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Frage und Antwort (April 2007)

im Rahmen unseres besonderen Thema Paranormaler Liebesroman im April 2007

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich habe mich schon als Kind gerne Geschichten geschrieben und das hat sich weiterentwickelt, bis es mich dann so richtig gepackt hat. Für mich ist Schreiben mit sehr viel Freude an der Arbeit verbunden.


Welche Bücher lesen Sie gerne, wenn es mal kein paranormaler Roman sein soll?

So ziemlich alles, was in meine Reichweite kommt und mich vom Inhalt her interessiert: Historische Romane, Abenteuerromane, Biographien, manchmal Krimis, Fantasy, Science Fiction. Bei Liebesromanen sind es meist historische, zu denen ich greife.


Haben Sie bestimmte Autorinnen als Vorbild?

Meine erste Lieblingsautorin auf dem Gebiet „Liebesromane“ war Georgette Heyer. Ob ich sie mir auch zum Vorbild genommen habe, kann ich nicht sagen, weil ich ja bisher noch gar keinen Regency- Roman geschrieben habe. Aber ich mag ihren Stil sehr und lese manche ihrer Bücher immer wieder.


Wie schwer war es für Sie Ihre erste Sex- Szene zu schreiben?

Das empfand ich als gar nicht so schwer. Am schwierigsten war für mich meine allererste Kussszene, weil es mir peinlich war, den beiden dabei über die Schulter zu gucken.


Welche Hauptprotagonisten aus Ihren Büchern sind Ihnen am meisten ans Herz gewachsen?

Ehrlich gesagt, immer diejenigen, an denen ich gerade schreibe. ;-)


Wie muss Ihrer Meinung nach ein Liebesromanheld „gestrickt“ sein; bzw. ist ein „Tortured Hero“ für einen paranormalen Liebesroman zwingend erforderlich?

Was den Lieberomanhelden betrifft: egal, was vorher passiert ist oder während der Handlung geschieht, die Heldin muss sich letzten Endes auf ihn und seine Zuneigung verlassen können. Ein bisschen Charme kann auch nicht schaden. ;-) Und gerade beim paranormalen Helden tritt für mich auch sehr stark die Fähigkeit hervor, seine Liebste zu beschützen- und das sogar mit übermenschlichen Fähigkeiten.
Ein „Tortured Hero“ ist für mich für keine Art von Roman zwingend erforderlich, sondern ist immer von der Handlung, die der Autor/die Autorin im Sinn hat, abhängig.
Wenn ich von meiner „paranromalen“ Patricia ausgehe, dann ist Maximilian ja auch keiner. Unter einem Tortured Hero verstehe ich einen Helden, der durch den Einfluss anderer oder durch widrige Umstände gequält, zum Teil sogar verbittert oder desillusioniert wurde und manchmal das Vertrauen und die Fähigkeit zur Liebe verloren hat. Das letztere ist zwar auch bei Max der Fall, aber den Weg, der ihn in die Dunkelheit geführt hat, hat er mit voller Absicht eingeschlagen.


Was macht das paranormale Genre für Sie so interessant?

Als Autorin kann ich da nicht viel sagen, weil ich nur einen geschrieben habe. Als Leserin- eben das Übersinnliche, Übermenschliche, das über die Realität hinaus geht.


Warum ausgerechnet Vampire? Was fasziniert Sie so an dieser Gattung?

Vielleicht weil sie so grundsätzlich mit dem Bösen und Unsterblichen verbunden sind. Und wenn man dann in einem Roman einen Vampir „näher kennenlernt“ und dieser sich als durchaus menschlich in seinen Handlungen und Gefühlen erweist, dann ist das einerseits beruhigend und andererseits faszinierend, weil man sich dann erst in einen Vampir hineinfühlen kann. Was für mich ja das Ausschlaggebende bei einem Helden oder einer Heldin ist.


Haben Sie eine besondere Vorliebe für ein bestimmtes Setting? Und warum?

