Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Die Drillinge Melanie, Ashley und Mia leben zusammen in der sehr beschaulichen Kleinstadt Whistlestop nahe Charlotte. Alle drei Frauen hatten unter einem gewalttätigen Vater zu leiden, was erst mit dessen tödlichen Herzanfall endete. Während Ashley den Hass auf ihren Vater mittlerweile auf alle Männer übertragen hat und eher eine Einzelgängerin geblieben ist, haben Mel und Mia beide geheiratet. Die Polizistin Mel und Mutter eines Sohnes ist allerdings wieder geschieden und auch in Mias Ehe hängt der Haussegen schief, da ihr Mann sie schlägt.
Mel möchte ihrer Schwester beistehen, doch auch beruflich ist sie sehr angespannt, seit eine junge, reiche Frau brutal ermordet in Whistlestop aufgefunden wurde. Obwohl das FBI in erster Linie ermittelt, bleibt auch Mel am Ball und dann stößt sie plötzlich auf Ungereimtheiten bei einigen angeblichen Unglücksfällen mit Todesfolge. Alle toten Männer hatten ihre Frauen oder Freundinnen zuvor misshandelt oder gar missbraucht. Mel befürchtet, dass hier ein Serienkiller am Werk ist und bittet den FBI- Profiler Connor Parks; den sie zuvor kennen lernte, darum, ein Auge auf ihre Nachforschungen zu werfen. Dabei kommen sie sich näher. Doch auch Connor hat einige dunkle Geheimnisse…

Ich habe mich bewusst bei der Zusammenfassung des Inhalts zurückgehalten, um nicht im Vorfeld zu viel zu verraten. Nur so viel: Jede der Haupt und Nebenfiguren in Erica Spindlers Romanen hat eine dunkle Seite und ich finde, außer ihr gelingt es nur wenigen Autorinnen und Autoren im Romantic Suspense Bereich, diese dunklen Seiten so zu verschleiern, dass man sie als Leser erst dann richtig bemerkt, wenn sich der Roman zum Ende hin neigt.

Die psychologischen Aspekte spielen in Spindlers Romanen eine übergeordnete Rolle. Man wird von der Autorin niemals eine Geschichte vorgesetzt bekommen, in der der Täter einfach wahllos oder aus reiner Grausamkeit tötet. Immer gibt es eine Geschichte dahinter zu entdecken, die den Täter zu dem hat werden lassen, was er nun ist und diese Geschichte setzt die Autorin immer sehr spannend und plausibel erklärt in Szene, so dass man ihre Romane eher als Psycho-Thriller betiteln muss, auch wenn es zumeist eine Liebesgeschichte in ihren Romanen gibt. Wer allerdings auf große romantische Momente hofft, sollte gewarnt sein, dass Spindlers Krimis nichts für zarte Gemüter sind und man hier keinesfalls rosarote Liebesschwüre erwarten kann.

Der Tod kommt lautlos“ führt den Leser auf einige falsche Fährten, dennoch ahnte ich bereits recht früh, wer der Serienkiller ist. Trotzdem barg das Showdown am Ende der Story dann doch noch eine echte Überraschung für mich und ich denke auch anderen Lesern wird es so gehen wie mir.
Das Heldenpaar des Romans ist sehr tough und vielschichtig. Beide haben eine Vergangenheit, die sie bewältigen müssen. Während Mel sich einigermaßen davon erholt hat, wird Connor immer noch von seinen inneren Dämonen verfolgt und kann erst zur Ruhe kommen, wenn er endlich erfährt, was einst mit seiner Schwester geschah. Obwohl das Heldenpaar auf den ersten Blick recht unterschiedlich gestrickt ist, stimmt die Chemie zwischen ihnen auf Anhieb und selbst während sich die beiden foppen, spürt man schon die unterschwellige Anziehungskraft die sie zueinander treibt.

Kurz gefasst: Erica Spindlers Psycho-Thriller überzeugt durch eine interessante und spannende Kriminalhandlung und ausgeklügelte psychologische Aspekte. Ein echter Page-Turner!