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Nicoles Bewertung

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Sandra könnte ihren Job eigentlich lieben, wenn ihr Chef nicht wäre, der sie ohne Unterlass mit Mehrarbeit zupflastert, unverschämte Kommentare von sich gibt und sie zudem seit geraumer Zeit hinhält, was die versprochene Gehaltserhöhung angeht. Da Sandra es sich jedoch nicht mit ihm verscherzen will, geht sie den unteren Weg und nimmt stillschweigend sämtliche Anweisungen zur Mehrarbeit in Kauf. Auch in der Liebe sieht es bei ihr nicht unbedingt rosig aus. Zwar lebt sie in einer langjährigen Partnerschaft, doch Thomas ist mittlerweile alles andere als ein sexy Latin-Lover und scheint kaum noch Interesse an ihr zu haben. Dennoch, trotz des eingerosteten Sexlebens würde Sandra niemals auf die Idee kommen, Thomas zu verlassen- ihr fehlt einfach der Mut zur Veränderung; auch wenn ihre besten Freundinnen Nele und Martina Sandra regelmäßig Gedankenanstöße mit auf den Weg geben und sie außerdem darin bestärken, ihren Chef in die Schranken zu weisen und sich nicht so viel Arbeit aufhalsen zu lassen.
Erst ein routinemäßiger Arztbesuch lässt Sandra das erste Mal ins Grübeln kommen, denn es wird Brustkrebs bei ihr entdeckt…

Eigentlich hatte ich einen heiteren, fluffig leichten chic-lit erwartet, als ich zu Susanne Reinkers Roman griff, denn das fröhlich bunte Cover lässt diese Vermutung unweigerlich aufkommen. Stattdessen entpuppte sich dieser Contemporary als etwas völlig anderes, ohne das negativ zu meinen. „Weniger Arbeit, mehr Gemüse, mehr Sex“ ist die Geschichte einer knapp über Vierzigjährigen, deren Unsicherheit im Leben sie stets davon abhielt, ihre wahren Träume und Sehnsüchte auszuleben. Erst als sie krank wird, wird ihr klar, dass es mit ihr nicht so weitergehen kann und sie fasst die ersten guten Vorsätze, um ihr Leben umzukrempeln.

Doch dass das nicht ganz so einfach ist, liegt auf der Hand und so braucht Sandra mehrere Anläufe, um endlich den Durchblick, bzw. die Kurve zu bekommen. Es ist ein sehr gut geschriebener Selbstfindungsroman, der jedoch trotz ernsterer Untertöne durchaus humorvolle Szenen zu bieten hat und kitschig schwülstige Gefilde sehr gut umschifft. Die Romanheldin muss zwar in Sachen Gesundheit und Arbeit zunächst einige Nackenschläge einstecken, doch dank der Unterstützung ihrer Freunde und der Arbeitskollegin Renate, bricht sie mental nicht zusammen und nutzt die Zeit während ihrer Genesung dazu, in sich zu gehen. Ich war sehr von dem Roman der Autorin angetan und konnte ihn auch erst zur Seite legen, als ich wusste wie er letztendlich ausgeht. Dennoch- was mich ein wenig gestört hat, war die Tatsache, dass Sandra während ihrer Beziehung zu Thomas mehrmals den Anlauf gestartet hat, fremd zu gehen, was sie etwas später im Buch auch vollzieht. Nun könnte man sagen, dass gehöre zur Selbstfindung dazu und schließlich brauche es Zeit, um sich klar darüber zu werden, was und vor allem wen man will, doch da Sandra bereits zehn Jahre mit Thomas verbandelt ist und in Sachen Sex kaum ein gutes Haar an ihm lässt, fragt man sich doch, warum sie ihm nicht zumindest die Wahrheit über ihren Fehltritt sagt.

Da der Roman aus Sandras Sicht, also in „Ich-Form“ geschrieben ist, bekommt man als Leser recht gute Einblicke in das Seelenleben der Protagonistin geboten. So amüsant auch manche Gedankengänge von Sandra waren- ihre Meinung über Thomas ließ sie stellenweise ein wenig unsympathisch wirken. Abgesehen von diesen kleinen Kritikpunkten, kann ich diesen Roman jedoch allen weiblichen Lesern, die einen guten Unterhaltungs-Frauenroman mit etwas mehr Substanz zu schätzen wissen, wärmstens ans Herz legen.


Weniger Arbeit, mehr Gemüse, mehr Sex

Susanne Reinker

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Originaltitel: ----
Verlag: Diana
ISBN: 978-3453355903
Erscheinungsdatum: Dezember 2011
Genre: Contemporary

Klappentext

Eine laue Sommernacht, Palmen wiegen sich im Wind, Thomas und Sandra versinken in einem leidenschaftlichen Kuss, und dann … klingelt der Wecker. Und erinnert Sandra daran, dass ihr Leben leider ganz anders aussieht. Seit zehn Jahren ist sie mit einem knochentrockenen Statistiker ohne jeden Sex-Drive verheiratet und lässt sich von einem ausgewählt schmierigen Chef schikanieren. Die Rotwein-Kitschfilm-Abende mit ihren drei Freundinnen sind Sandras einzige Lichtblicke. Erst nach einem Arztbesuch mit unerwarteten Folgen zieht sie endlich Bilanz. Weniger Arbeit, mehr Gemüse, mehr Sex — so muss das ab jetzt gehen! Doch das ist leichter gesagt als getan …

Quelle: Diana

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