Eigentlich keine besondere Vorliebe. Als Leserin gefällt mir alles, was gut geschrieben und spannend ist. Und als Autorin muss mich eine Geschichte packen, egal welche Handlung oder welches Setting sie hat.


Nach welchen Kriterien suchen Sie die Namen für Ihre Protagonisten aus?

Das sind einfach nur Namen, die mir sympathisch sind und mit denen ich meine Helden/Heldinnen gefühlsmäßig assoziere.


Welche Bücher aus diesem Genre (Paranormal/Vampir) würden Sie den Lesern empfehlen?

Sehr gut gefallen haben mir die ersten beiden Romane von Rosemary Laurey „Kiss me forever“. Da wurde eine ganze, unglaublich gut organisierte Vampirwelt erfunden. Und seit einigen Wochen bin ich ein begeisterter Fan von „Rebellion des Blutes“ von Sandra Henke und Kerstin Dirks. Dieser sehr erotische Roman spielt in der nicht allzu weit entfernten Zukunft und hat mich von der Handlung und von der gesamten, umgesetzten Idee her begeistert.


An was arbeiten Sie momentan? Gibt es aktuelle Neuveröffentlichungen?

Die letzte Veröffentlichung ist „Laura- Venezianisches Maskenspiel“ und im April kommt das Hörbuch „Im Harem des Prinzen“ von Hoffmann und Campe heraus.

 

Frage und Antwort (April 2009)

Auf Ihrer Homepage, in der Fotogalerie, kann man sich einige tolle Bilder von Ihren Reisen nach Venedig, dem Ort wo zwei Ihrer Geschichten angesiedelt sind, und nach Eastbourne, England, wo „Süße Verführung“ spielt, ansehen. Lassen Sie sich von Ihren Reisen eher zufällig inspirieren oder reisen Sie bewusst zu Recherchezwecken?

Sowohl als auch! Nach Venedig bin ich damals gefahren, um zu recherchieren. Mein letzter Besuch war einige Jahre her, und als ich dann mit der „Laura“ begonnen und recherchiert habe, wollte ich unbedingt alles wieder vor Ort sehen. Es war auch ein völlig anderes Gefühl für mich, durch Venedig zu spazieren – ich habe alles viel bewusster und neugieriger aufgenommen. Bei Eastbourne war es genau umgekehrt. Diese Gegend kenne ich von vielen Aufenthalten und ich hatte schon lange nach einer Geschichte gesucht, die dort spielen könnte.


Wenn man Ihnen zu Recherchezwecken eine kurzfristige Zeitreise ermöglichen würde, in welche Zeit würden Sie reisen und über welche Person einen erotischen Roman schreiben? Oder vielleicht sogar Ihre Eindrücke mit einflechten lassen in einen Zeitreise-Erotikroman?

So ein bisschen „reinschnuppern“ und sich in anderen Zeiten umsehen, klingt sehr verlockend. Möglicherweise wäre mein erstes Ziel das alte Rom - ich habe kürzlich etliche Rom-Krimis von John Maddox Roberts gelesen, die haben mich neugierig gemacht. Hier ließe sich auch sehr schön einiges an erotischem Stoff sammeln. An einen Zeitreiseroman habe ich bisher noch nicht gedacht, obwohl ich diese Themen gerne lese.


Ihre Romane sind alle ziemlich romantisch aufgebaut – sind Sie selbst eine Romantikerin?

Im täglichen Leben nicht so sehr, da gibt es – außer bei besonderen Anlässen – wahrscheinlich für die wenigsten von uns viel Gelegenheit, den Hang zur Romantik auszuleben. Vielleicht beschäftige ich mich deshalb beim Lesen und Schreiben so gerne damit.


Ich habe mit großem Vergnügen Ihr aktuelles Buch „Süße Verführung“ gelesen. Würden Sie uns etwas über die Entstehung; die Idee dahinter, erzählen?

