Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Nachdem Briannas Schwester, Maggie, dafür gesorgt hat, dass die Mutter in einem eigenen Haus lebt, konnte sich die häusliche Brianna endlich ihren Traum von einer Pension erfüllen.

Um an seinem nächsten Buch zu arbeiten, quartiert sich dort über die Wintermonate der amerikanischer Schriftsteller Grayson Thane ein. Er fühlt sich wohl an Briannas gemütlichem Heim, mehr noch wird er jedoch von ihr im höchsten Maße angezogen. Doch sich an einen Ort zu binden, dort zu leben und womöglich zu heiraten, kommt für ihn nicht infrage, oder doch?

Als ich diesen 2. Teil der Irland-Trilogie von Nora Roberts, das erst mal gelesen habe, kam ich mit der Figur der gutaussehenden Superhausfrau Brianna überhaupt nicht zurecht. Brianna kam mir vollkommen unwirklich vor und damit war auch ihre und Graysons Geschichte für mich nicht nachvollziehbar. Damals habe ich diesen Teil deswegen etwas schwächer als den Vorgänger bewertet.

Interessanterweise empfinde ich das viele Jahre später nicht mehr so. Sicher, Brianna ist immer noch eine irritierende Superhausfrau, doch gestört hat mich da beim Lesen nicht mehr. Ich kann die Figur sogar heute besser verstehen. Es scheint fast ein bisschen so als ob die Geschichte mit mir zusammen älter und weiser geworden ist. Übrigens, den etwas düsteren und geheimnisvollen Grayson mochte ich dagegen schon damals.

Wegen Brianna hatte ich auch bisher eine Wiederholung des Buches nicht in Betracht gezogen. Doch nach dem wiederholten Hören des 1. Teils, „Töchter des Feuers“, habe ich einfach mit der Serie weiter gemacht - und konnte so zum Glück meine Kritik an der Geschichte ausräumen. Meine Bewertung bleibt jedoch bei 4,5 Punkten von damals. Jedoch nicht mehr wegen der Hauptfigur, sondern weil „Töchter des Windes“ für meinen Lesegeschmack einfach nicht über das Temperament von „Töchter des Feuers“ verfügt. Meisterhaft und wortgewaltig erzählt, ist dieser Teil jedoch ebenso.

Sicherlich hat zu meinem Vergnügen auch die hervorragende Sprecherin des Hörbuches, Elena Wilms, beigetragen und vielleicht auch das gekürzte Hörbuch. Ich bin zwar grundsätzlich ein Befürworter von ungekürzten Hörbuchumsetzungen, doch auch ich kann bestätigen, dass es mitunter einer Geschichte guttut, ihr ein paar Seiten wegzunehmen; vor allem, wenn es die Autorin etwas zu gut gemeint hat oder schlicht noch Seiten zu füllen hatte.

Kurzgefasst: Nora Roberts Irland-Trilogie ist und bleibt meine Lieblings-Serie der Autorin. Es ist jedoch unleugbar, dass die Geschichte den Trends ihrer Veröffentlichungszeit (im Original im Jahr 1995) unterliegt und sollte vielleicht auch in diesem Sinne genossen werden.