Rezensionen

Kathis Bewertung 05 Sterne.png

Jonathan Stroud setzte mit seiner Bartimäus-Reihe einen Meilenstein der Fantasy-Literatur. Die Trilogie spielt in einem London, das gesellschaftlich ganz anders strukturiert ist, als das London, das wir kennen. Zauberer sind an der Macht, die sich dieses Privileg mithilfe magischer Wesen verschafften (ohne die sie so unbedeutend wären, wie die „Gewöhnlichen“ – ihre „Untertanen“). Allerdings ist diese Trilogie alles andere als gewöhnlich! Schon der Erzählstil ist etwas ganz Besonderes und sorgt dafür, dass sich der Leser schon bald wie ein großspuriges magisches Wesen mit Namen Bartimäus fühlt.

Bartimäus ist aber nicht irgendein magisches Wesen, sondern ein Dschinn! Nebenbei erwähnt, ist er ein sehr von sich überzeugter Dschinn. Dieser Wesenszug ist im Übrigen auch daran schuld, dass er von einem 12-Jährigen Zauber-Lehrling beschworen wird – Denn dieser ist mindestens ebenso von sich eingenommen wie Bartimäus.

Spritzig, sarkastisch und niemals langweilig erzählt Stroud in der Ich-Form die Geschehnisse aus Sicht des Dschinns, betrachtet aber auch die Lage seines Meisters aus der Er-Perspektive. So webt er eine sehr enge, vielschichtige Geschichte, die noch durch Fußnoten ergänzt und interessanter gemacht wird. Diese in Fußnoten-Form wiedergegebenen Einwürfe Bartimäus’ sind häufig Auslöser einer Lachsalve oder zumindest eines Schmunzelns.

Besonders die bissig-sarkastischen Kommentare, die sich der vorlaute Dschinn nicht verkneifen kann, machen dieses Buch für mich zu etwas Besonderem! Wer auch nur ein wenig für diese Form des Humors übrig hat, sollte auf das Lesen der Bartimäus-Reihe nicht verzichten.

Kurz gefasst: Der Verlag beschreibt die Romanreihe folgendermaßen: „Bartimäus – spitzzüngig, liebenswert und hinreißend komisch!“ – Ich kann mich dem nur anschließen!

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von www.cultural-noise.de.

Ankes Hörbuch Bewertung 05 Sterne.png

 "Das Armulett von Samarkant" ist der 1. Teil der Bartimäus-Trilogie um den Dschinn Bartimäus und seinen Meister John Mandrake.

Die Erzählperspektive des Buches wechselt stets zwischen Bartimäus, der in der Ich-Perspektive erzählt und John Mandrake, aka Nathaniel, den der Hörer in der dritten Person durch die Geschichte begleitet.

Bartimäus ist eine wundervolle Figur. Herrlich selbstverliebt, selbst dann noch, wenn die Probleme, in die er sich hineinmanövriert hat, absolut nicht mehr kleinzureden sind und trotzdem unleugbar charmant und sympathisch. Trotz seiner Selbstbeweihräucherung und seiner überheblichen Art schließt man ihn schnell ins Leser-Herz.

Ähnlich von sich überzeugt ist auch sein Meister, der 12 jährige Nathaniel, in der Zaubererwelt John Mandrake genannt. Sein Charakter ist jedoch längst nicht so gefällig, wie der von Bartimäus. Doch schließlich ist er auch erst 12 Jahre alt und wächst in einer Gesellschaft auf, in der Zauberer das Sagen haben und Nathaniel, der ein kluger Kopf ist und eine schnelle Auffassungsgabe hat, ist definitiv ein sehr begabter Zauberer. So wirkt er trotzdem oder gerade deswegen, höchst authentisch.

Die Geschichte legt ein flottes Tempo vor und weiß mit immer neuen Abenteuern und viel Action zu überraschen. Neben viel Zauberei und Dämonenbeschwörungen, mit denen sich Nathaniel beschäftigt, plaudert immer wieder Bartimäus aus dem Nähkästchen und unterhält mit seinen Anekdoten und Begegnungen, Kollegen aus längst vergangen Zeiten.

Im Fokus steht das Abenteuer, das sich um das Armulett von Samarkant entspinnt, eine Skizzierung der Gesellschaft, in die Nathaniel geboren wurde, wird dabei eher nebensächlich vorgenommen. Trotzdem bekommt man einen recht guten Eindruck von der Weltordnung der Zauberer und ihrer Gegner.

Sprecher diesen Hörbuches ist Martin Semmelrogge und ich finde ihn einfach klasse. Seine knarzige und so durch und durch schelmische Stimme passt absolut perfekt zu dem egomanischen Dschinn Bartimäus; so sind natürlich die Parts in denen Bartimäus in der Ich-Form erzählt die besten. Aber natürlich kann sich der Sprecher auch als Erzähler in der dritten Person sehenlassen.

Martin Semmelrogge hat großen Anteil an meiner Begeisterung für die Geschichte. Ich möchte sogar so weit gehen zu behaupten, dass wenn er sie nicht gesprochen hätte, das Hörbuch vielleicht nicht unbedingt Keeperstatus bei mir erreicht hätte.

Kurz gefasst: Temporeich erzählt und grandios gelesen! Egal ob jung oder alt, Bartimäus ist Kult und wer das Hörbuch (oder Buch) noch nicht kennt, sollte das unbedingt nachholen. Absolute Hörempfehlung