Rezensionen

Nicoles Bewertung 03 Sterne.png

Hurrikan Katrina brachte die Stadt New Orleans einst an den Rand des Untergangs und Police Chief Patti O´Shay verlor kurz nach der Katastrophe ihren Mann Sammy, ebenfalls bei der Polizei, der nach einem Einsatz erschossen aufgefunden wurde.

Kurze Zeit später werden bei Aufräumarbeiten alte Kühlschränke mit verderblichen Inhalt aus hygienischen Gründen ausgeräumt und entsorgt. In einem jedoch findet die Polizei einen brisanten, erschreckenden Inhalt- sechs sauber abgetrennte Frauenhände liegen darin. Trophäen eines Serienmörders, der es scheinbar nur auf Frauen abgesehen hat.

Obwohl sofort in alle Richtungen ermittelt wird, gelingt es nicht eines der Opfer zu finden, die "Handyman" auf dem Gewissen hat.

Zwei Jahre später:

Spencer Malone, Patti O'Shays Neffe, ebenfalls bei der Polizei, wird zu einem Einsatz gerufen. Man hat eine verweste Leiche der eine Hand fehlt, gefunden. In unmittelbarer Nähe liegt die Dienstmarke von Sammy O‘Shay.
Das ruft seine Witwe Patti auf den Plan und sie beginnt von nun an damit, fieberhaft Ermittlungen anzustellen, weil sie jetzt weiß, dass ihr Mann ebenfalls ein Opfer des "Handymans" geworden ist.

Ein Verdächtiger, der zudem auch noch im Besitz von Sammy bis dato verschwundener Dienstwaffe ist, wird schnell gefunden. Doch ist er wirklich der Mörder? Patti hegt einige Zweifel an seiner Schuld, besonders, als sie die Bekanntschaft einer Strippern macht, die in einem von der Polizei observierten Nachtclub arbeitet. Die Stripperin "Yvette" behauptet nämlich, sie würde von einem "Stalker" verfolgt, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. Ist es "Handyman"?

Erica Spindler ist bekannt für ihre ausgeklügelten Kriminalplots und für die subtile Spannung, die sie in ihren Romanen erzeugt. Trotz des auch hier sehr guten, eingängigen Schreibstils fehlen diese Zutaten leider über weite Strecken und machen das Buch zu einem eher mittelmäßigen Lesevergnügen.

Ein großes Manko sehe ich zudem darin, dass Erica Spindler zu viele Nebenfiguren auftreten lässt, die Leser, die bisher keinen Teil der "Malone- Familien- Reihe, gelesen haben, verwirren dürften.
Bis man als "Nichtkenner" der Malones den Durchblick bekommt und ihre Verbindungen zueinander begreift, dauert es einige Zeit. Doch ab diesem Zeitpunkt wird schon die nächste, eigentliche Hauptfigur eingeführt- die Strippern Yvette. Und die Autorin begeht mit der Entscheidung, Yvette den größten Anteil an der Story zu geben, einen weiteren Fehler. Yvette ist kein Sympathieträger und so ist einem als Leser ihr weiteres Schicksal eigentlich ziemlich egal.

Positiv fand ich jedoch die Idee, die Story nach "Hurrikan Katrina" spielen zu lassen und die Einblicke des Polizeidienstalltages sind zudem ebenfalls sehr interessant geschildert.

Was mich am meisten an dem Roman überrascht hat, war die Auflösung bzw., wer der Täter letztendlich war und dies ist auch der Punkt, an dem Erica Spindler wieder zu gewohnter Höchstform aufläuft. Der Showdown am Ende des Buches ist nämlich mörderisch spannend!

Für Romantikfans wurde ein kleiner Nebenstrang eingebaut, der erzählt, wie es mit der Liebesbeziehung zwischen Stacy Killian & Spencer Malone weitergeht.

Ansonsten möchte ich noch kurz erwähnen, wie schlecht das Buch lektoriert wurde. Natürlich ist es nicht einfach jeden Übersetzungsfehler o.ä. zu finden, doch bei diesem Buch war es wirklich fatal! Es wurden einfach Wörter vergessen, „Das“ und „Die“ verwechselt, Wörter benutzt die viel zu einfach und umgangssprachlich wirken, zudem sind sogar Tempusfehler vorhanden. Sehr ärgerlich, gerade weil das Buch als etwas teurere Weltbild Premiere in gebundener Ausgabe erschienen ist. Man sollte vielleicht daher eher auf die TB Ausgabe bei MIRA warten.

Kurz gefasst: Für Fans der „Malone“ Reihe, für alle anderen kein Muss!