Die Geschichte entstand zum einen aus dem Vorschlag des Verlages, einen Schmugglerroman zu schreiben, und zum anderen eben aus meinem Wunsch, endlich einmal Südengland (besonders die Klippen und Eastbourne) in eine meiner Erzählungen einzubauen. Mir hat das Schreiben viel Spaß gemacht.


Ich liebe ganz besonders das Coverbild von „Süße Verführung“. Würde man mich fragen, so stellt es genau die Keckheit dar, die ich bei der Hauptfigur Sophie so liebenswert fand. Sehen Sie darin ebenfalls die Charakterisierung der Hauptprotagonistin?

Sophie kann ich mir ebenfalls sehr gut auf diesem Cover vorstellen, die kecke Haltung würde wirklich zu ihr passen! Mich erinnert das Model auch ein bisschen an Melinda, Edwards Schwester, als sie nur mit einem rosa Mieder bekleidet zu den Klippen flieht.


Die Heldin Sophie ist mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen. Wie bilden Sie als Autorin einen solchen fiktionalen Charakter aus. Mit was fängt man bei einer Figur an. Vielleicht mit dem Aussehen? Oder eher mit grundlegenden Charakterzügen?

Grundsätzlich fange ich damit an, mir eine gewisse Person hinsichtlich ihres Aussehens, ihres Alters, der Herkunft, ihres grundlegenden Charakters vorzustellen. Die endgültigen Wesenszüge entwickeln sich aber später, beim Schreiben. Da lerne ich meine Figuren erst selbst so richtig kennen, weil ich mich wochen- und monatelang auf sie konzentriere. Es fällt mir dann oft schwer, sie wieder loszulassen und mich neuen Figuren zuzuwenden.


Was würde Sie sagen, sind die wichtigsten Elemente eines interessanten männlichen oder weiblichen Charakters?

Das ist eine sehr interessante Frage, auch für mich als Leserin. Spannend wird für mich ein Charakter, wenn ich ihn von verschiedenen Seiten betrachten kann, gleichgültig, ob er eine sympathische oder unsympathische Rolle spielt. Dazu muss diese Person aber nicht ständig über sich und ihr Leben reflektieren, ich finde es auch reizvoll, wenn mehrere Personen sie/ihn betrachten und von ihrer Warte aus „beschreiben“, oder der Charakter eben durch seine verschiedenen Handlungen definiert wird. Bei Liebesomanhelden habe ich gerne Typen, bei denen ich von Anfang an weiß, dass ich sie schnell sympathisch finden werde und mich mit ihnen beim Lesen wohlfühle.


Darf ich als Leser hoffen, dass Sie eventuell ein weiteres Buch in diesem Stil schreiben werden, vielleicht über Patrick, dem Jugendfreund und Abenteuerbegleiter von Sophie, in der Hauptrolle?

Das ist eine nette Idee. Patrick wäre sicherlich ein guter Kandidat für eine entsprechende Geschichte, weil er ähnliche Eigenschaften wie Sophie aufweist: er bringt sich in Schwierigkeiten, er ist unbedacht, draufgängerisch und abenteuerlustig. Er ist nur noch ein bisschen jung, kaum zwanzig, und müsste halt noch ein wenig älter werden, um einen „gestandenen“ Liebesromanhelden abzugeben.


Nach wie vor sind die Liebesromanfans im „Vampirrausch“ und verlangen immer neue paranormale Geschichten. Haben Sie Pläne für weitere Vampirbücher?

Den „Vampirrausch“ kann ich gut nachvollziehen! Mich faszinieren sämtliche übersinnliche Geschöpfe ebenfalls sehr. Derzeit bin ich tatsächlich dabei, das Manuskript für einen paranormalen Roman fertigzustellen, den ich vor zwei Jahren begonnen habe.


Als ebook ist es bereits zu haben und der vorläufige Veröffentlichungstermin des Mangas in Taschenbuchform von „Patricia - Der Kuss des Vampirs“ wird für April 2009 angekündigt, wie ich finde eine tolle Sache! Sind Sie auch Manga Fan, Kenner, Liebhaber oder eher völlig unbedarft in diesem Genre?

