Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Nachdem Lacey, zusammen mit ihrer Tochter Ashley, einen tropischen Sturm überlebt hat, der ihr Haus und alles was sie besaß zerstört hat, plant sie einen Neuanfang, dessen wichtigster Bestandteil ist, das lang ersehnte „Bed & Breakfeast“ aufzubauen.

Doch die Probleme fangen schon damit an, dass lediglich der Sohn, des gewünschten Architekten, vor ihr steht - der viel zu sexy und zu verführerisch ist, als gut für Laceys Herz - und hören damit auf, dass ein Streit in der Gemeinde über Bauvorschriften losbricht und die Grundstücke, die Lacey zur Erweiterung ihres eigenen zu kaufen plante, bereits an einen Unbekannten vergeben sind.

Und dann taucht auch noch Laceys Ex-Freund und Vater ihrer Tochter auf, mit dem Wunsch die "Familie" endlich zu vereinen.

"Barfuß ins Glück", ist der Auftakt von Roxanne St.Claires zeitgenössischer "Barefoot Bay"-Serie.
Dass die Autorin nicht nur Romantic Suspense schreiben kann, hat sie mir bereits in einer ganzen Reihe Category-Romanen im Baccara-Format bewiesen und tatsächlich fand ich "Barfuß ins Glück" nicht uninteressant.

Doch nach meiner Meinung, macht die Autorin zu wenig aus dem vorhanden Potential der Geschichte, sodass diese stellenweise lediglich zäh und langweilig zu lesen war.
Wobei dieser Eindruck auch dadurch entstanden sein mag, dass ich doch so einige Probleme mit dem Hauptprotagonisten Lacey und Clay hatte.

Lacey, ging mir mit ihrer Unentschlossenheit und ihren ständigen Zweifeln, an allem und jedem, einschließlich an sich selbst, mächtig auf den Nerv. Auch fiel es mir schwer, trotz der ausführlichen Seelenbeschau, den Erklärungsbemühungen der Autorin und den langen Dialogen mit dem Helden und ihren Freundinnen, Verständnis für die Figur aufzubringen.

Immerhin wurde geredet, sodass keine Missverständnisse die Geschichte in die Länge ziehen, bzw. stets relativ schnell wieder ausgeräumt werden konnten. Doch half es nur wenig, vor alle da Laceys Handlungen teilweise so gegen mein Verständnis eines gesunden Menschenverstandes gingen, dass es mich regelrecht ärgerte.

Mit der Figur des Clay erging es mir leider auch nicht besser. Ich fand ihn befremdlich widersprüchlich, als hätte die Autorin hier einfach wahllos alle ihrer Lieblingsattribute eines Liebesroman-Helden, in eine Figur gepresst. Doch was eigentlich für Faszination sorgen soll, hat, zumindest für mich, bei Clay einfach nicht funktioniert. Ich konnte seine Charakterzüge, sein Handeln und sein Aussehen, einfach zu keiner nachvollziehbaren und harmonischen Romanfigur zusammensetzen.

Ausgerecht der Charakter, der in der Geschichte eigentlich den "Bösen", den Störfaktor im Paradies, darstellt, der Ex-Freund von Lacey und Vater ihrer Tochter, fand ich wirklich gelungen. Er ist in seiner Abgedrehtheit mit Abstand die interessanteste Figur des Buches, vielleicht einmal von den "bösen" und gegen Lacey intrigierenden Gemeindemitgliedern abgesehen.

Kurz gefasst: Eine unsichere Heldin, ein Held, der einfach nicht in seine Rolle zu passen scheint und reichlich Steine auf Amors Pfaden. Ein nicht ganz so befriedigendes Leseerlebnis, vor paradiesischer Kulisse.

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Die alleinerziehende Lacey Armstrong und ihre Tochter Ashley überleben nur knapp einen Hurrikan in ihrem, eigentlich ansonsten idyllisch am Meer gelegenen Heimatort Barefoot Bay. Doch das sich, seit langem in Familienbesitz befindliche Haus, ist nicht mehr zu retten. So ist Lacey gezwungen, das Geld der Versicherung zum Aufbau eines neuen Hauses zu nutzen. Doch die Idee, die schon lange in ihr schlummert, statt eines normalen Hauses ein Ferienhaus zu bauen, lässt sie nicht zur Ruhe kommen und so wendet sie sich an das renommierte Architektenbüro Walker. Statt es jedoch mit Walker senior zu tun zu bekommen, steht eines Tages ein braungebrannter, blonder, höllisch attraktiver Surferboy vor ihr, der behauptet, sie habe ihm gemailt. Er entpuppt sich zu ihrem Entsetzen als Clay Walker junior, der jedoch eine wunderbare Zeichnung im Gepäck hat, die Lacey am Ende überzeugt, ihm den Auftrag zu erteilen.

