Rezensionen

Lenyas Bewertung 04 05 Sterne.png

Es war sehr schön, nach langer Zeit mal wieder einen Roman von Michelle Raven zu lesen. Auch wenn das Pseudonym, unter dem sie ihre Bücher verfasst, anderes erwarten lässt, ist die Autorin Deutsche und somit bei Fragen, Kritik und Lob jederzeit ansprechbar. Das ist mit ein Grund, warum ich vor Jahren zu einem ihrer Bücher gegriffen habe und seitdem von allem, was ich gelesen habe, begeistert war.

„Gefährliche Vergangenheit“ beschäftigt sich mit Leigh Hunter. Sie möchte sich ein neues Leben aufbauen, doch ihr Problem ist, dass sie ihr Leben seit dem Unfall in einer Art Trance verbringt. Sie kann nichts mehr genießen, musste ihren geliebten Job aufgeben und lebt nun allein in Washington. Nur eine Freundin hat sie hier bisher gefunden.
Die Handlung des Buches beginnt, als Barker in ihr Leben tritt. Man kann Leighs Ängste und Sorgen gut nachvollziehen, warum es sie beschäftigt, dass sich ein gesunder, attraktiver Mann mit einer Behinderten abgeben möchte. Doch schon bald merkt man, dass er wirklich an Leigh interessiert ist.
Die Charaktere sind realistisch und sympathisch gezeichnet. Wie es zu einem Liebesroman gehört, fehlen natürlich auch schmachtende Blicke und Liebesbeweise nicht.

Das Buch enthält einen spannenden Nebenplot, der sich darum dreht, dass irgendjemand Leigh offenbar böse Streiche spielt. Diese werden immer gemeiner und gefährlicher.
Leider kam ich schon recht früh dahinter, wer der Übeltäter war und lag am Ende mit meiner Vermutung auch richtig. Allerdings hat mir das auf keinen Fall den Spaß an diesem Buch genommen, da es in erster Linie ein Liebesroman ist.
Das Wiedersehen mit Figuren aus Michelle Ravens früheren Romanen machte das Buch dann perfekt. Zwar reichte es nicht vollends an meinen liebsten Roman der Serie, „Riskante Nähe“ heran, wer aber die anderen Hunter-Romane gelesen hat, kommt um dieses sicher nicht herum.

Fazit: Wer einen knallharten Thriller lesen möchte, sollte nicht zu diesem Buch greifen. Wer sich aber eine spannende Liebesgeschichte wünscht, der ist hier genau an der richtigen Stelle.

Ankes Bewertung 03 Sterne.png

Leigh Hunter sitzt seit 4 Jahren nach einem schweren Unfall im Rollstuhl. Das ist wahrlich kein leichtes Schicksal und mitunter kann es dem Betroffenen schwerfallen je wieder ins Leben zurück zu finden - für all das habe ich Verständnis und kann es durchaus nachvollziehen.
Ich habe jedoch wenig Vergnügen daran, von einer Heldin zu lesen, die sich in einem fort über ihre Situation beklagt, den Kopf in den Sand steckt und in dieser Stellung verharrt. Sie gibt - aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen - ihren geliebten Job und ihr Hobby auf, lehnt soziale Kontakte vehement ab und erklärt das damit, dass eh keiner etwas mit ihr zu tun haben will, weil sie im Rollstuhl sitzt.

Ich habe mich wirklich bemüht Sympathie für Leigh zu empfinden, konnte aber erst nach ca. 100 Seiten, die sich wie 1000 anfühlten, zu ersten Mal ein wenig entspannen, als der Held Barker ihr zum ersten Mal die Leviten gelesen hat und Leigh Tendenzen zeigt, den allzu gerechtfertigten Vorwürfen zuzustimmen.

Aber auch mit dem Held Barker hatte ich so meine Probleme. Er kam mir bestenfalls zwielichtig vor und ich wartete immerzu darauf, dass er sich aus der Böse entpuppen würde. Für mich ein höchst befremdlicher Charakter, der mir genauso wenig wie Leigh nahe ging.

Und da das Paar, Leigh und Barker, und seine Entwicklung einen Großteil der Handlung für sich beanspruchte, hatte ich wenig Chancen mich mit Anderem abzulenken. Dementsprechend hoffnungsvoll habe ich mich auf den Krimi-(Neben)-Plot gestürzt.
Dieser hat mich zwar mit der Auflösung zu überraschen gewusst, dennoch empfand ich ihn als viel zu – ich weiß gar nicht recht, welches Wort ich wählen soll …. unbedeutend um mich wirklich zu fesseln.

Ich muss gestehen, dass mich "Gefährliche Vergangenheit" ein wenig enttäuscht hat, einzig der typische detailreiche Raven Erzählstil wusste mich zu überzeugen und hat mich letztendlich dazu bewogen das Buch auszulesen.

Kurz gefasst: Da die Liebesgeschichte im Vordergrund steht, mich aber die Charaktere nicht fesseln konnten, war "Gefährliche Wahrheit" für mich nur ein halbes Lesevergnügen.