Rezensionen

Wildfees Bewertung 04 05 Sterne.png

In der Gegenwart leben sämtliche mystische Wesen wie Hexen, Magier, Vampire und Gestaltwandler aller Art unbemerkt von den Menschen in relativ friedlicher Coexistenz.

Bis die menschliche Gefährtin eines russischen Vampirs von der Bruderschaft des Lichts entführt wird, einer Bruderschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die "Anderen" an das Licht der Öffentlichkeit zu zerren und zu vernichten.

Quinn, irischer Werwolf, ist zu diesem Zeitpunkt auf einer Konferenz der "Anderen" und wird vom Ältestenrat beauftragt, zusammen mit Cassidy, Fuchsfrau und Anthropologin, die Hintermänner der Bruderschaft aufzudecken. Dumm ist nur, das sie diejenige ist, die ihn mit ihrem Geißblattduft beinahe um den Verstand gebracht hätte und die er kurz zuvor beinahe auf dem Dach des Tagungsgebäudes verführt hätte...

Diese Werwolf/Paranormal Reihe ist eindeutig nach meinem Geschmack.
Zwar gerät die Storyline um die "Bruderschaft des Lichts" ein wenig in den Hintergrund, wenn sich Quinn und Cassidy in den Laken wälzen, aber schon alleine der flüssige Stil und der Wortwitz machen das in meinen Augen mehr als wett.

Es gab einige Stellen, an denen ich lauthals auflachen musste, trotzdem ist der Roman nicht zu humoristisch. Mit Quinn und Cassidy hat man sympathische Charaktere, die man allerdings erst im Lauf des Romanes näher ins Herz schließt, wenn sie ihre Blässe verlieren.

Vor allem in den Liebesszenen lernt man die Beiden besser kennen und man sollte sie nicht überlesen. Überhaupt sollte man den Roman eher langsam und gründlich lesen, vor allem dann, wenn man nicht so fit im umgangssprachlichen Amerikanisch ist. Man gerät sonst in Gefahr, so manche Nuance zu überlesen, die gesamt gesehen einen guten Teil des Charmes des Buches ausmachen.

Kurz gefasst: Eine längst überfällige Entscheidung, diese Reihe endlich zu übersetzen und etwas für alle Gestaltwandler Fans, die einer kräftigen Prise Erotik und Humor nicht abgeneigt sind.

Ankes Bewertung 02 05 Sterne.png

Die Autorin Christine Warren begibt sich mit ihrem Buch "Küss mich, Werwolf" einmal abseits ausgetretener Pfade, in dem sie Konflikte unter den "Anderen" und Entscheidungen über das Wohl der selben mittels Politik und nicht generell mit Kampf löst; es wird also mehr diskutiert als gekämpft, wobei auch die Action, insbesondere am Endes des Buches, ebenfalls nicht zu kurz kommt.
Doch Hauptbestandteil und wichtige Aspekte der Geschichte sind, neben der Liebesgeschichte, Themen, wie Geheimhaltung der "Anderen" vor der Menschenwelt oder einen mögliche Öffnung.

Doch niemand braucht sich Sorgen zu machen, dass dies womöglich langweilig zu lesen sein könnte! Christine Warren beschreibt - in angenehm dosiertem Umfang - eine detaillierte Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Situation der "Anderen" die sehr durchdacht und gut erzählt ist. Auch die Eigenheiten der Angehörigen der "Anderen", in diesem Fall die der Werwölfe und Fuchswandler werden interessant dargestellt.

Hätte dieser ansprechende Grundplot, dann auch noch über Charaktere verfügt, die mir sympathisch gewesen wären und hätte eine, für mich, romantische Liebesgeschichte besessen - keine Frage meine Bewertung wäre sehr viel positiver ausgefallen.

So fing es leider schon auf den ersten Seiten damit an, dass ich eine Abneigung gegen den Helden entwickelte, die es mir sehr schwer machte das Buch überhaupt weiter zu lesen.

Der angeblich so erfolgreiche Streitschlichter Sullivan Quinn, aus einer langen Ahnenreihe bedeutender Diplomaten, wird kaum - schnuppert er "einen Duft der von Fic*barkeit kündet" und jemanden der "reif, saftig und bereit gefic*t zu werden" ist (Zitate aus dem Buch), hat er alles diplomatische und angeblich so zivilisierte vollkommen vergessen und ist (wortwörtlich, nach dem er seine Beute gestellt hat und beide sich wieder in (nackte) Menschen verwandelt haben) "zum gezielten Eindringen bereit". (Ebenfalls ein Zitat!)

Wäre diese ungehobelte und höchst unromantische Vorgehensweise nicht schon genug, so "stülpt er" dann auch noch sein "warmes, verführerisches und raffiniertes" … "Maul über ihren Mund" (Ich frage mich wirklich was daran raffiniert ist?).
Und die Heldin? Sie genießt es natürlich sein "Maul" auf ihrem Mund zu haben, flieht dennoch vor ihm. Aber nicht etwa weil sie Angst vor einer Vergewaltigung hätte, neinnnnnnn, - nur Instinkt drängt sie zur Flucht - obwohl sie ihn irgendwie anziehend findet. (Anmerkung: Eine Erklärung für den hier erwähnten "Instinkt" wird jedoch nicht geliefert)

