Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Kendrick of Clairmont ist wild entschlossen zu verhindern, dass noch mehr Teile des legendären Drachenkelches in die falschen Hände geraten. Doch das Böse ist ihm einen Schritt voraus und hat sich das Siegel, das er für die Suche nach weiteren Teilen des Kelches benötigt, mit brutalen Mitteln zu eigen gemacht.

Seine Hoffnung ist nun Haven, die er schwer verwundet in den Trümmern der Burg gefunden hat, wo einst das Siegel versteckt war. Haven behauptet zwar ihr Gedächtnis verloren zu haben, doch Kendrick traut ihr nicht - dazu steht zu viel auf dem Spiel.

Und doch verliebt er sich in die junge geheimnisvolle Frau - bis .... die Wahrheit über Haven ans Licht kommt.

Hach, was war das wieder schön!
"Das magische Siegel" ist nun der 2. Teil um Tina St.Johns "Drachenkelch"-Reihe und wusste mich als Hörbuch erneut zu überzeugen.

Nicht nur, dass die Autorin mit der Serie eine tolle Hintergrund-Geschichte vorlegt, die sich Teil für Teil langsam weiter entwickelt und dabei die Grundspannung stets zu halten weiß, auch die Figuren der einzelnen Geschichten sind vielfältig, interessant und verfügen über Charakter. Und - und ich finde, dass das viel an der Faszination ausmacht - der 2. Teil hebt sich vollkommen vom 1. Teil ab.

Zwar ist die Stimmung in "Das magische Siegel" ähnlich wie im Vorgängerteil, mystisch, geheimnisvoll und von prickelnder Erotik erfüllt, doch wesentlich ruhiger erzählt - ganz dem Wesen der Hauptprotagonisten entsprechend. Schließlich ist Kendrick in erster Linie eine Gelehrter. - ganz anders als Braedon aus dem 1. Teil und auch anders als Rand, dessen Geschichte im 3. Teil erzählt wird.

Die Gefühlsentwicklung der Hauptprotagonisten steht im Vordergrund. Und keine Frage, dabei entstehen hier und da kleine Längen. Besonders die inneren Monologe, die sich scheinbar ewig allein um die Befindlichkeit ihrer Figuren drehen, können den Hörer durchaus ermüden.

Da hilft dann auch nicht mehr, dass auch diese stimmungsvoll und passend zu Geschichte erzählt werden. Zum Glück gibt es aber auch noch die ein oder andere Wendung, die immer wieder Schwung in die Geschichte bringt und immer gerade dann, wenn es mir langweilig zu werden drohte dafür sorgte, dass ich wieder zum spannungsgeladenen Zuhörer wurde, der so begeistert von dem Hörbuch war und nicht aufhören konnte zu lauschen.

Und da ist natürlich auch noch der Bonus in Person, bzw. in Stimme, des Wahnsinns-Sprechers: Uve Teschner. Der perfekte Sprecher für Tina St.Johns Geschichten. Da bleibt mir nichts weiter zu sagen als: Super, klasse, grandios!

Kurz gefasst: Ein ruhigerer 2. Teil der Drachenkelch-Reihe, in dem die Hauptprotagonisten und die Entwicklung ihrer Beziehung im Vordergrund stehen; was durchaus für kleine Längen sorgt. Doch insgesamt gesehen absolut stimmig wirkt. Grandios vorgetragen von Uve Teschner als Sprecher des Hörbuches.

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Nachdem Ariana und ihr Mann Braedon le Chasseur im ersten Teil dieser Reihe die Gefahren in Gestalt des düsteren Silas de Mortain abwenden, Arianas Bruder Kenrick retten und das erste Teilstück des Drachenkelches, welcher dem Besitzer ewiges Leben und uneingeschränkte Macht verspricht, vor dem finsteren de Mortaine in Sicherheit bringen konnten, ist es nun an Kenrick, die Suche nach den noch fehlenden Teilstücken des Kelches fortzusetzen.

