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Nicoles Bewertung

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Sydony und ihr Bruder Kit haben Glück im Unglück. Gerade als die beiden Geschwister in finanziellen Schwierigkeiten sind und ihr Haus nicht mehr länger halten können, stirbt eine alte Erbtante und hinterlässt ihnen einen großen Besitz und ein altes Gemäuer auf dem Land. So packen sie ihre Habseligkeiten ein und begeben sich mit der Kutsche auf den Weg nach Oakfield. Ihre Ankunft steht unter keinem guten Stern- das Anwesen scheint schon länger verlassen zu sein und strahlt eine unheimliche Atmosphäre aus.

Zudem zieht ein Unwetter auf. Am nächsten Morgen, als die unternehmungslustige Sydony das geerbte Anwesen inspizieren möchte, flattert ihr etwas Undefinierbares entgegen, das sie Hals über Kopf fliehen lässt. Doch der Retter in der Not gegen den sie prallt, entpuppt sich als ihr ehemaliger Spielkamerad von einst- Viscount Bartholomew, genannt Barto, hat sich jedoch sehr zu seinem Nachteil verändert. Er gibt sich herablassend, einsilbig und sehr mürrisch.

Sydony, die sich insgeheim wundert, wieso Barto sich nach so vielen Jahren, die sie sich nicht mehr sahen, entschlossen hat, sie und ihren Bruder nun in Oakfield aufzusuchen, ist äußert misstrauisch.
Der gutmütige Kit dagegen lädt den frischgebackenen Viscount sofort ein, einige Tage zu bleiben. Währenddessen geschehen einige mysteriöse Dinge in ihrem neuen Heim. Sydony beobachtet nachts immer wieder seltsame Lichter die sich innerhalb des Heckenlabyrinths bewegen und auch die Schauergeschichten, die die Dörfler und Angestellten des Hauses ihr erzählen, lassen die Vermutung nahe, dass etwas höchst Sonderbares in Oakfield geschieht, das definitiv etwas mit dem Labyrinth zu tun haben muss.

Währenddessen versucht Barto mehr über den plötzlichen Tod seines Vaters herauszufinden; was auch der wahre Grund für seinen Aufenthalt in Oakfield ist. Und insgeheim verdächtigt er Kit und Sydony mehr darüber zu wissen, denn auch ihr Vater kam bei dem Kutschenunglück seines Vaters ums Leben. Doch obwohl Barto sich geschworen hat Licht ins Dunkel zu bringen und Sydony verdächtigt, kann er sich dennoch ihren Reizen nicht entziehen, auch wenn sie sich immer wieder hitzige Wortgefechte mit ihm liefert…

Deborah Simmons begann bereits vor einigen Jahren mit dem Schreiben von historischen Liebesromanen und eigentlich waren einige ihrer frühen Romane durchaus empfehlenswert, doch ihre aktuelle Übersetzung „Verzaubert im Labyrinth der Liebe“ ist für mich eine echte Leseenttäuschung gewesen. Das einzige Positive daran, war die Rahmenhandlung. Wer Schauerromane oder Gothic-Novels liebt, dafür aber weniger Wert auf eine romantische, schöne Liebesgeschichte legt, sollte durchaus einmal einen Blick riskieren- alle anderen Leser werden allerdings schwer enttäuscht von dem Roman sein.

Da wären einmal Sydony und Barto- zwei Menschen, die als Kinder miteinander befreundet waren und sich nun stets spinnefeind gegenübertreten. Sie zanken sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit und man bekommt nach einer Weile das Gefühl, als ob hier kleine Kinder miteinander streiten. Zwischen den beiden Kampfhähnen steht Kit, der gutmütige Bruder, der mich stellenweise sehr genervt hat- mit seiner behäbigen Art und seiner Angewohnheit, alles, was an diversen, seltsamen Vorkommnissen in Oakfield geschieht und geschah, runterzuspielen.

Während die Autorin durchaus ein Talent dafür besitzt, spannende und unheimliche Elemente in ihrem Roman einzubauen und man allein, weil man als Leser erfahren möchte was genau im Labyrinth vor sich geht, weiter liest, gerät die Liebesgeschichte immer mehr ins Hintertreffen.

Held und Heldin umkreisen sich innerhalb der kompletten Geschichte, doch mehr als ein bis zwei Küsse tauschen sie nicht miteinander aus. Ich bin kein Leser der ein Faible für Erotik-Lektüre besitzt, doch ein Liebesroman von heute, sollte definitiv nicht so „prüde“ und langweilig rüber kommen, wie dieser hier.
Leidenschaft, tolle, romantische Liebeszenen und auch ein sympathisches Heldenpaar sucht man hier vergebens. Stattdessen bekommt man einen Roman vorgesetzt, der ein historischer Liebesroman sein möchte, es aber nicht ist und der wirkt, wie ein angestaubtes Relikt aus alten Zeiten.

Zugegeben, ich schätze durchaus Historical Romances von den „Grand Dames“ dieses Genres, doch selbst eine Amanda Quick oder eine Jane Feather als Beispiel verströmen mehr Feuer und Leidenschaft, als es diese Autorin in ihrem aktuellen Werk vermag.
Die 1.5 Bewertungspunkte verleihe ich lediglich der interessanten Rahmenhandlung wegen.

Kurz gefasst: Als Schauerroman durchaus lesbar, doch als Liebesroman eine Enttäuschung auf ganzer Linie!


Verzaubert im Labyrinth der Liebe

Deborah Simmons

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Originaltitel: The Dark Viscount
Verlag: Cora
Band: Historical Band 282
Erscheinungsdatum: September 2011
Genre: Historischer Liebesroman

Teil einer Serie: The Marchants

Klappentext

Blitze zucken grell am Himmel, Donner grollt. Drohend umtost der Sturm Sydonys neues Zuhause, das einsame Anwesen Oakfield. Ein gefährliches Vorzeichen? Sydonys Sinne geraten in Aufruhr, als überraschend Viscount Bartholomew Hawthorne auftaucht. Er ist nicht mehr der unschuldige Freund ihrer Kindheit – er ist ein Mann mit einem verführerischen Glanz in den Augen. Und er ist gekommen, weil er eine heiße Spur in einem Mordfall verfolgt. Was verbirgt sich im verwunschenen Irrgarten hinter dem Herrenhaus? Ehe Sydony sich versieht, zieht Bartholomew sie nicht nur hinein in ein dunkles Geheimnis. Er weckt auch eine verzehrende Sehnsucht in ihr …

Quelle: Cora

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