Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Lady Edith und ihre Cousine erwarten voller Unbehagen den neuen Besitzer von Breckon Hall, nachdem dieser Ediths Mann und dessen Mannen, vernichtend geschlagen hat. Eigentlich glaubt Lady Edith, dass die Nordmannen lediglich kurz Halt machen werden, um den Besitz restlos zu plündern und die Frauen zu schänden, doch Brand Bjornson ist trotz seines Rufes als unbarmherziger Krieger, der ihm vorausgeeilt ist, alles andere als ein grausamer Barbar. Andererseits lässt er sich aber auch auf keinen Handel ein. Das bekommt Edith sogleich zu spüren, als sie ihm anbietet, Breckon Hall für ihn weiterhin zu leiten, so wie sie es praktisch von Kindesbeinen an gewohnt war.

Doch Brand weigert sich und schlägt auch ihren Antrag aus. Er will keine Ehefrau, lediglich eine Geliebte. Obwohl Edith entrüstet ist, weil er ihr solch einen ruchlosen Vorschlag überhaupt unterbreitet, stimmt sie zähneknirschend zu, da sie sich Sorgen um die Bewohner der Burg und ihre Untergebenen macht und zudem immer noch hofft, dass Brand im Laufe der Zeit begreift, wie nützlich sie ihm sein kann. Außerdem hat sie viele Wertgegenstände in der Burg versteckt und hofft nun, dass es ihr eines Tages gelingen wird, diese in Sicherheit zu bringen.

Ihr Handel mit Brand bezieht sich auf ein Jahr. Danach sichert er ihr freies Geleit zu und sie darf zudem ihre persönlichen Dinge und Wertgegenstände mitnehmen.
Während Edith und Brand sich besser kennen lernen und einige Dispute ausfechten, beginnen sie jedoch auch den jeweils anderen aus ganz anderen Augen zu betrachten. Beide haben viele Gemeinsamkeiten und besonders Ediths Einsatz für ihre Untergebenen und dass sie nie an sich selbst denkt, imponiert Brand. Zudem herrscht ein gewaltiges Knistern zwischen den beiden, das Edith zunächst versucht zu ignorieren. Zu groß ist ihre Angst davor, mit Brand zu schlafen, da ihr ermordeter Ehemann ein grausamer Geselle war, der sie sogar schlug.
Während im Hintergrund Aufrührer intrigieren und versuchen die neue Ordnung zu stören, bemüht sich Brand darum, Edith ihre Angst zu nehmen. Wird es ihm gelingen?

„In den Armen des Barbaren“ gehört zur derzeit 7 Teile umfassenden „Viking“ Reihe der Autorin, von der bislang nach meinem Wissensstand nur der dritte Teil ins Deutsche übersetzt wurde, was sich hoffentlich sehr bald ändern wird, wie ich hoffe, denn mir hat Michelle Styles Historical Romance sehr gut gefallen. Mehr noch, ich habe seit Michelle Willinghams Romanen selten solch eine gut geschriebene und vor allem glaubhaft wirkende Geschichte lesen dürfen.

Das fängt schon beim Helden an. Er ist alles andere als ein weichgespülter Held, sondern ein Mann seiner Zeit, der Edith von Beginn an schonungslos klar macht, was er von ihr will. Okay, das sorgt natürlich beim Lesen dazu, dass man ihn gerne mal ein wenig schütteln möchte, wenn er sein Machogehabe auspackt, doch trotzdem ist er ein gerechter Anführer und lernfähig. Edith dagegen fand ich zwar eine Spur zu selbstlos charakterisiert; beinahe einer Heiligen gleich, doch lässt sie gottlob auch mal ihr ungezügeltes Temperament durchblicken und ihren scharfen Verstand, der ihrer spitzen Zunge in Nichts nachsteht.

Man nimmt den Beiden ab, dass sie sich irgendwann ineinander verlieben und auch die Startschwierigkeiten, die vorprogrammiert sind, da beide aus unterschiedlichen Welten kommen. Die Liebesgeschichte ist einfühlsam von der Autorin geschrieben inszeniert worden und wird von einigen sehr prickelnden Liebesszenen untermalt. Aber auch die Nebenhandlung um „Eroberer und Rebellen“ fand ich spannend beschrieben und so vergebe ich trotz der Tatsache, dass hier und da ein paar modern anmutende Ausdrücke verwandt wurden die volle Punktzahl und eine unbedingte Leseempfehlung an Fans erotischer Wikingerromances.

Kurz gefasst: Packende Wikingerromance, die mich rundum zu begeistern wusste. Hoffentlich werden weitere Teile der Serie übersetzt!