Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Nicht nur, weil Viscount Ventnor ein alter Feind von ihr ist, sondern auch für das Glück ihrer Schwester, hilft Miss Dorothea „Thea“ Knight Helen heimlich einen der Söhne Ventnors zu heiraten. Damit Helen der Überwachung von Ventnors Schragen entkommen kann, um nach Schottland zu entfliehen, plant Thea Helens Rolle einzunehmen und auf dem Landgut ihrer Freundin Arabella Helens Nachricht abzuwarten.

Auch Rafe Alexander Landcross, Earl of Luxborough, ist nicht gut auf den Vater seiner verstorbenen Ehefrau Katherine zu sprechen. Ihm ist zwar egal, ob eine Kaufmannstocher den Sohn seines Feindes heiratet, doch kommt ihm der Plot der Schwestern, von dem er erfahren hat, trotzdem gerade recht. Er braucht nämlich eine Ehefrau, um die 10.000 Pfund abgreifen zu können, die seine Mutter in Aussicht gestellt hat, damit ihre Söhne in den Ehestand eintreten.

Gleichzeitig hat der Witwer jedoch an einer weiteren Ehe kein Interesse. Doch wenn er Thea heiraten könnte, die vorgibt eine andere zu sein, wäre die Ehe ungültig, sobald die echte Helen mit ihrem Ehemann auftaucht. Derweil hätte er das Geld seiner Mutter in seine Forschungen angelegt und ein Geschäft eröffnen können.

Doch leider ist Helen aka Thea nicht so einfach zu lenken, wie er das geplant und dass er sich womöglich verlieben könnte, stand auch nicht zur Debatte.

Auf Mia Vincys „A beastly Kind of Earl“, dem 1.Teil der „Longhope Abbey“-Serie bin ich beim Durchstöbern von Buchempfehlungen mit „Die Schöne und das Biest“-Thema gestoßen. Doch bis auf den Titel, die düstere Laune und der durch Narben gezeichnete Held, gab es im Buch nur weniges, was in das Thema passt.

Mich hat „A beastly Kind of Earl“ eher an eine, in einem modernen Stil erzählte, Shakespeare-Komödie im Historical-Gewand erinnert; wobei ich nicht wüsste, dass es tatsächlich eine solche Adaption wäre. Doch die amüsanten Irrungen und Wirrungen der Geschichte entsprechen dem recht gut, finde ich und noch wichtiger, ich habe mich damit aufs Beste unterhalten gefühlt.

Zudem sind der grummelige und düster-launische Held und die verspielte-Sonnenschein Heldin ein höchst sympathisches Paar. Selbst wenn Thea hier und da ein wenig die Fantasie durchzugehen droht, so bekommt die Autorin, für mein Empfinden, doch immer noch rechtzeitig die Kurve, um am Ende eine insgesamt harmonische und ausgeglichene Geschichte zu schaffen. Ein paar Ungereimtheiten gab es dennoch, wie die Sache mit Theas Eltern und ihrer Emporkömmling-Mentalität. Theas Eltern haben sich gelinde gesprochen unter aller Sau verhalten und sich eine freundliche Haltung ihnen gegenüber vonseiten Theas (die kurz im Epilog angedeutet wird) längst noch nicht verdient. Aber auch die Geschichte von Sally, der Haushälterin von Rafe, die die Autorin erst sehr spät in der Geschichte offenbart, hatte meiner Meinung nach ein paar Hänger.

Kurzgefasst: ein amüsanter und unterhaltsamer Liebesroman, mit einer turbulenten Handlung, sympathischen Figuren - und kleinen Schönheitsfehlern.