Rezensionen

Ankes Bewertung 03 Sterne.png

Ihre einzige Chance, den Mann ihrer Wahl zu heiraten, sieht Adeline darin, diesen zu kompromittieren. Mit der „Hilfe“ ihrer Freundin Evelyn „Evie“ Chesterfield, die jedoch, wie sich herausstellt, dabei ganz eigene Interessen verfolgt, landet Adeline im falschen Bett, nämlich dem von Edmond Rochster, dem „verrückten“ Duke of Wolverton. Doch es kommt noch schlimmer, den der diskret geplante Skandal, eigentlich war geplant, dass lediglich Evelyns Mutter, Adeline „entdeckt“, wird zum Spektakel für die ganz Hausgesellschaft und der Mann, von dem sie glaubt, dass er Adeline liebe, zieht seinen Wunsch sie zu heiraten zurück. Und Adeline beleibt am Ende nichts anderes übrig, als den Heiratsantrag des Duke of Wolverton doch anzunehmen – wenn er sie noch will.

Der Witwer Edmond ist tatsächlich auf der Suche nach einer Ehefrau, die jedoch nur als Mutter für seine beiden kleinen Töchter fungieren soll. Er selber hat nicht vor wieder eine richtige Ehe zu führen, zu schmerzhaft lastet immer noch der Verlust seiner 1. Frau und seines Sohnes auf ihm. So war eigentlich eine Verbindung mit Evelyn geplant, die von ihr jedoch nicht gewünscht war. Aber warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, Adeline helfen, die völlig kompromittiert ist und seinen Töchtern zu einer Mutter verhelfen. Das Problem ist nur, dass Adeline äußerst anziehend ist und damit eine Gefahr für Edmonds Selenfrieden und seinen Entschluss einer reinen Vernunftehe darstellt.

Nachdem mir die Autorin Stacy Reid immer wieder in Lesetipps und Empfehlungen begegnet ist und die ersten 3 Teile ihre „Wedded by Scandal“ in einer deutschen Übersetzung erschienen sind (Stand Feb. 2022) war es für einer Einladung gleich ihre Bücher für mich zu entdecken. Und obwohl ich nach diesem 1. Teil bisher lediglich semi-begeistert bin, habe ich vor weiter an der Autorin festzuhalten und noch andere Romane von ihr zu lesen, bevor ich mir ein Urteil bilde.

Wichtig ist mir dabei auch das nächste Buch im Original zu lesen, um auszuschließen, dass es an der Übersetzung lag. Zwar fand ich, dass „Versehentlich verliebt in einen Duke“ grundsätzlich umsichtig übersetzt wurde und recht angenehm zu lesen war, doch las sich für mich der Roman nicht „homogen“, vor allem was das Verhalten der Protagonisten betraf. So hatte ich meine liebe Not, den Launen der Protagonisten zu folgen. Diese unter lagen einem so schnellen Wechsel, zwischen „grumpy“, „sunshine“, „Arschloch“ und „Naivchen“, dass ich nie so genau wusste, mit welcher der diversen Persönlichkeiten, ich es grade zu tun hatte.

Und dann waren da noch die diversen Logiklücken, wie zb. die Situation zu Anfang der Geschichte. Und überhaupt, verhalten sich so Freunde? Damit meine ich nicht nur Evelyn, sondern auch Edmonds Freund, Richard Maitland, Marquess of Westfall? Und würde ich ein solches Verhalten meines Mannes so einfach abwinken und gut reden? Nein, sicher nicht.

Am Ende kann ich festhalten, dass mir grundsätzlich weder Edmond noch Adeline unsympathisch waren, ich mag „marriages of convenience“-, bzw. in diesem Fall „due to scandal“-Geschichten und wie bereits erwähnt, der Stil war angenehm zu lesen.

Und waren sie waren einfach nur zu unstet, zu unberechenbar in ihrem Verhalten. Dabei hätte sich Adeline, das gelegentliche Schmollen und Herumzicken ebenso sparen können, wie Edmond seine extremen Launen.

Kurzgefasst: Nicht ganz das Lesevergnügen, was mir die Empfehlungen und der Klappentext versprochen haben, trotzdem so unterhaltsam, dass ich der Autorin auf jeden Fall weitere Chancen einräumen werde.