Rezensionen

Ankes Bewertung

Fazit zur Trilogie 03 05 Sterne.png

"Tötet uns alle": Ich halte den 1. Teil dieser Trilogie als unbedingt lesenswert und finde, dass er auch für sich allein stehen bleiben kann. So bekommt man zwar nicht alle Fragen beantwortet und ist darauf angewiesen sich selber etwas zusammen zu reinem, aber ich habe das dumpfe Gefühl, hätte ich genau das gemacht, wäre ich viel besser damit gefahren und vor allem hätte ich dem Buch glatte 5 Punkte, einen Keeperstatus und eine absolute Empfehlung verliehen.

Als Trilogie gesehen, kann ich "Tötet uns alle" (mal wieder ein Titel, dessen Sinn sich mir nicht entschließt, außer dass tatsächlich fast alle getötet werden und es deswegen besser "Der Rest der Weltbevölkerung tötet sich gegenseitig" hätte heißen müssen) nicht mehr als eher laue 3,5 Punkte vergeben.

Der Aufbruch 05 Sterne.png

"Tötet uns alle - Der Aufbruch" ist der spannende Auftakt einer Trilogie um ein junges Mädchen mit einer Vision ihre noch verbliebene Welt zu retten. Sie steht für die Jugend, die durch Rebellion das (ältere) Establishment herausfordert, Macht abzugeben, bestehendes Neuzuordnen und Innovation zu erkennen.

In diesem 1. Teil liegt der Fokus auf den Forschungen, Überlegungen und Gedankengängen der Ich-Erzählerin und Medizin-Studentin Kira. Aber keine Angst diese erzählen kein trockenes Wissen, sondern sind lebendig und anschaulich beschrieben.

Gleichzeitig erzählt die Geschichte natürlich auch vom Leben und Überleben nach der Auslöschung von (wahrscheinlich) 99 % der Menschheit. Dabei mag es sein, dass der Autor nicht der erste ist, dass ein solches Szenario beschreibt, doch ich finde, dass er es erschreckend detailfreudig und absolut nachvollziehbar darstellt; was natürlich auch zur Lesebegeisterung beiträgt.
So ist es ein Leichtes sich vorzustellen, wie sich eine kleine Gesellschaft in East Meadows auf Long Island einigelt, wie sie "alten" Besitz im Überfluss hat, aber niemand mehr der "neuen" herstellen kann, bzw. ihn bedienen kann.

Auch Action bietet die Geschichte satt. Es wird anschaulich beschrieben, was Kira und ihre Gruppe zu erwarten haben, wenn sie sich durch die Wildnis der ehemaligen Metropole New York bewegen. Ganz zu schweigen von den verschiedenen Fronten, zwischen die sie unterwegs geraten, deren Beweggründe zwar un-, deren Stärken aber be-kannt und gefürchtet sind.

Klar, Kira Walker, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, ist erst 16 Jahre alt - aber weder verhält sie sich so, noch denkt oder spricht sie so. Von der übrig gebliebenen älteren Gesellschaft herablassend als "Seuchen-Baby" bezeichnet, hat Kira bereits eine Menge erlebt und vor allem aber ist sie in der Lage alles kritisch zu hinterfragen. Schon allein diese Tatsache zeigt ihre Intelligenz und das ihr Alter nicht mit ihren Erfahrungen zu vergleichen ist.

Eine romantische Liebe spielt keine Rolle in diesem Buch, zwar ist Kira mit dem Menschen Marcus zusammen und erträumt sich (anfangs) eine gemeinsame Zukunft - doch da ist auch noch Samm (ein Partial und damit erklärter Feind, der Menschen von East Meadows).

Noch ein Wort zur Hörbuchausgabe: Um es vorneweg zu nehmen: Abschließend fand ich die Sprecherleistung von Merete Brettschneider wirklich gut; was sich auch beim einem erneuten Hören für mich bestätigt hat.

Doch es brauchte einige Zeit, bis ich mich wirklich mit ihrem Vortrag arrangiere konnte. Anfangs hatte ich den Eindruck, dass die Stimme der Sprecherin weder zur Geschichte, noch zu den Figuren, allen voran Kira, passt. Für meine Ohren klang sie einfach zu "mädchenhaft" und weckte damit, meiner Meinung nach, falsche Erwartungen an die Geschichte und an die Charaktere der Figuren.
Leider ist bisher nur der 1. Teil der Trilogie als Hörbuch-Ausgabe erschienen.

