Rezensionen

Wildfees Bewertung 03 05 Sterne.png

Es ärgert mich einfach, wenn ich ein Buch lese und beim Lesen feststelle, das mir eine ganze Menge an Hintergrundinfos fehlen; die augenscheinlich in einem Vorgängerband enthalten sind. Wenn ich es selbst verbockt habe, bemühe ich mich, den vorherigen Roman aus dem Regal zu ziehen oder mir zu besorgen. Es ist aber umso ärgerlicher, wenn der Vorgängerroman noch nicht übersetzt ist! Eben, so wie hier geschehen. Mit "Eine magische Nacht" hält man den 2. Teil einer bisher 4 bändigen Reihe in den Händen.

So wird man bei dieser Story also quasi in das kalte Wasser geworfen und muss sich erst einmal orientieren. An und für sich ist das ja nicht negativ, aber es braucht schon eine Weile, bis man in den Roman hineingefunden hat. Positiv am Roman ist sicherlich der flüssige Stil und das Cover ist auch nicht unhübsch.

Wenig originell finde ich jedoch die Storyline an sich. Nach dem Klappentext und dem Kommentar von "Romantic Times" ("Ein wundervoller magischer Liebesroman mit einem umwerfenden Helden und einer klugen Heldin) hatte ich eben auf diesen tollen Held und die kluge Heldin gewartet und eine Story erwartet, die mich in den Bann zieht.

Aber bei genauerem Hinsehen ist der Roman eben nicht mehr als ein weiterer Aufguss des "Elfen versus Mensch" - Themas und die Beimischung der Figur der Pukas fand ich auch nicht grade prickelnd. Dazu kommt dann noch die relativ fade Charakterisierung des Helden, der über weite Strecken einfach unsympathisch ist und die eher blasse Heldin, die zwar sympathisch ist, aber dennoch nicht mitreißt.

Die Nebencharaktere überzeugten mich auch nicht, allenfalls Riordan/Teague (Kanes Bruder) scheint ganz interessant zu sein, aber dessen Story wird ja in Band 1 erzählt...
Zudem störten mich beim Lesen schon ein paar Dinge, die ich eher als unlogisch empfand und die den Lesegenuß einfach störten.

Positiv aufgefallen ist mir allerdings der eher hohe Humorfaktor, der sich in solchen Skurrilitäten wie Druiden mit Turnschuhen und Ähnlichem äußert.

Kurz gefasst: Für mich kommt der Roman einfach nicht über "ganz nett" heraus, aber Leserinnen von Chick-Lit lastiger Romantasy könnten durchaus Gefallen am Roman finden.

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Janelle scheint das Glück verlassen zu haben, denn nach haarsträubenden Abenteuern, die bereits im ersten, bislang nicht übersetzten Teil der Serie geschehen sind, beschließt der Druidenrat, Oberons Sohn, Kane in ihre Obhut zu geben. Ausgerechnet Kane, mit dem sie vor Jahren eine leidenschaftliche Nacht verbrachte, der sich danach heimlich aus dem Staub machte und sie unglücklich zurück ließ!

Zu allem Überfluss ist Kane kein menschliches Wesen, auch wenn seine äußere Hülle äußerst attraktiv und sehr menschlich wirkt. Er ist ein Puka, was bedeutet, dass er neben diversen magischen Fähigkeiten, die er besitzt, auch noch ein Gestaltwandler ist.
Nachdem er durch seinen persönlichen Rachefeldzug gegen seinen Bruder Riordan, dessen magische Hälfte er 2000 Jahre lang in einem Stein verbannte, im Kreis der Elfen und Druiden in Ungnade gefallen ist, soll Janelle es nun richten ihm Benehmen beizubringen und ihm dadurch zu helfen ein besserer Puka zu werden.
Eine schwere Aufgabe die Janelle eigentlich überhaupt nicht übernehmen möchte, doch dann lockt sie der Oberdruide mit einer magischen Fähigkeit, die sie nicht abschlagen kann. Er will es Janelle ermöglichen, dass sie nur durch reines Berühren der Menschen, Krankheiten erkennen und heilen kann.

Als Ärztin aus Leidenschaft kann sie da nicht nein sagen und hat nun den ihr verhassten Puka, der sie sexuell leider immer noch anspricht, am Hals. Zu ihrer Überraschung gibt sich Kane jedoch große Mühe damit, alles Unrecht, was er anderen angetan hat, wieder gutzumachen. Leider muss auch das gelernt sein. ;-)
Und dann, als das Chaos nicht größer sein könnte, macht ein Gestaltwandler die Stadt unsicher. Eigentlich gibt es nur einen einzigen Puka, nämlich Kane, doch der behauptet, nichts damit zu tun zu haben. Soll Janelle ihm Glauben schenken?

Eine magische Nacht, ist eigentlich bereits der zweite Teil der Pandora's Box Reihe, der Autorin. Daher wird der Leser zu Beginn des Buches mit allerhand Wissen überschüttet- sowohl was die Welt der Elfen und Druiden um den Puka Kane angeht, als auch Informationen über die Vorgeschichte. Es fiel mir zunächst ein wenig schwer, mich in der Geschichte zurechtzufinden, da man sogleich mitten ins Geschehen geworfen wird und man sich die Zusammenhänge (da mir das Vorwissen fehlte) eher zusammenreimen muss. Im Laufe des Romans erfährt der Leser dann mehr über die Vorgeschichte und warum Kane so rachsüchtig handelte.

Bis es soweit ist, bleibt sein Charakter meiner Meinung nach ein wenig blass, da eigentlich mehr auf die weibliche Romanheldin eingegangen wird.
Kanes feiner Humor blitzt aber auch schon eher durch und sorgt für amüsante Momente, gerade die Streitgespräche zwischen ihm und Janelle sind ein absoluter Pluspunkt!

Man sollte jedoch ein Faible für phantasievolle, leicht überdrehte Geschichten haben, wenn man zu diesem Roman greift. Der Schreibstil der Autorin ist locker, leicht und eingängig und macht es sehr leicht, sich unterhalten zu fühlen.

Für mich jedoch, trotz einem zusätzlichen "Gute Laune" Bonus nur bedingt empfehlenswert, wenn man eine romantische Para- Liebesgeschichte mit etwas mehr Tiefgang erwartet. Das Buch bietet eher phantasievolles, beschwingtes Popcorn-Kino in Romanform.