Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

M.C.Riggio und ihre Partnerin Kitt Lundgren werden an den Tatort eines Mordes gerufen. Matt Martin, so heißt das Opfer, war ein typischer Computerfreak. Als festgestellt wird, dass sein Computer entwendet wurde, sehen beide Detectives schnell darin ein eventuelles Motiv für die Tat denn Matt Martin war ein Hacker.

Doch dann wird der Auftakt zu einer Reihe von Morden plötzlich persönlich, als erst Dan, M.C.‘s Verlobter erschossen und kurze Zeit später auch noch Tommy- ein jüngerer Cousin von M.C. , höchstwahrscheinlich vom gleichen Killer getötet wird. M.C. ist völlig verzweifelt, aber auch wütend und entschlossen den Täter zu fassen.

Kit, die selbst vor einiger Zeit eine persönliche Tragödie überstehen musste, (wird in "Der Engelmörder“ erzählt) fühlt sich mit ihrer Kollegin verbunden und beschließt ihren ersten gemeinsamen Urlaub danach mit ihrem Mann sausen zu lassen, um stattdessen M.C. beizustehen.

Doch dann häufen sich die Morde; immer mehr jugendliche Opfer sind zu beklagen, alles Computerfreaks wie Matt- und M.C. ermittelt zudem auch noch hinter Kitts Rücken weiter. So gerät die Mordserie nicht nur zu einer einschneidenden Erfahrung für M.C sondern auch für Kitt, denn der Täter spielt Katz und Maus mit ihnen...

Nachdem man im Vorgängerband "Der Engelmörder" bereits mit Kitt und M.C. vertraut gemacht wurde, geht es in diesem Teil praktisch nahtlos weiter. Obwohl alle wichtigen Elemente für einen spannenden Thriller enthalten sind, vergisst es Erica Spindler auch diesmal nicht, ihren Hauptfiguren genug "Personality" mitzugeben. Sie sind keine austauschbaren Randfiguren; ihre persönlichen Erlebnisse im Privatleben fließen in die Story mit ein und machen M.C. und Kitt zu Akteuren, mit denen man sich als Leser identifizieren kann.
So kann man M.C.‘s Verzweiflung und Trauer mitfühlen; genauso wie auch Kitts Überlegungen, den Dienst zu quittieren, weil sie trotz der Faszination für ihre Arbeit mittlerweile abgestumpft und ausgebrannt ist und manchmal eigentlich nur noch für ihren Mann da sein möchte, verstehen kann.

Wie immer gelingt es der Autorin sehr gut, den Arbeitsalltag der Polizistinnen realistisch darzustellen und der Fall sowie die Recherche gestalten sich sehr spannend und kurzweilig.
Allerdings sagte mir der Ausflug in das "Hackermilieu" nicht ganz so zu, wenn einem dieses Thema nicht so liegt, wird man vielleicht einige Szenen, Erläuterungen etwas langatmig finden. Belohnt wird man jedoch wieder bei der Auflösung des Täters und dem packenden "Showdown" am Ende des Romans.

Wie immer bei Erica Spindler verbergen sich hinter ihren Tätern meistens Romanfiguren, hinter denen man eine kriminelle Energie niemals vermutet.

Kurz gefasst: Ein würdiger, packender Nachfolger von „Der Engelmörder“.