Rezensionen

Nicoles Bewertung 03 05 Sterne.png

Meer Logan, ist die Tochter des jüdischen Wissenschaftlers Jeremy Logan, Leiter der Judaika- Abteilung eines Auktionshauses, der von allen hinter vorgehaltener Hand nur der jüdische Indiana Jones genannt wird. Jeremy hat fast sein ganzes Leben damit zugebracht, wichtige archäologische und religiöse Artefakte wiederzubeschaffen. Außerdem ist er mit dem reichen aber undurchsichtigen Malachai Samuels befreundet, der genau wie auch Jeremy als eifriger Verfechter der Reinkarnationstheorien gilt.

Jeremys Interesse daran ist jedoch rein persönlicher Natur- seit ihrer Kindheit wird Meer immer wieder von unerklärlichen Visionen, die von einer bestimmten Melodie begleitet werden, heimgesucht, was sie sehr belastet. Als Jeremy eine rätselhafte Spieltruhe entdeckt die genauso aussieht wie ein Erinnerungsstück seiner Tochter, das sie in ihren Visionen sah und aufzeichnete, gerät der Stein ins Rollen: Im Innern der Truhe findet er außerdem ein handgeschriebenes Dokument von Beethoven, in dem die Rede von einer geheimnisvollen Flöte ist, die eine unheimliche Fähigkeit besitzt. Spielt man eine gewisse Melodie darauf, ist man in der Lage, allen Zuhörern Erinnerungen an ihre Vorleben zu beschaffen.

Ist dies die letzte Chance für Meer, endlich erkennen zu können, was sie zeit ihres Lebens quält? So begibt sie sich nach Wien- ihr Vater und Malachai sind bereits dort und wollen die Flöte unbedingt in ihren Besitz bringen. Meer soll mit ihren fragmenthaften Erinnerungen dazu beitragen, denn sie ist der Schlüssel zum Ganzen. Doch auch Andere sind an der Flöte interessiert, die auch nicht vor Gewalt zurückschrecken…

Währenddessen plant der erfolgreiche Reporter David Yalom einen Vergeltungsanschlag, der in Wien stattfinden soll. Wird er sein Vorhaben durchsetzen?

Wie bereits im Vorgängerband "Der Memory-Code", erzählt die Autorin abermals eine Geschichte, die sich um das interessante Thema Reinkarnation dreht und erneut ist Malachai Samuels darin verwickelt. Diesmal jedoch steht die junge Meer Logan im Fokus des Geschehens und ihr Handlungsstrang ist auch der Interessanteste von allen. Die Geschichte lässt sich, leider auch genauso wie im Vorgängerband, sehr schleppend an. Die Autorin hat die Angewohnheit zunächst sämtliche Romanfiguren- ob Haupt oder Nebenakteur in aller Ausführlichkeit einzuführen und vorzustellen, was hier nicht unbedingt von Vorteil ist, da es zum einen den Leser verwirrt und zum anderen zu diversen Längen führt. Erschwerend kommt dazu, dass diese Passagen auch sehr weitschweifig erzählt werden.

Es sind auch nicht alle Nebenfiguren wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte, bzw. haben nur am äußeren Rand damit zu tun, was ihre ausführliche Beschreibung daher einfach nicht rechtfertigt. Das zu meinen Kritikpunkten, die eine Höchstbewertung verhinderten.

In kleinen Rückblenden werden die Erlebnisse einer Margaux Niedermeier erzählt, die etwa zweihundert Jahre zuvor lebte und deren Werdegang von großer Bedeutung für den Verlauf der Geschichte ist, um an dieser Stelle nicht zuviel verraten zu wollen. Diese Passagen allein waren es, die mich davon abgehalten haben, den Roman vorschnell wegzulegen, denn sie schürten meine Neugierde ungemein und waren auch sehr gut geschrieben. Das gilt eigentlich für den gesamten Roman. Am reinen Schreibstil der Autorin ist nichts auszusetzen, er ist flüssig und unterhaltend. Zumal lässt M. J. Rose auch wieder einmal sehr viele Hintergrundinformationen über Reinkarnation einfließen, die zum Nachdenken anregen und informativ angeordnet sind.

Ab der Mitte des Romans laufen immer mehr Fäden zusammen, man versteht langsam die Hintergründe des Ganzen und ab diesem Zeitpunkt wird es auch spannend. Allerdings ist dieser Roman eigentlich kein Thriller oder Krimi, oder leichte Strandlektüre. Man sollte sich Zeit nehmen, um sich auf diesen Roman einzulassen und nicht vorschnell aufgeben, trotz diverser Längen und Weitschweifigkeit, es lohnt sich am Ende doch! Meers Erlebnisse waren sogar noch einen Tick besser und spannender inszeniert, als die des Helden im Vorgängerband und die Beschreibungen von Wiener Örtlichkeiten und Sehenswürdigkeiten verleihen dem Roman einen zusätzlichen Reiz.