Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Wie ich feststellen musste, hatte ich schon lange keinen Romantic Suspense mehr auf dem Reader. Einmal abgesehen von den Jungs der „Kelly Inc.“ (Maya Banks), denen ich zwischendurch immer mal wieder meine Aufmerksamkeit gewidmet habe, ist das Genre die letzte Zeit irgendwie an mir vorbeigegangen.

So fand ich es durchaus erfreulich, dass es endlich wieder einmal einer Autorin gelungen ist meine Neugier zu wecken. Aufmerksam geworden bin ich auf Jessica Westin und ihre „Black Panther“ durch eine begeisterte Empfehlung, einer Leserin aus dem Liebesromanforum (Hallo Sabinett!), deren guten Geschmack in Sachen RS ich schon öfters zu schätzen gelernt habe und dank kindle unlimited (ich sage ja, ich habe mich in die Möglichkeiten verliebt, die mir dieses Abo bietet) ja auch risikolos ausgeliehen.

Grundsätzlich fand ich das Buch gut, in mancher Hinsicht sogar richtig gut. Dazu zählt ein sehr spannender Plot, der, meiner Meinung nach, auch richtig gut gestrickt war und Überraschungen und Wendungen geboten hat, die stets an der richtigen Stelle und in der richtigen Dosierung kamen. Sowie einem interessanten, zum Teil sehr detailliert beschriebenen, aber immer sorgfältig ausgeführten, Schwerpunkt ins Sachen Trauma und Stress Bewältigung.

Nicht ganz so begeistert haben mich die Charaktere. Zum einen werden die Teammitglieder, meiner Meinung nach zu gleichförmig, zu ähnlich beschrieben, sodass man sie eigentlich nur anhand ihrer Namen unterscheiden kann. Charakterliche Unterschiede, Eigenheiten oder Ecke und Kanten, die neugierig machen auf die Geschichte der einzelnen Figuren und möglicherweise zukünftige Hauptfiguren, die weiterer Bücher der Serie anführen könnten, konnte ich nicht erkennen; was ich sehr schade fand, da für mich gerade, das einen großen Reiz von Serien ausmacht.

Auch die Reduzierung auf Schönheit und Perfektionismus, vor allem aber die wiederholte Betonung dessen, kann ich nicht besonders gut leiden. Für gehört immer mehr dazu als das, um nachvollziehbar, anfängliche Anziehung (für die Schönheit durchaus als Begründung stehen darf) in wahrer Liebe enden zu lassen (für die es meiner Meinung nach aber mehr benötigt und das dann auch überzeugend rübergebracht). Zumal es meiner Meinung nach „perfekte“ Menschen nicht gibt, bzw. wenn diese „perfekt“ wären, sie auch „langweilig“ wären; denn erst Unregelmäßigkeiten und kleine Fehler lassen, meiner Meinung nach, Schönheit wirken.

Da hat es mir auch, wie in diesem Fall nicht wirklich geholfen (oder es mir die Figur sympathischer gemacht), dass immer wieder betont wurde, wie tapfer und mutig die Hauptfigur sei und was für ein starker Charakter. So oder so, mir war das einfach zu wenig.

Wie es mir schon so oft bei Romanen aufgefallen ist, die (vermutlich) die Qualitätsprüfung eines erfahrenen Lektorats missen lassen, so bin ich auch in Jessica Westin „Skye“ immer mal wieder auf eine Wortwahl gestoßen, die eher unfreiwillig komisch, denn sinnvoll war. Wie etwa ein ansteigender „Blutzuckerspiegel“, wenn doch ein erhöhter „Blutdruck“ an dieser Stelle viel Sinnvoller gewesen wäre. Ich muss aber auch zugegeben, dass das eher Ausnahmen darstellt, den die Regel waren.

Kurz gefasst: Eine starke Story, mit blassen Figuren, die meiner Meinung nach viel zu uniform beschriebenen wurden und damit nur wenig Persönliches und keine Ecken und Kanten zu bieten haben.