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Nicoles Bewertung

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Da es um seine Ehe momentan nicht zum Besten gestellt ist, hofft Hauptkommissar Andreas Winter, dass die gemeinsamen Urlaubstage ihn mit seiner Frau wieder etwas näher bringen werden. Doch kaum zurück, hängt nicht nur gleich erneut der Haussegen schief, als Winters Frau entdeckt, dass ihre Tochter in ihrer Abwesenheit Sex mit ihrem Freund in der elterlichen Wohnung hatte; auch ein rätselhafter Doppelmord an einem verheirateten Paar, macht Winter große Sorgen; selbst wenn sein Kollege Kettler, der während Winters Abwesenheit in diesem Fall ermittelte, behauptet, er hätte den Fall so gut wie geklärt.

Doch Winters Skrupel und seine akribische Recherche für die er berühmt berüchtigt ist, bringen ihm diesmal weniger Lob als Tadel ein. Kettler scheint ein Komplott geschmiedet zu haben, um Winter zu diskreditieren und selbst Winters Chef scheint dabei von Kettlers laschen Ermittlungsmethoden sehr angetan zu sein.
Dennoch lässt sich Winter nicht beirren und knapp ein halbes Jahr später werfen weitere Todesfälle Fragen auf. Kann es möglich sein, dass sie in Verbindung mit dem Doppelmord stehen und wer mag nur der Mörder sein, der es auf Frauen gleichen Alters und aus dem gleichen Dorf stammend, abgesehen zu haben scheint?

Nach Alex Reichenbachs erstem Regional-Krimi um sein Ermittlerduo Winter/Aksoy „Staustufe“ der mich damals positiv überrascht hat, war ich bereits sehr gespannt darauf zu erfahren, ob der Autor das hohe Niveau auch in seinem neuen Krimi um das sehr unterschiedliche Ermittlerduo würde halten können. Das ist ihm definitiv gelungen, doch „Schattenhaus“ hat mir sogar dabei noch einen Tick besser gefallen als der Erstlingsband und nun stehe ich vor dem Problem, dass ich hier, aus Ermangelung eines höheren Punktesystems nicht mehr Punkte vergeben kann.

Ich habe mich bei der Wiedergabe des Inhalts sehr zurückhalten müssen, um nicht zu viel zu verraten. Nur so viel: Der Roman beginnt mit einem Doppelmord, der zunächst auf Eis gelegt werden muss, da Winter durch seinem Chef die Hände gebunden werden bzw. er das Verbot erhält, in dieser Sache auf eigene Faust weiter zu ermitteln, was erklärt, dass dieser Fall ein halbes Jahr lang ruht, bis neue Morde und Todesfälle weitere Fragen aufwerfen.
In „Schattenhaus“ steht Winter diesmal sehr in der Kritik, hat nicht nur mit Eheproblemen zu kämpfen, sondern auch mit Mobbing ab Arbeitsplatz. Seine Kollegin Hilal Aksoy wird in diesem Band in seine Abteilung versetzt und ermittelt schließlich wieder mit ihm zusammen. Auch greift der Autor erneut die Anziehungskraft zwischen den beiden auf, wobei dieser Aspekt jedoch ganz klar in Hintergrund abläuft, denn die wirklich sehr undurchsichtigen Kriminalfälle verlangen den Ermittlern alles ab.

Es geht weniger actionreich in „Schattenhaus“ zu, doch das benötigt dieser erstklassige Krimi auch nicht, denn sowohl die Ermittlungsarbeit, als auch die vielen falschen Fährten, die der Autor einbaut, sorgen für einen konstant hohen Spannungsbogen. Kaum ist das eine Rätsel gelöst, werfen die Antworten darauf neue Fragen auf und die Auflösung des Ganzen ist dann so erschreckend und aufwühlend, dass man nach dem Lesen des Romans erst einmal einen Moment inne halten muss, um alles in Gedanken noch mal durchzugehen. So zumindest ging es mir dabei.

Richtig gut gefallen haben mir die vielen unterschiedlichen Handlungsstränge, die erst einmal so wirken, als ob sie nichts miteinander zu tun haben, um dann an späterer Stelle zusammengeführt, plötzlich Sinn zu ergeben. Es ist eine komplexe Story, keine Frage- es ist ein Roman, bei dem man beim Lesen seine Gedanken beisammen haben sollte, damit man nicht den Faden verliert. Bleibt man aufmerksam, wird man mit einem, wie ich finde, der bislang besten Krimis im Jahre 2012 belohnt, welcher auch gut als Verfilmung taugen würde.
Das Ende dieses Romans wirft dann hinsichtlich des Ermittlerduos Winter/Aksoy einige Fragen auf und schürt die Neugierde auf weitere Fortsetzungen.

Kurz gefasst: Spannender, aufwühlender Gänsehautkrimi – gelungene Fortsetzung der Frankfurter Krimireihe!


Schattenhaus

Alex Reichenbach

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Originaltitel: ----
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3499255403
Erscheinungsdatum: September 2012
Genre: Krimi

Teil einer Serie: Hauptkommissar Andreas Winter

Klappentext

In einer frostigen Nacht zerstört ein Eindringling in Frankfurt-Kalbach ein Familienidyll: Vater und Mutter werden grausam hingerichtet, die zwei kleinen Töchter bleiben hilflos bei den Leichen zurück. Als Hauptkommissar Winter aus dem Urlaub zurückkehr, hat sein Konkurrent Kettler den Fall aufgeklärt. Angeblich. Doch Winter sieht offene Fragen. Er bleibt heimlich dran an dem Fall, unterstützt von Kollegin Hilal Aksoy. Als Monate später in einer Westendvilla erneut eine Frau getötet wird, weiß Winter, dass er sich nicht getäuscht hat…

Quelle: Rowohlt

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