Rezensionen

Ankes Bewertung 03 Sterne.png

Weil ihre ältere Schwester mit dem Sohn des Stallmeisters durchgebrannt ist, wird Anabelle of Waverly von ihrer Mutter aus dem Kloster geholt, wo sie eigentlich den Schleier hätte nehmen sollen. Denn, um dem bereits geschlossenen Vertrag nachzukommen, muss Waverly eine Braut an den Laird der McKays liefern – zur Not eben auch die jüngere.

So findet sich nun Anabelle dem Highlander Ross McKay gegenüber und als Nonnenanwärterin völlig unerfahren in Sache Ehestand und Haushaltsführung und gänzlich ohne eigene Ausstattung.

Und auch wenn es scheint, als würde überall dort, wo Anabelle auftaucht, Chaos entstehen, so hat sie doch ein gutes Herz und die Engländerin wird schnell als Ehefrau und Vorstand des Hauses McKay akzeptiert. Vor allem aber ist Ross von ihr bezaubert und deswegen auch mehr als besorgt, als die gefährlichen „Zufälle“ um Anabelle herum zunehmen und sie immer wieder in Gefahr gerät.

Es ist schon sehr lange her, dass ich Historicals der Autorin Lynsay Sands gelesen habe. So ist auch meine Erinnerung an diese Romane nicht mehr frisch, ich meine jedoch, dass sie höchst unterschiedlicher Qualität waren und ich Lynsay Sands nie zu meinen Historical-Autorinnen gezählt hatte. Zuletzt hatte ich mich ihrer paranormalen „Argeneau Familien“-Serie gewidmet, die mir grundsätzlich etwas positiver in Erinnerung ist.

So war es auch nicht der Aspekt des Historical der mich dazu bewogen hat, mich „Die Braut des Schotten“, dem 1. Teil der „English Brides (in Scotland)“-Serie der Autorin zu widmen, sondern das Hörbuchformat hat mich gereizt. Solide vorgetragen von Jutta Seifert, war es dann auch recht kurzweilig und unterhaltsam zu hören.

Doch auch jede noch so gute Sprecherin kann nicht die Schwächen einer Geschichte ausgleichen. Sie kann eine TSTL-Heldin in eine smarte Frau verwandeln, keine - fast schon schmerzlichen - Running Gags in amüsanten Humor verwandeln und keine verdrehten „Plot Twist“ wieder geradebiegen.

„Die Braut des Schotten“ ist ein sehr simpler Liebesroman, dem jede Komplexität, Tiefe und Charakterentwicklung fehlt. Geht man erwartungsfrei an ihn heran, kann er einen auf einfache und flache Art durchaus gut unterhalten. Denn er erzählt eine süße und fürsorgliche Liebesgeschichte, die ohne Konflikte und ohne Missverständnisse auskommt; etwas, was ich zur Abwechslung genieße. Und ich fand es auch in Ordnung, dass das „TSTL“ mit Anabelles Erziehung als Nonne nachvollziehbar begründet wird und ihre aufrichtige Art und ihr gutes Herz vieles wieder wett macht.

Die Geschichte sei „amüsant, leicht und lächerlich“, habe ich in einer Rezension zum Original gelesen. Der Aussage kann ich mich nur anschließen. Erst zum Ende hin überzieht die Autorin dann doch den Bogen - was das Lächerliche in „amüsant, leicht und lächerlich“, leider ins Groteske lenkt.

Zurzeit sind 3 Teil der Serie als Hörbücher erschienen, und aufgrund der wenigen Angebote in deutscher Sprache, in diesem Genre, erwäge ich auch diese Teile zu hören. Es bleibt jedoch dabei, sie interessieren mich wegen des Formates und meine Erwartungen bleiben niedrig angesetzt.

Kurzgefasst: „amüsant, leicht und lächerlich“.