Als Kenrick eines Tages ein wichtiges Siegel, das er bei seinem Freund und ehemaligen Waffengefährten Randwulf of Greycliff versteckt hält, zurückholen will, muss er zu seinem Entsetzen feststellen, dass die Schergen von Silas de Mortain schon dort waren und die Burg des Freundes in Brand gesteckt haben. Auf dem Friedhof findet Kenrick drei frisch ausgehobene Gräber, die von seinem Freund, seiner Frau und seines Sohnes. Kenrick ist verzweifelt, gibt er sich doch die Schuld für den Tod von Randwulf und seiner Familie.

Während er um seine Freunde trauert, bemerkt er eine Gestalt, die sich jedoch, als sie sich ertappt fühlt, schleunigst entfernt.
Kenrick, nun argwöhnisch geworden, nimmt die Verfolgung auf und findet schließlich eine schwer verletzte, ohnmächtige Frau, die im Sterben liegt.Er nimmt sich ihrer an und bringt sie auf seine Burg, wo sich seine Schwester Ariana ihrer annimmt.

Die Frau überlebt, doch als sie wieder zu Bewusstsein kommt und Kenrick sie befragt, kann sie sich an nichts mehr erinnern. Das Einzige was jedoch sicher scheint, ist, dass Haven, so heißt die Frau, ebenfalls bei dem Brand der Burg von Randwulf zugegen war.

Obwohl Kenrick Haven zunächst mehr als misstrauisch gegenüber steht, kann er es jedoch nicht verhindern, dass sie ihn immer mehr fasziniert und auch Haven scheint für ihn in Leidenschaft entbrannt zu sein. Es kommt, wie es kommen muss- sie geben sich einander hin und Kenrick bittet Haven danach, seine Frau zu werden. Haven willigt ein, nicht ahnend, worauf sie sich einlässt, denn kurz nach Kenricks Antrag kommen ihre folgenschweren Erinnerungen zurück, die sie Kenricks Liebe und sein Vertrauen kosten können...

Nach einiger Wartezeit ist er nun endlich da- der zweite Teil der Drachenkelchreihe, auf den ich schon sehnsüchtig gewartet habe. Und meine Vorfreude wurde auch in keiner Weise getrübt, denn "Das Geheimnis des heiligen Kelches" ist meiner Meinung nach noch einen Tick besser, als der Vorgängerband. Mit Kenrick und Haven hat die Autorin Tina St. John (alias Lara Adrian) zwei sensible Hauptprotagonisten geschaffen, die ich auf Anhieb mochte und deren innere Gefühlswelt ich sehr gut nachvollziehen konnte.

Beim ersten Teil der Reihe hatte ich ja arge Probleme mit der Heldin Ariana und ihrer Naivität, doch hier waren sich die Hauptprotagonisten in jeder Weise ebenbürtig. Beide sind im Grunde einsame, vorsichtige Personen, die nur sehr zögerlich zu anderen Menschen Vertrauen aufbauen können.

Auch dieser Roman ist zwar mit paranormalen Elementen gespickt, doch nicht so zahlreich, wie im Vorgängerband; auch ist er nicht ganz so düster geraten, wie der erste Teil und auf jeden Fall auch ein Lesetipp für diejenigen, die um paranormale Romane eigentlich eher einen großen Bogen machen. Vergleichbar ist die Drachenkelchreihe atmosphärisch ungefähr mit der wunderschönen Medievalserie von Elizabeth Lowell (Fesseln aus Seide; Lockende Nachtigall; Verzauberte Küsse).
Obwohl in diesem Roman die Annäherung zwischen den Hauptprotagonisten etwas mehr Raum einnimmt, ist die Handlung sehr spannend gestrickt und wird zum Ende hin immer aufregender, so dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte oder wollte. ;-)
Gut fand ich auch, dass dieser Roman nahtlos an den ersten Teil anschließt und das Heldenpaar und andere Nebenprotagonisten aus dem ersten Teil wieder genug Raum zur Entfaltung bekommen haben.

Kurz gefasst: Ein toller, verzaubernder historischer Liebesroman mit zwei interessanten Protagonisten. Empfehlenswert!