Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Als der Vater und der Bruder, der Lady Jocelyn sich zu einer Ratsversammlung aufmachen, bekommt sie von ihrem Vater die Order, die Burg und den Besitz zu verteidigen. Das gelobt Jocelyn ihrem Vater gerne, die zwar von ihrem Vater im Gegensatz zu ihrer schönen Schwester Adelise und ihrem gutaussehenden Bruder Brian nur als praktisch veranlagte Verwandte geduldet wird. Denn Jocelyn sieht optisch ganz anders aus, als ihre Geschwister und ihre Mutter hat der Vater bis zu ihrem Tod nur noch gehasst.

Robert De Langley gelingt es aber kurz nach der Abwesenheit der restlichen Familie Jocelyns, durch eine List in die Burg zu dringen. Er will sie zurückerobern, denn die Burg war vor Jahren in dem Besitz seiner Familie. Nachdem er sein Ziel erreicht hat, trifft er auf Lady Jocelyn und ihre SchwesterAdelise. Obwohl sie beide die Töchter des Feindes sind, ist Robert doch von Jocelyns unerschrockener Art beeindruckt. Auch ihr beherztes Einsetzen für das Gesinde, das auf der Burg lebt, lässt ihn nicht unberührt. Aber er ist auch sehr verbittert, denn auf seinem Kreuzzug hat er sehr viel Schlimmes erlebt. Der traurige Höhepunkt jedoch wurde erreicht, als sein kleiner Sohn in seinen Armen an Auszehrung starb.

Nach ein paar Tagen der Belagerung sucht Robert immer häufiger das Gespräch mit der klugen Jocelyn und auch er lässt sie nicht kalt. Doch dann kommt der Vater Jocelyns mit seinem Gefolge zurück und es kommt zum erbitterten Kampf der beiden Erzfeinde. Nach dem Kampf lässt Robert den beiden Frauen jeweils eine Haarsträhne abschneiden und dem Vater schicken. Der wiederum verlangt eine Aussprache und so stimmt Robert zu. Was den Ritter sehr verwundert, ist, das der Vater offensichtlich nur Interesse an einer Tochter hat; an Adelise. Das ist ziemlich unverständlich, denn Adelise mag zwar eine Schönheit sein doch trotzdem ist sie auch ziemlich verweichlicht und unselbstständig...

Die Lage spitzt sich zu als der König mit seinem Gefolge auf der Burg eintrifft und die Fehde zwischen den beiden Streitenden schlichten will. Der Bund soll mit einer Hochzeit zwischen Robert und Adelise besiegelt werden, doch die ist mehr als entsetzt von dieser Vorstellung, hält sie den Ritter doch für ein kaltes, erbarmungsloses Monster. Und auch Robert ist nicht gerade begeistert, den sein Herz schlägt doch schon längst für Jocelyn. Doch Beschluss ist Beschluss und wenn der König einen Befehl gibt, muss er auch eingehalten werden. Uns so stimmt Robert schweren Herzens der Heirat zu... Kann es jemals ein Happy-End zwischen Jocelyn und Robert geben?

Wer gerne historische Liebesromane mit einer klugen, unerschrockenen Heldin liest, der wird an diesem Buch seine helle Freude haben. Lady Jocelyn ist eine sehr starke Persönlichkeit, die trotz der lieblosen Behandlung ihres Vaters, nie den Mut aufgegeben hat. Auch der Held dieses Buches, Sir Robert ist ein wagemutiger, sehr sympathischer, männlicher Protagonist. Obwohl er durch die Kreuzzüge alles was ihm lieb und teuer war, verloren hat, gibt er doch nicht auf, den Familienbesitz zurückzuerobern. Das einzige was ihm aus der Vergangenheit geblieben ist. Auch die Dialoge zwischen Jocelyn und Sir Robert sind intelligent und man spürt zwischen den Zeilen die gegenseitige, wachsende Bewunderung für den jeweils anderen. Das ist sehr schön zu lesen. Elizabeth Stuart hat mit diesem Roman für mich einen der besten Ritteromane, die jemals erschienen sind, geschrieben. Dieser Roman wird immer ein Keeper bei mir im Regal bleiben und ich kann nur allen anderen Lesern empfehlen, dieses Buch auszuprobieren. Aber Vorsicht! Man sollte sich schon Zeit dafür nehmen, denn dieser Roman gehört zu der Sorte Buch, die man am liebsten in einem Zuge lesen möchte. ;-)

Kas Bewertung 03 Sterne.png

Wir befinden uns in Westengland, im Jahre des Herren 1152. Seelisch gezeichnet durch einschneidende Schicksalsschläge versucht Robert de Langley, der Löwe der Normandie und treuer Untertan von König Stephan, seine Burg Belavoir zurückzuerobern. Seine Konkurrenten sind nicht nur die jetzigen Herren der Burg - die Familie Montagne - sondern auch Henry von Anjou, der gewillt ist, neuer König von England zu werden.

Der Klappentext führt etwas in die Irre, denn Lady Jocelyn Montagne ist von Anfang an auf Roberts Seite. Sie sieht in ihm - im Gegensatz zum Rest Ihrer Familie - was er wirklich ist: ein rechtschaffener, ehrenhafter Mann. Es wird schon zu Beginn sehr deutlich, dass Jocelyn und Robert zusammen gehören. Deshalb versteht man die Welt nicht mehr, als de Langley mit Lady Jocelyns älterer Schwester Adelise verheiratet werden soll.

Doch dieses "von Anfang an zusammen gehören" hat auch seine Tücken. Es sorgt meines Erachtens für eher wenig erzählerische Höhepunkte. Der Roman schlängelt sich wie ein sanft fließender Bach dahin. Für mehr Strömung können auch kaum die teils interessant erzählten geschichtlichen Aspekte, die nicht immer nur Fiktion sind, sorgen.

Das Buch erreicht recht selten Tiefgang - auch wenn Elizabeth Stuart mit diesem Roman 1995 den Romantic Times Award gewann. Auf meiner Hitliste bekommt er 3 Punkte, weil er nichtsdestotrotz zu ruhigen und dahinplätschernden Lesestunden verhilft. Aber lest selbst und bildet euch ein eigenes Urteil.