem Tagebuch entspricht. Dort nennt sie ein Wort und erklärt es mit einem Satz. Dieser bezieht sich immer auf das nächste Kapitel.

Der Plot ist zwar manchmal etwas … abstrus, dabei aber sehr liebenswert und so lustig, das es einem total egal beim Lesen ist.

Für mich ist dies ein super Auftakt einer Reihe und das Buch kann locker mit den Büchern über die Bridgertons mithalten.