Bis zu dieser Stelle hatte ich mich darauf eingerichtet den Held bzw. seine Steinzeitmanieren einfach zu überlesen, da ändert sich sein Verhalten gegenüber der Heldin, Cassidy, jedoch schlagartig. Denn Sullivans Vater teilt seinem Sohn mit, er habe in Cassidy sein "Weibchen" gefunden. Plötzlich wird Sullivan zu einem verliebten und höchst umsichtigen Verehrer, der nichts anderes will als eine liebende Frau, Kinder und einen weißen Lattenzaun um sein Haus.
Amüsanterweise ändert sich mit demselben Schlag Cassidys Verhalten, die dann das vorsichtige Eindringen "bei ihrem ersten Mal" von Sullivan mit den Worten kommentiert: "Würdest du mal aufhören, da herumzustochern, und mich endlich fic*en!!!" (Zitat aus dem Buch)

Mir beinahe Lachtränen in die Augen getrieben hat mir dann folgendes Statement von Sullivan: "Das liebte er an ihr - ihre Empfänglichkeit für zarte Gesten". *ggg*

Okay, ich weiß wie das ist - hat erst mal mit kritisieren angefangen und sich darauf eingeschossen, dann kann man nicht mehr aufhören und findet an allem was zum Meckern. Fakt ist jedoch, dass ich mich irgendwann nicht mehr auf die Geschichten konzentrieren konnte, weil ich viel zu beschäftigt damit war, mich über das seltsame Gebaren der Figuren zu ärgern.

Erschwerend hinzu kamen die zum Teil sehr langen und verschachtelten Sätze des Buches. Bis ich endlich zum Ende eines Satzes kam, wusste ich schon nicht mehr was an seinem Anfang stand. Mehr als einmal habe ich Sätze zwei oderdreimal lesen und deren Inhalt für mich sortieren müssen, um erkennen zu können, um was es überhaupt ging.

Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich und das von mir bemängelte muss nicht jedem Leser negativ auffallen und ihn beim Lesen stören. Da es den interessanten Grundplot gibt und sich die Artenvielfalt an "Anderen" durchaus zu entdecken lohnt, sollte man dem Roman vielleicht eine Chance zu geben. Für mich persönlich stört das seltsame Gebaren der Figuren einfach zu sehr, um die Geschichte genießen zu können.

Kas Bewertung 04 Sterne.png

Womit hat er das verdient? Eigentlich ist Sullivan Quinn, ein Werwolf aus Irland, nach New York gereist, um die dort lebenden Anderen davon zu überzeugen, dass es an der Zeit ist, sich den Menschen zu offenbaren. Seit ewigen Zeiten leben die Anderen (Vampire, Hexen, Wer-Tiere etc.) zwar unter ihnen, jedoch unentdeckt. Doch plötzlich hat er diesen Duft nach Honeysuckleblüten (Geißblatt) in der Nase und kann sich kaum noch beherrschen, er macht sich auf die Suche nach der Trägerin dieses Duftes, der ihn von allem Wichtigen ablenkt.

Cassidy Emilia Berry Poe - eine Fuchsfrau, ist die Enkelin einer der Ratsmitglieder der Anderen, die sich mit den Repräsentanten aus Irland und Großbritannien in New York zu einer Sitzung getroffen haben. Da ihre Eltern, beide Diplomaten - als sie sechs Jahre alt war - in einem internen Krieg zwischen zwei Vampier-Gruppen ermordet wurden, hält sie sich von allem Diplomatischen fern. Ihre Großmutter, bei der sie aufgewachsen ist, ist seit Jahrzehnten Ratsmitglied und versucht Cassidy davon zu überzeugen sich diplomatisch zu engagieren.

Cassidy ihrerseits versucht sich von der Sitzung davon zu stehlen und wird unverhofft von einem Werwolf "angesprungen" - von Sullivan Quinn. Er ist seiner Spürnase gefolgt und hat Cassidy gefunden. Berauscht von ihrem Geißblatt-Duft, raubt er ihr einen mehr als heißen, animalischen Kuss - der Cassidy in tiefe Verwirrung stürzt, doch ihr gelingt die Flucht vor diesem dominanten Wolf.

Doch das Schicksal hat anderes mit den beiden vor. Eine Sekte, genannt "Licht der Wahrheit" versucht zu beweisen, dass es die Anderen gibt. Sie haben eine Menschenfrau - Ysabel Mirenow entführt, die mit dem mächtigsten Vampir Osteuropas - Gregor Kasminikov - eine Verbindung eingegangen ist. Als herauskommt, dass die Order zur Entführung aus New York stammt, wird ein Krisenteam eingesetzt, um den Versammlungsort der Mitglieder der "Licht der Wahrheit" zu lokalisieren: Cassidy und Sullivan.

Cassidy, weil sie Anthropologin und ihr Fachgebiet die Erforschung der gesellschaftlichen Randgruppen ist. Sullivan, weil er die amerikanischen Anderen davon zu überzeugen versucht, sich den Menschen zu offenbaren, bevor es die Sekte "Licht der Wahrheit" tun wird, um die Anderen wahrscheinlich im denkbar schlechtesten Licht darzustellen. Zu groß ist seine Befürchtung, dass, sollten die Sektenmitglieder die Offenbarung vornehmen, eine Jagd auf die Anderen veranstaltet wird. Cassidy und Sullivan müssen einander vertrauen, um gegen diese unheimliche Sekte anzukommen.

Christine Warren, der Autorin von "Küss mich, Werwolf" ist ein kurzweiliger Roman gelungen. Unfreiwillig - ob es nun an der Übersetzung, oder an der Autorin selbst liegt - sind einige, nun ja komische Situationen eingeflochten. Teilweise dachte ich, ich lese einen Comic, vor allem wenn Begriffe wie: Arrrooooooooooooooo!, Bockmist, Himmelarsch, Ooooooh! Geblasen habt ihr auch? u.s.w. zu lesen waren. Ich fand es irgendwie amüsant. Es hat mir das eine, oder andere Schmunzeln entlockt *grins*. Für diesen teils sehr flapsig geschriebenen Roman vergebe ich 4 Punkte.