Kurz gefasst: Ein spannender Auftakt zu einer apokalyptischen, futuristischen und dystopischen - fantastischen Geschichte. Damit ist dieser 1. Teil der Trilogie, meiner Meinung nach, auch der rundste und spannendste Teil.

 

Fragmente 04 Sterne.png

Der 2. Teil "Fragmente" setzt unmittelbar an die Ereignisse am Ende des 1. Teil es an und der Leser kann weiterhin Kiras unbeirrten Weg verfolgen Antwort auf ihre Fragen zu finden und damit nun nicht mehr nur die Menschheit zu retten, sondern auch die Partials.

Auch in diesem Teil geht es um wissenschaftliche Fragen, doch der Teil ist vielmehr von der aktiven und Actionreichen Suche nach Antworten geprägt, die außerhalb des Labors liegen. Und damit auch zu dem wesentlich gefährlicheren Teil der Suche gehören.

Das Problem diesen 2. Teil ist, wie ich finde, dass sich die Ich-Erzählenden Hauptprotagonisten nun getrennt haben und verschiedenen Aufgaben nachgehen. Natürlich bringt das eine tolle Dynamik, sehr viel Schwung und Abwechslung in die Geschichte, aber es ist eben auch nicht gerade einfach den vielen Handlungssträngen, immer vielfältigeren Interessensgruppen und einem ganzen Bündel an Fragen zu folgen.

Hinzu kommt, dass der Anfang zwar genauso spannend ist, wie der 1. Teil, im Lauf des Buches jedoch, durch ein fast schon verwirrendes Geflecht an Informationen und Längen, die, meiner Meinung nach, der zu detaillierten Beschreibung zu schulden sind das Lesen nicht mehr so ganz einfach ist. Wobei zu sagen ist, dass diese Beschreibungen natürlich einerseits durchaus fesselnd sind und im Großen und Ganzen für die Geschichte nicht abträglich, andererseits, aber, wenn man als Leser Antworten auf drängende Fragen haben will, auch irgendwie anstrengen zu lesen.

Dazu kommen moralische und ethische Fragen, die zwar unheimlich spannend sind, aber meiner Meinung zu sehr vom Autor ausgeschlachtet werden und man sich als Leser somit wieder und wieder durch die immer selben Überlegungen und Argumente der Protagonisten lesen, ja aber einem gewissen Punkt, sogar quälen muss.

Kurz gefasst: Zu Beginn nicht minder spannend als der 1. Teil. Im Verlauf jedoch zerfasert sich die Geschichte, meiner Meinung nach, durch ein Übermaß an Handlungssträngen, Details und vielfältigen Informationen.

Ruinen 02 05 Sterne.png

Der Abschluss der Trilogie, "Ruinen", ist bei weitestem der abstruseste Teil; was ein wenig schade ist, da er eine an sich sehr spannende Story, fast schon ein wenig ins Lächerliche zieht.

Denn war vorher noch durchaus logisch war und gerade wegen seiner Nachvollziehbarkeit auch so spannend und beängstigend zu lesen, bekommt nun den Touch eines durchgedrehten Experimentes, dass von soziopathischen und psychopathischen Wissenschaftlern in ihre Gottähnlich geglaubten Hände genommen wurde.

Und damit werden mir auch entsprechende Antworten auf meine Fragen gegeben, die, bedenkt man die lange und intensive Suche, mit all ihren Glaubens- und Moralfragen, so völlig verquer daherkommen, dass sie für mich jeden Sinn verloren haben.

Zudem bekam ich ein Ende serviert, was so geschmeidig vonstattenging, dass ich mich fragen musste, warum ich mich dafür eigentlich durch 400 Seiten gequält habe, wenn es doch so simple war, dass man es spätestens auf Seite 100 hätte mit einem Satz klären können.

Es mag schon richtig sein, dass es erst ganz Dicke kommen muss und die Gegner sich erst im High Noon mit geladener Waffe gegenüberstehen müssen, bevor überhaupt jemand bereit ist sein Hirn einzuschalten. Für mich als Leser jedoch, war diese Lösung schlicht und ergreifend enttäuschend; insbesondere wenn ich an die wundervolle Spannung des 1. Teiles zurückdenke, die so viel versprochen und am Ende so wenig gehalten hat.

Kurz gefasst: Wenn man Antworten vom Autor haben will und wissen in welche Richtung er seine Geschichte lenkt, ist dieser Teil natürlich wichtig zu lesen. Wirklich brauchten, tut man ihn jedoch meiner Meinung nach nicht. Abgedreht, abstrus und völlig irre.