Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Die „Sinful Wallflowers“ sind eine zu allem entschlossene Gruppe von allen ignorierten Mauerblümchen, die beschlossen haben, ihr Schicksal ab sofort selbst in die Hände zu nehmen. Unter ihnen ist auch Miss Katherine Danvers, von allen Kitty genannt.

Nach dem Tod ihres Vaters und den damit verbundenen finanziellen Einschränkungen für sie, ihre Mutter und ihre Schwestern, ist es nun an Kitty, einen Titel zu heiraten und damit erneut die guten Verbindungen zum ton herzustellen. Doch auch in ihrer zweiten Saison bleiben die Verehrer fern.

Doch Kitty hat einen Plan. Dieser soll nicht so sehr Kitty selber dienen, sondern vor allem ihren Schwestern gute Partien sichern. Sie streut das Gerücht, dass sie mit dem zurückgezogen lebenden Duke of Thornton verlobt sei – und volia, schon kann sich die Familie vor Einladungen zu den exklusiven Events der höchsten Kreise nicht mehr retten. Um die Lüge nicht allzu auszuweiten, hofft Kitty, dass sie nach ein paar Wochen ihre Schwestern unter die Haube bekommen hat und sie sich wieder vom Duke „entloben“ kann.

Doch Alexander Masters, so zurückgezogen der Duke auch in Schottland leben mag, bekommt Wind von der Sache im fernen London – und ist fasziniert von der Frau, die behauptet, seine Verlobte zu sein. Und obwohl er sich schon lange nicht mehr in London hat sehen lassen, nach einem Unfall vernarbt und teilweise auf einen Rollstuhl angewiesen, konfrontiert er Kitty mit seiner Anwesenheit auf einem Ball.

Von Stacy Reid habe ich bereits den 1. Teil der „Regency Scandals“ gelesen. „Versehentlich verliebt in den Duke“, fand ich ganz okay, konnte mich aber nicht wirklich überzeugend. Trotzdem wollte ich der Autorin noch eine Chance geben, da ich vom Originaltitel „My Darling Duke“ viel Gutes gehört hatte. Zuvor hatte ich mich auch noch überzeugt, dass die Übersetzerin eine andere ist – nach meiner Erfahrung mit „Versehentlich verliebt in den Duke“ wollte auf Nummer sicher gehen und ausschließen, dass sich ein Problem für mich in der Qualität der Übersetzung findet.

Es hat sich für mich jedoch herausgestellt, dass meine Probleme mit den Geschichten der Autorin nicht an den Übersetzungen liegen, sondern an dem Stil, mit dem Stacy Reid ihre Geschichten erzählt und den Werkzeugen, die sie dazu zu nutzen scheint, nämlich äußerst launische und irrationale Charaktere.

Grundsätzlich hat mir „Die Schöne und der Duke“ deutlich besser gefallen als, die erste Geschichte, die ich von der Autorin gelesen habe. Überzeugt hat sich mich damit jedoch erneut nicht. Auch hier kam ich wiederholt nicht mit dem launischen Helden und der viel zu edelmütigen Heldin zurecht. Sie lässt ihm nicht nur jede Laune durchgehen, sie verliebt sich sogar noch in ihn. Für mich einfach nicht zu verstehen.

Ich habe zwar eine Ahnung, was die Autorin mit dieser Ausarbeitung ihrer Charaktere bezweckt und worauf sie damit hinauswill, doch sympathischer hat es mir die Protagonisten oder den Stil der Autorin deswegen nicht gemacht. Ich muss jedoch zugestehen, dass die Geschichte grundsätzlich nicht schlecht erzählt ist und damit auch über einen durchaus ansprechenden grumpy/sunshine-Anteil verfügt, was sie für Fans von Historicals und speziell diesen Tropes attraktiv macht.

Was mich betrifft, so stellt sich mir erneut die Frage, ob ich in Zukunft lieber einen Bogen um die Autorin mache oder weitere Geschichten von ihr ausprobiere. Ich denke, dass ich die Entscheidung zu gegebener Zeit auf mich zukommen und dann meine Lese-Laune entscheiden lasse.

Kurzgefasst: eine durchaus unterhaltsame Geschichte, die jedoch auch schwierige und launischer Charaktere bietet, viel hü und hott, und eine für mich nicht nachvollziehbare Liebesgeschichte.