Doch bis es zur Bebauung kommen kann, werden Clay und Lacey allerhand Steine in den Weg gelegt, denn so mancher Bewohner von Barefoot Bay fürchtet durch Laceys geplantes Ferienhaus Konkurrenz und auch Clays Vergangenheit sorgt für einigen Aufruhr. Vor allem, als die Anziehungskraft zwischen Lacey und Clay immer stärker wird. Sehr zum Leidwesen von Laceys Tochter und Laceys Ex-Freund und Vater von Ashley, der nach Jahren zurückgekommen ist um Lacey erneut zu erobern…
Wie wird sich Lacey entscheiden und wird das geplante Bauprojekt in die Realität umgesetzt werden können?

Bislang war mir Roxanne St.Claire eher als Autorin von romantischen Thrillern ein Begriff, doch auch ihr erster ins Deutsche übersetzter Contemporary, vermochte es, mich gut zu unterhalten.
Die Hauptfiguren wurden sehr glaubhaft dargestellt, man nimmt es sowohl der Heldin dieses Romans ab, dass durch sie ein Ruck geht, nachdem sie den Hurrikan überstanden hat und sie ihr Leben nicht mehr länger durch andere bestimmen lassen will, als auch die Verletzlichkeit des Helden dieses Romans, Clay, der nachdem seine Ex-Freundin sich mit Clays Vater einließ, keine ernsthafte Liebesbeziehung mehr eingehen möchte, aus Angst vor Zurückweisung bzw. Enttäuschung.
Auch die Dialoge des Heldenpaars wirken sehr lebendig und machen im Großen und Ganzen die besondere Würze der Geschichte aus. Die Probleme einer alleinerziehenden Mutter mit ihrer pubertierenden Tochter, werden genauso angesprochen, wie auch die typischen Vorurteile der kleinstädtischen Gemeinde, ob Frauen sich mit jüngeren Männern einlassen sollten (wobei der Altersunterschied zwischen Lacey und Clay hier gerade mal 7 Jahre beträgt).

Obwohl ich die Liebesgeschichte zwischen Clay und Lacey sehr süß und romantisch fand, konnte ich doch nicht so ganz darüber hinwegsehen beim Lesen, dass Clay so viele Geheimnisse vor Lacey verbirgt. Verständnis für seine Situation bringt man selbstverständlich auf, doch zumindest gegen Ende des Romans, als ihn ein familiärer Schicksalsschlag trifft, hätte er sich der Heldin zuvor unbedingt anvertrauen müssen, zudem fand ich, dass man die Story auch gut etwas gestraffter hätte erzählen können, denn hier und da kam der Erzählfluss schon etwas ins Stocken, meiner Meinung nach.
Die Liebesgeschichte der beiden wird wie üblich, also, wie man es von Roxanne St.Claire gewohnt ist, mit sehr sexy geschriebenen Liebesszenen untermalt. Allerdings ließen mich manche hölzern wirkende, oder unpassende Beschreibungen diesbezüglich ein wenig stutzen. Da ich das englische Original dazu nicht gelesen habe, kann ich jedoch nicht sagen, ob es eventuell an der Übersetzung liegen könnte.

Ebenfalls eingeführt werden in „Barfuß in Glück“ bereits die Heldinnen der nächsten Bände; Laceys Freundinnen aus Studentenzeiten, Zoe, Jocelyn und Tessa, die sich in dieser Geschichte bereits lautstark zu Wort melden und mit ihrer freizügigen Offenheit in Liebesdingen (zumindest in zahlreichen Gesprächen) ein wenig an Carrie Bradshaws Freundinnen aus „Sex and the City“ erinnern und durchaus neugierig auf deren eigene Geschichten machen.
Neugierige Leser finden am Ende des Romans auch bereits eine kleine Leseprobe zum kommenden 2. Teil über Jocelyn mit dem Titel „Barfuß durch den Regen“, der im Februar 2015 erscheinen wird.

Kurz gefasst: Roxanne St.Claire kommt auch ohne Thrill aus. Romantischer 1. Teil der „Barfoot“ Reihe der unterhält!