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Tinas Bewertung

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Petra Schier, deren Erzählkunst sehr anschaulich und facettenreich das Leben zur damaligen Zeit darstellt, hat mit dem 3. Teil der Serie um die Reliquienhändlerin Marysa einen fesselnden und mitreißend historischen Roman geschrieben.

Der spannende Aufbau des Kriminalfalles, den Marysa in "Das silberne Zeichen" zu lösen hat, hat mich von Anfang an mitgerissen. Und obwohl ich viele Überlegungen, hinsichtlich einer möglichen Lösung des Falles geführt habe, war ich am Ende mehr als überrascht, wen die Autorin am Ende als wahren Übeltäter vorführt.

Mit Marysa hat Petra Schier eine Figur geschaffen, die man schnell ins Herz schließt und mit der man förmlich mitfiebern muss. Vielleicht haben mich wegen dieser besonderen Sympathie die Fragen, wer Marysa immer wieder Steine in den Weg legt, ob ihr Christoph wieder auftaucht und ob sich alles am Ende zum Guten wendet, ganz besonders beschäftigt.

Auch die Naschkatzen kommen in diesem Buch auf ihre Kosten. Petra Schier hat ein Rezept für „Fastenkrapfen“ eingefügt, das sehr zum Nachbacken und Naschen einlädt. Ebenfalls sehr aufschlussreich und interessant ist das kleine Glossar und die historische Nachbemerkung, die sich mit der Besonderheit des Kirchenasyls auseinandersetzt, am Ende des Buches.

Ein gelungener, sehr spannender historischer Krimi. Absolut empfehlenswert!


Nicoles Bewertung

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Eigentlich könnte sich die Reliquienhändlerin zufrieden und glücklich zurücklehnen, denn sowohl beruflich als auch privat könnte es gar nicht besser für sie laufen. Sie ist endlich mit Christoph Schreinemaker zusammen, der Marysa so bald wie möglich heiraten will und zudem trägt ihr der Domherr Rochus van Oenne auch noch einen lukrativen Auftrag an. Marysas Mitarbeiter in der Werkstatt sollen für wertvolle Silberarbeiten dekorative Holzfassungen herstellen, die, wenn im Herbst König Sigismund persönlich die Stadt Aachen besuchen wird, als hochwertige Reliquien an betuchte Bürger verkauft werden sollen.

Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst gerät Marysa erneut mit ihrem Vetter Hartwig aneinander, der annimmt, Christoph wäre eine Phantasiegestalt, die Marysa nur erfunden hat, um sich vor einer Ehe mit Gort oder Leynhard zu drücken.
Die Reliquienhändlerin reagiert verärgert, doch sie ist auch in Sorge, da Christoph, der vor einiger Zeit nach Frankfurt aufgebrochen war um wichtige Dokumente vor der gemeinsamen Eheschließung zu besorgen, immer noch nicht wieder nach Aachen zurückgekehrt ist. Zudem hat er ihr seitdem noch nicht einmal eine Nachricht zukommen lassen und die Zeit drängt, denn Marysa trägt bereits Christophs Kind in sich.

Und dann bekommt Marysa wenige Tage später Besuch von Rochus van Oenne. Die ersten fertig gestellten Reliquien wurden bereits ausgeliefert und dabei hat sich herausgestellt, dass die echten Silberarbeiten ausgetauscht wurden. Stattdessen befinden sich nun Messingimitationen in den Holzschnitzereien. Marysas guter Ruf als Reliquienhändlerin gerät in Gefahr, doch dann geschieht auch noch ein Mord…

Der bereits dritte Teil um die Reliquienhändlerin Marysa beginnt sogleich sehr spannend. Ihre Sorgen und Nöte sind nachvollziehbar für den Leser geschildert worden und man fiebert von Beginn an mit der Romanheldin mit. Allerdings lässt der Klappentext des Romans einen falschen Schluss zu. Man nimmt an, dass Christoph nicht mehr zurückkehrt- dem ist nicht so, allerdings gerät er ins Visier der Obrigkeit, ohne jetzt an dieser Stelle zuviel verraten zu wollen. Marysa muss nun wieder einmal Licht ins Dunkel bringen, um einen ihrer Lieben zu retten, ahnt jedoch nicht, dass sie sich dabei ebenfalls in Gefahr bringt.

Diesmal ist der Krimianteil, im Vergleich zum Vorgängerband "Der gläserne Schrein" etwas höher ausgefallen und auch sehr spannend inszeniert worden. Zwar ahnt man schnell, dass der Mörder kein ganz Unbekannter sein kann, doch seine Enttarnung hat mich am Ende dann doch sehr überrascht.

Besonders angetan war ich aber wieder einmal vom sehr ausdrucksstarken und zeitgemäßen Schreibstil der Autorin. Auch ihren Figuren haucht sie stets viel Leben ein.

Ich habe bereits in einer Rezension zu einem anderen Petra Schier Roman aus ihrer Adelina Reihe erwähnt, dass es einem literarischen Nachhausekommen nahe kommt, wenn man Bücher der Autorin liest, da einem die Haupt und Nebenfiguren sehr schnell vertraut sind und man fast eine persönliche Bindung zu ihnen aufbaut. Auch hier ist das nicht anders.

Die Autorin treibt zwar die Entwicklung ihrer Protagonisten voran, doch versäumt sie es dabei nicht, dem Krimiplot genügend Raum zur Entfaltung zu bieten.
Hatte ich beim zweiten Teil der Reihe noch kleine Kritikpunkte, sind diese beim aktuellen Teil der Reihe in Gänze ausgeräumt worden und ich kann diesen historischen Krimi allen Fans dieses Genres nur wärmstens empfehlen. Absolute Leseempfehlung!

Übrigens auch diesmal findet sich am Ende des Romans erneut ein leckeres Rezept zum Nachkochen- diesmal für Krapfen mit Apfelfüllung.


Das silberne Zeichen

Petra Schier

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Originaltitel: ----
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3499254864
Erscheinungsdatum: April 2011
Genre: Historischer Roman

Teil einer Serie: Aachern Trilogie

Klappentext

Falscher Glanz. Die Reliquienhändlerin Marysa steht kurz vor der ersehnten Hochzeit. Doch ihre Unruhe ist groß - der Zukünftige kehrt nicht von seiner Reise zurück. Wie lange kann sie geheim halten, dass sie sich in anderen Umständen befindet? Auch endet bald die von der Zunft auferlegte Frist für ihre Neuvermählung, um weiterhin als Meisterin arbeiten zu dürfen. Als wäre das nicht Unglück genug, ist plötzlich Marysas guter Ruf in Gefahr: Das Silber, das ihr zur Fertigung von Pilgerzeichen übergeben wurde, entpuppt sich als versilbertes Messing. Marysa steht plötzlich als Betrügerin da. Ein spannender Historischer Kriminalroman und ein farbiges Gemälde des mittelalterlichen Aachen.

Quelle: Rowohlt

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