Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

‚Eine ganz heiße Nummer‘ erzählt die Geschichte von vier recht unterschiedlichen Frauen aus dem bayrischen Wald, die ihren Job verloren haben und sich nun nach neuen Verdienstmöglichkeiten umsehen.

Aber nicht nur das Geld fehlt; so tragen alle eine Reihe von Problemen mit sich herum. Marias geliebte Teenagertochter Tina, hat sich dazu entschieden bei ihrem Vater in der schicken Stadtwohnung zu leben; Katharina reibt sich in Missachtung ihrer eigenen Persönlichkeit ganz für ihren immerzu abwesenden Mann auf; Waldtraud kommt nicht damit zurecht das ihr die Lust an der Lust fehlt; und Lena versteckt ihre Persönlichkeit hinter einen sexy Outfit und ist dennoch nicht auf der Suche nach Affären, sondern der großen Liebe.

Für alle vier Frauen beginnt eine Zeit der Veränderungen als Maria mit der Idee kommt Startkapital für einen zukünftigen gemeinsamen Laden mit Telefonsexangebot zu verdienen.

Andrea Sixts lebendigen Figuren sind allesamt sympathisch gezeichnet. Sie sind mit kleinen Ecken und Kanten ausgestattet, so das sie lebensecht und nicht wie ‚Überfrauen‘ wirken.
Dadurch kann man sich als Leser auch sehr leicht in ihre Situation hineinversetzen und hat keinerlei Probleme einen Teil, von sich selbst, in den Figuren wieder zu finden.

Kommt für die Charaktere am Anfang des Buches ein Tiefschlag nach dem anderen, so wachsen sie doch im Laufe der Geschichte alle ein Stück über sich hinaus und entwickeln sich in eine neue Richtung. Auch hier hat mir gut gefallen, wie nachvollziehbar diese Entwicklung für den Leser beschrieben ist.

Gespickt ist die Geschichte mit so einigen amüsanten Situation und Wortspielen, die zum Teil auch schon mal recht zotig sind und sich nicht unbedingt für zarte besaitete Romantikerinnen eignen. Blumige Beschreibungen darf man nicht erwarten, schließlich geht es um das Geschäft mit Telefonsex.

Gegen Ende des Buches fällt eine immer stärker werdende Frömmigkeit der Figuren auf. Das Zitieren diverser Bibelsprüche und Gebete, steht in starkem Gegensatz zu den deftigen Telefonsexszenen. Mir ist nicht ganz klar aus welchen Bewegründen die Autorin, diese Gläubigkeit hat in die Geschichte mit einfließen lassen. Denn es vermittelt nicht nur Kritik, sondern auch den festen Glauben an die Kirche.

Die Geschichte, die sich auf gleich vier Hauptpersonen verteilt, wird in rasch wechselnden und knapp ausgelegten Absätzen erzählt. Mit dieser Dynamik bin ich anfangs nicht besonders gut zurecht gekommen und beim Lesen immer wieder hängen geblieben.
Im Verlauf der Geschichte konnte ich mich aber immer besser damit anfreunden und mich mehr und mehr auf die schnellen Wechsel einstellen. Irgendwann habe ich sogar begonnen diesen extremen Stil ein wenig zu genießen.

Kurz gefasst: Eine amüsante, lebhafte und kurzweilige Geschichte über die Emanzipation von vier Frauen aus dem ‚Wald‘.