Rezensionen

Nicoles Bewertung 03 Sterne.png

Nach einem mysteriösen Todesfall, der vor knapp 25 Jahren stattfand, sind die beiden Familien Harrington und Maguire Todfeinde. Auf der einen Seite steht Lochlin Maguire, der einst die Freundin von Judd Harrington, Tavvy, zur Frau nahm, was den rachsüchtigen und grausamen Despoten Judd Harrington in die Raserei trieb. Auf der anderen Seite Judd, der nach Amerika ging, dort zielsicher eine junge, reiche Frau heiratete, Karriere machte und seitdem seine Frau und seine Kinder mit eiserner Hand und Faust beherrscht.

Währenddessen wurden Lochlin und Tavvy reich und sehr glücklich, denn ihr Plattenlabel „Shamrock“ entwickelte sich zur einflussreichen Plattenfirma in England.
Das schöne Leben endet jedoch abrupt, als Lochiel erfährt, dass Judd mit seiner Familie zurück nach England gekehrt ist. Lochiel befürchtet, dass Judd immer noch seinen Groll auf alle Maguires hegt und pflegt und fürchtet sich bereits vor Vergeltungsschlägen, die auch nicht lange auf sich warten lassen. Judd, der sämtliche Familienmitglieder und Firmenmitarbeiter auf die Maguires angesetzt hat, um ihnen zu schaden, ahnt jedoch nicht, dass sich sein jüngster Sohn Elliot bereits in eine der Töchter von Lochlin verliebt hat. Und auch sein ältester Sohn Ace, ein berühmter Rennfahrer in den Staaten, der die Sängerin Iris Maguire, eine weitere Tochter Lochlins im Auftrage seines Vaters umgarnen und später eiskalt abblitzen lassen soll, bekommt arge Bedenken, weiter bei diesem bösartigen Spiel mitzumischen, denn auch er hat sich in Iris verliebt…

Wenn man Sasha Wagstaffs Roman „Was sich liebt, das rächt sich“ in die Hand nimmt, suggeriert das fröhlich bunte und poppige Cover dem Leser, dass er einen amüsanten und leichten Contemporary in Händen hält, doch obwohl mich das Cover sehr angesprochen hat, fand ich die optische Aufmachung, nachdem ich den Roman nun bereits gelesen habe, leider nicht so gelungen, da der Roman weder fröhlich noch witzig ist. Es ist in erster Linie eine Familiensaga auf 601 Seiten erzählt, in der es keine eigentlichen Hauptfiguren gibt und die eher wie eine erzählte Aneinanderreihung von Handlungssträngen über einzelne Familienmitglieder der Familien Harrington und Maguire wirkt. (Episodenroman)

Die Art und Weise wie Judd Harrington, der Bösewicht dieses Romans auf seinem persönlichen Rachefeldzug zur Tat schreitet, erinnert frappierend an J.R. Ewing auf der Serie „Dallas“, wobei selbst J.R. gegenüber Judd Harrington noch zum wahren Sympathieträger mutieren würde. Judd ist ein egoistischer, gefühlloser Frauenhasser, dessen Lebensziel es ist, alle Menschen in seinem Umfeld zu dominieren und zu unterwerfen, sei es mit Schlägen oder auch mit skrupellosen Intrigenspielchen. Und dabei macht er auch nicht vor seiner Familie halt. Er schlägt selbst seine Frau Kitty, lässt seine Söhne unerbittlich nach seiner Pfeife tanzen und präsentiert seiner Familie einfach aus Spaß an der Freud unvermittelt seine Tochter Savannah, das Produkt einer jahrelang zurückliegenden Liaison mit seiner Geliebten, während er bereits verheiratet war.

Sicherlich, ich fand die Idee einer modernen „Romeo & Julia“ Geschichte in der Welt der Reichen und Schönen an sich sehr gut, doch die Umsetzung hat mir leider nicht ganz so gut gefallen. Vielleicht hat die Autorin einfach zu viel gewollt. Nahezu jedes Familienmitglied der Harringtons und Maguires bekommt seinen eigenen Handlungsstrang und so muss man sich als Leser mit unzähligen Akteuren auseinander setzen, die zum Teil noch nicht einmal sympathisch oder besonders facettenreich sind und ich fand dazu auch, dass der Roman zu viele Längen aufwies.