Dieser Manga wird ganz entzückend. Bisher wurde ja erst Teil 1 als ebook veröffentlicht, aber ich durfte schon Szenen aus dem zweiten Teil sehen und war wieder von Christina Bäumerichs Können und Talent begeistert. Ich stelle es mir außerdem sehr schwierig vor, eine Geschichte zeichnerisch umzusetzen. „Kennerin“ von Mangas kann ich mich leider gar nicht nennen, aber ich bin ein großer Fan und habe von Angela Weiß, einer echten Kennerin, schon viele Serien ausgeliehen und gelesen.


Ein besonderes Ereignis steht am 27. März 2009 um 9:30 Uhr an. Dann wird Rena Larf in ihrer bekannten „Erotic Morning Lounge“ aus Ihrer „Laura“ vorlesen. Was ist es für ein Gefühl für den Autor Teile seines eigenen Werkes vorgelesen zu bekommen? Blickt man dann zufrieden und entspannt auf sein Werk oder glaubt man vielleicht überall Fehler zu entdecken?

Auf diese Lesung freue ich mich schon sehr. Rena Larf liest großartig, das wird bestimmt ein schöner Hörgenuss. Meine eigenen Bücher oder Geschichten zu „hören“ ist für mich nicht entspannend, eher aufregend. Zufrieden bin ich selten mit meinen Texten, ich neige eher dazu so lange umzuschreiben und zu ändern, bis das Buch endlich gedruckt wird.


Können Sie uns ein wenig darüber verraten, auf was sich Ihre Leser in Zukunft freuen dürfen?

Mein letzter Roman ist eben diese schon erwähnte paranormale Geschichte, bei der wieder Vampire, Hexen und Dämonen mitspielen. Gestern habe ich gehört, dass er vermutlich im Herbst bei Plaisir d’Amour erscheinen wird! Ein Grund zum Feiern! Sonst ist vorläufig nichts Erotisches geplant.


Lesen Sie selber auch gerne erotische Romane? Welche Ihrer Kolleginnen liegt Ihnen da besonders? Mit welcher könnten Sie sich einen gemeinsamen Roman vorstellen?

Ich lese gerne erotische Romane, aber nicht nur von bestimmten Autorinnen, sondern eher inhaltsbezogen. In der letzten Zeit lese ich viele Bücher von deutschsprachigen Kolleginnen, weil es mir einfach Freude macht, Romane von Autorinnen zu lesen, die ich persönlich kenne. Die letzten beiden Bücher waren „Janusliebe“ von Ednor Mier und „Opfer der Lust“ von Sandra Henke.
Was einen gemeinsamen Roman betrifft, so habe ich noch nie versucht, mit einer Kollegin an einer Geschichte zu schreiben, und bin mir ehrlich gesagt gar nicht sicher, ob ich mich genügend an andere – fremde - Ideen und Vorstellungen anpassen könnte.


Welches Buch lesen Sie im Moment und wie gefällt es Ihnen?

Im Moment stecke ich mitten in der Geschichte von Uhtred, der zur Zeit von Alfred dem Großen gelebt hat. Diese Reihe stammt von Bernard Cornwell und umfasst (bisher jedenfalls) vier Bände, ich bin seit gestern bei Band 4 – das heißt, die Bücher gefallen mir sehr. Die Erzählung ist spannend und mitreißend. Es wird nichts romantisiert oder verschönert, und es schockiert mich bei manchen Beschreibungen, die so selbstverständlich gebracht werden, dass dieses Leben zweifellos so unfassbar grausam und hart war, wie es dargestellt wird.
(Wenn ich mich beim Lesen also wirklich entspannen will, greife ich gerne zu einem heiteren Liebesroman mit garantiertem Happy-End.)


Ich möchte mich ganz herzlich bei Mona Vara für das Interview bedanken.

Mona Vara

Susanna Drake

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