Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Nachdem ich die Black Panther-Serie von Jessica Westin bereits für mich entdeckt hatte, lag es nah, mich auch einmal den anderen Serien und Bücher der Autorin zu widmen. Zwar ist es grundsätzlich so, dass FBI-Geschichten, warum auch immer, ein Grund dafür hat sich mir noch nicht erschlossen, nicht als so anziehend zu lesen finde. Aber wer weiß, vielleicht habe ich einfach noch nicht die richtige Geschichte gelesen, um mich von dem Thema reizen zu lassen?

Und obwohl es durchaus unterhaltsam war „Spiel auf Herz und Tod“ zu lesen und auch, was den Kriminalfall betraf, wirklich spannend, so war doch auch diese Geschichte nicht wirklich dazu angetan mich vom Thema zu überzeugen.

Ich weiß nicht, was das mit Jessica Westin und mir ist, wenn es um die Charaktere ihrer Geschichte geht. Ich komme einfach nicht mit ihnen klar. D.h. grundsätzlich sind sie eigentlich spannend ausgewählt und sorgfältig und individuell mit Hintergrund ausgestattet. Und doch empfinde ich sie beim Lesen oft als belanglos und uninteressant.

Ich kann den Finger nicht genau auf den Punkt legen, aber Jessica Westins Figuren tangieren mich einfach nicht auf diese besondere Weise, die eine Geschichte für mich zu einem Leseerlebnis macht. Zwar treiben sie die Geschichten der Autorin stets voran, weil sie intelligent handeln, aber für mich Laufen sie trotzdem lediglich neben her, ohne mich mit ihrer persönlichen Geschichte zu berühren.

Genauso ging es mir auch mit der durch einen schiefgelaufenen Einsatz traumatisierten - viel zu schönen, was leider viel zu oft betont wird - Ex-FBI-Agentin Phylicia Preston und dem smarten - viel zu perfekten, was nicht weniger oft hervorgehoben wird - FBI-Agenten Christopher Shepard.

Sicher, die Charaktere sind etwas zu perfekt dargestellt und vielleicht distanziere ich mich automatisch deswegen so von ihnen, aber sie leiden, bzw. haben ausreichend gelitten, um Mitgefühl zu verdienen. Am Ende kann ich nur vermuten, dass es vielleicht daran liegt, dass einfach alles zu smart, zu glatt und zu perfekt abläuft und der, an sich recht interessante Fall praktisch zur Lappalie wird.

Kurz gefasst: Ein wirklich unterhaltsamer Suspense-Plot und durchaus interessante und vor allem umsichtig und klug handelnde Figuren, die mich jedoch nicht auf diese besondere Lese-Erlebnisweise berühren konnten.