So quälte ich mich, trotz des leichten Schreibstils regelrecht durch die ersten 300 Seiten, bis der Roman dann in der zweiten Hälfte plötzlich mehr an Fahrt aufnahm und endlich besser wurde. Als Grund dafür möchte ich die beiden Pärchen Ace und Iris und Eliott und Catie aufführen, die wirklich sehr süße, sympathische Romanfiguren sind und deren Love Stories romantisch und nett von der Autorin inszeniert wurden. Dennoch konnten sie mich auch nur bedingt über die erwähnten Schwächen des Romans hinweg trösten, vergebe aber wegen der Liebesgeschichten die mich überzeugen konnten, dennoch 3 Punkte.

Tinas Bewertung 04 Sterne.png

Was soll man tun, wenn die Liebe sich nicht an Verbote hält und sich eigene Regeln verschafft? Einfach ein Leben wie Romeo und Julia führen und hoffen, dass die Familien sich wieder vertragen … Wäre da nicht der Hass und der Neid auf das, was der andere hat.

"Was sich liebt, das rächt sich" ist ein Familienroman der besonderen Art, denn hier sind die Väter verfeindet und ihre Familie- die Frauen und Kinder, sind die Spielfiguren ihrer Fehde, die sie so einsetzen wie es ihnen gerade passt.

Der Pariach Judd ist ein Meister des Spiels und herrscht und bestimmt über die Familie Harrington und wehe es läuft nicht nach seinen Regeln! Dann heißt um Auge um Auge, Zahn um Zahn. Leidtragende ist meistens eine Frau- Kitty; vor allem weil Judd von Treue und Liebe nicht viel hält.

Sein Feind Lochlin Maguire ist da hingegen ein vollkommen anderer Mensch. Er ist die Ruhe in Person, die durch Tavvy seine Frau immer wieder ins "richtige Maß" versetzt wird. Zusammen sind sie stark und überstehen so die Stürme die durch Judd Harrington losgetreten werden.

In beiden Familien sind es jedoch die Kinder die einem einfach nur leidtun können, denn keiner sagt ihnen was geschehen ist oder woher der Hass zwischen den Familien herrührt. Und so ist, als die Liebe ins Spiel kommt und Ace und Iris, sowie Caitie und Elliot zusammenführt, Ärger vorprogrammiert.

Die Autorin Sasha Wagstaff hat einen Roman geschrieben, der locker und flüssig zu lesen ist. Allerdings weist das über 600 Seiten starke Buch Längen auf, die es einem schwer machen weiter zu lesen. Doch es lohnt sich am Ball zu bleiben, denn nach diesen kleinen Tälern nimmt die Geschichte stets wieder rasant an Fahrt auf entwickelt sich weiter und fesselt einen erneut.

Die Figuren rund um die Familien Harrington und Maguire haben eine Menge zu erzählen und nach und nach entfaltet sich für den Leser ein umfassendes Bild aller Mitwirkenden. So eingebunden kann man beim Lesen mitfiebern, muss hier und da die Luft anhalten, vor allem dann wenn Judd seinen Willen nicht bekommt, und erleben darf, wie sich die Jugend durchsetzt und diese den Eltern zeigt wie schön das Leben und die Liebe - ohne Hass - sein kann.

Das Cover ist ein bunter sowie quirliger Blickfang, der jedoch ein wenig aus dem Rahmen fällt, da er nach meinem Empfinden nicht so ganz zum Roman passt; außer wenn man die rausgezogenen Blütenblätter nimmt, frei nach dem Abzählreim "Er liebt, er liebt mich nicht", dann passt es wieder.

Ein Roman für alle, die komplexe Familiengeschichten mögen, und sich nicht von der Dicke des Buches und Längen die damit einhergehen abschrecken lassen, denn auf 601 Seiten ist alles dabei: Liebe, Eifersucht, Neid sowie Hass. Eine Entdeckungsreise die sich lohnt!