Rezensionen

Kerstins Bewertung 05 Sterne.png

Theresa Brubaker hat ein großes Problem, das aber niemand ernst nimmt: sie hat enorm große Brüste. Darunter musste sie ihr Leben lang leiden, angefangen von grausamen Hänseleien in der Schule bis hin zu Schulter- und Rückenschmerzen heute. Ihr Selbstbewusstsein ist auf dem Nullpunkt, da sie bisher - sie ist 25 - nur schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hat. Alle starrten sofort auf ihren Busen und waren entweder abgeschreckt oder nur begierig darauf, sie dort zu betatschen. Daher ist sie auch unsicher, als sie erfährt, dass ihr Bruder Jeff, der beim Militär ist, über Weihnachten seinen besten Freund Brian mitbringen will, da dieser keine Familie hat.

Doch welche Überraschung: er schaut ihr direkt in die Augen und scheint sich wirklich für sie als Person und nicht als Besitzerin zweier großer Brüste zu interessieren! Aber zu tief sitzen die Wunden, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, als dass sie sich problemlos auf die aufkeimende Liebesbeziehung einlassen könnte.

Brian ist jedoch sehr verständnisvoll und wartet ab, versucht ihr zu helfen und sie zu verstehen. Nachdem Bruder und Freund zum Militär zurückmüssen, bleiben Theresa und Brian in Briefkontakt und langsam findet Theresa den Mut, sich zu ändern. Besonders als eine wichtige Entscheidung ansteht, zeigt sie, wie stark sie sich weiterentwickelt hat. Doch wird Brian ihre Entscheidung gutheißen?

"Sweet Memories" ist, wie der Titel schon sagt, einfach nur "süß". Es passiert nicht viel, die Handlung fließt ruhig vor sich hin, aber dennoch langweilt man sich keine Sekunde. LaVyrle Spencer haucht ihren Charakteren Leben ein, Brian ist zum Verlieben und Theresa ist eine sehr sympathische Heldin. Die Szenen zwischen den beiden sind anrührend in ihrer Echtheit und Einfachheit.

Es gibt keine Missverständnisse, keinen Mordfall, keine Intrigen - die zwei gehören zusammen und Spencer beschreibt einfach eine wunderschöne Liebesgeschichte, die sich langsam entfaltet, und die Geschichte einer Frau, die langsam lernt, ihren Körper zu lieben. Simpel, aber wunderschön.

Den zweiten Teil fand ich nicht ganz so gut wie den ersten. Denn im ersten Teil haben auch die Nebenfiguren eine wichtige Rolle, während im zweiten Teil fast nur Theresa im Mittelpunkt steht. Außerdem kann ich ihre Beweggründe im ersten Teil sehr gut nachvollziehen, aber im zweiten Teil ist sie mir etwas zu amerikanisch-prüde.

Mir hat das Buch im Juli sehr gut gefallen, aber ich würde empfehlen, mit dem Lesen bis Weihnachten zu warten. Es ist zwar keine richtige Weihnachtsgeschichte, spielt aber einen Großteil zu dieser Zeit und ist so ruhig und rührend und Herz erwärmend, dass sie bei Kerzenschimmer und Plätzchenduft noch besser zur Geltung kommt.