Rezensionen

Ankes Bewertung 02 Sterne.png

Eigentlich war geplant gewesen, dass Vivian LaCrosse ihren Jugendfreund Charles Caverleigh ehelicht. Da der sich jedoch Hals über Kopf in eine andere verliebt hat und wie Vivian ihn dringend nahegelegt hatte, seinem Herzen folgen soll, war dieser nun auf dem Wege nach Gretna Green und Vivian damit konfrontiert, dass an Charles Stelle, nun sein älterer Bruder, Lucien, um ihre Hand anhält.

Für Lucien Caverleigh ist es ein Wink des Schicksals, dass sein ungestümer Bruder mit einer anderen auf und davon ist. Endlich kann er wagen das laut aussprechen, was schon so lange sein heimliches Begehr ist, die schöne Vivian zu umwerben und zu heiraten.

Während Vivian noch ganz perplex über die Entwicklung ist und sich einfach nicht erklären kann, was Lucien antreibt, macht sie dieser sich bereits an die Verführung des unkonventionellen Blaustrumpfes.

Der 1. Teil der "Ladies in Waiting"-Serie der Autorin Emma Wildes hat mir richtig gut gefallen, der 2. Teil war ebenfalls recht nett, aber so ganz glücklich war ich schon nicht mehr damit und dieser 3. Teil - nun, der drückt den recht guten Allgemeineindruck der Serie, doch leider erheblich.

"Ein unwiderstehliches Angebot" war irgendwie seltsam zu lesen. Die Geschichte wirkt auf mich leidenschafts- und orientierungslos und seltsam ungeformt. Ihre Figuren waren zwar grundsätzlich sympathisch und besaßen interessanten Eigenschaften, wirkten aber trotzdem blass und unscheinbar und somit recht langweilig auf mich.

Ähnlich gelangweilt hat mich die Geschichte an sich, in der einfach nichts passierte - einmal abgesehen vom Verschwinden des Helden, Lucien. Allerdings ist es so, dass diese Wendung dann so unerwartet kommt und im Gegensatz zum Dahinplätschern des 1. Teiles der Geschichte völlig deplatziert wirkt, dass sie arg konstruiert erscheint.

Ein wenig Ablenkung bietet der Nebenerzählstrang, der von Charles und seiner Frau handelt, einer Bürgerlichen und dazu noch Pfarrerstochter; vor allem letzteres, ein nicht besonders originelles Klischee, das mir die Autorin hätte auch ersparen können.
Und wenn wir schon bei der Kritik sind, ein bisschen sympathischer und einen Hauch temperamentvoller hätte Charles Frau Louisa auch ruhig sein können.

Kurz gefasst: Unorigineller 3. Teil der "Ladies in Waiting"-Serie, der sich in vielerlei Hinsicht unbefriedigend las und mich zu keinem Zeitpunkt für sich gewinnen konnte.

Nicoles Bewertung 03 05 Sterne.png

Vivian und Charles sind schon von Kindesbeinen an beste Freunde. Romantische Gefühle haben beide nicht füreinander, obwohl ihre Väter eine Ehe zwischen ihnen arrangieren wollen. Doch die schlaue Vivian, die sich nicht nur für Botanik interessiert, will keinesfalls eine Vernunftehe eingehen und so unterstützt sie Charles bei seinem Vorhaben mit der schönen Vikars-Tochter Louisa durchzubrennen, die er über alles liebt. Natürlich muss sie anschließend vortäuschen, aus allen Wolken zu fallen, als Charles Vater und sein ältester Sohn Lucien bei ihr zu Hause vorstellig werden, um ihr die tragische Botschaft zu verkündigen, dass sie sitzengelassen wurde.

Womit Vivian jedoch nicht gerechnet hat, ist Luciens darauf folgender Heiratsantrag. Er scheint es durchaus ernst zu meinen und nicht nur aus reinem Pflichtgefühl seiner Familie gegenüber, Vivians Mann werden zu wollen.
Vivian ist überrascht, denn eigentlich hielt sie sich bislang für eine Außenseiterin in der Gesellschaft, die von ton eher belustigt wahrgenommen wurde, und nicht für eine Frau, für die der attraktive Lucien sich interessieren könnte. Sie nimmt seinen Heiratsantrag an, doch dann verschwindet Lucien plötzlich spurlos. Hat er kalte Füße bekommen, oder steckt etwas ganz anderes hinter seinem Verschwinden? Sein Verhalten bringt Vivian in große Schwierigkeiten.
Währenddessen hat Charles ganz andere Probleme. Er will seinem Vater beweisen, dass er keinesfalls der leichtfertige Luftikus und Schürzenjäger ist, sondern viel mehr in ihm steckt. Doch wird Charles Vater Louisa als Charles Frau akzeptieren?

Der dritte Teil der „Ladies in Waiting“ Reihe erzählt abermals, wie man es von Emma Wildes gewohnt ist, gleich zwei Liebesgeschichten in einem Roman. Diesmal sind es Brüder, die zwar die Frau fürs Leben gefunden haben, aber zuvor noch einige turbulente Abenteuer überstehen müssen.

Besonders auf Vivians Story war ich bereits sehr gespannt, da sie ja schon als Nebenfigur in dem Vorgängerband in Erscheinung trat, doch dieses Mal hätte ich mir hier und da einfach ein wenig mehr spitzzüngige Dialoge zwischen Vivian und Lucien gewünscht, zumal das Heldenpaar als intelligent beschrieben wird und mit einem eigentlich schönen Humor ausgestattet wurde. Trotz meiner kleinen Kritik stimmt die Chemie zwischen Lucien und Vivian einfach und im Großen und Ganzen hat mir ihre Geschichte ganz gut gefallen, wenn sie auch nicht viele echte Spannungsmomente zu bieten hat, da man praktisch von Anfang an um Vivians und Luciens Gefühle weiß.
Luciens Grund für seine Abwesenheit kurz vor der Hochzeit, fand ich ehrlich gesagt auch etwas zu konstruiert geschildert, doch dafür gefiel mir diesmal auch die zweite Love Story in diesem Roman zwischen Charles und seiner Louisa, da die beiden ebenfalls zwei Sympathieträger sind, die man schnell in sein Leserherz schließen kann.

Weniger gut gefallen hat es mir, dass in diesem Roman unglaublich viele moderne Ausdrücke benutzt werden, wie zum Beispiel das Wort „topaktuell“, (Seite 53) die dafür gesorgt haben, dass ich zwischenzeitlich immer wieder aus der Story herauskatapultiert wurde, weil es mich so sehr gestört hat; auf unzeitgemäße Wörter zu stoßen. Ob es an der Übersetzung liegt, oder ob der Text auch schon im Original so salopp von der Autorin formuliert wurde, kann ich an dieser Stelle leider nicht sagen, da ich das englischsprachige Original bislang nicht gelesen habe.

Man kann sich „Ein unwiderstehliches Angebot“ auch gut ohne Vorwissen zu Gemüte führen, bzw. muss die beiden Vorgängerbände nicht zwingend gelesen haben, um in die Geschichte hineinfinden zu können. Kleine Auftritte von Hauptakteuren der ersten beiden Teile wurden von der Autorin berücksichtigt, was für Serienfans sicherlich ein Pluspunkt darstellt.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich „Ein unwiderstehliches Angebot“ von Emma Wildes zwar als gewohnt routiniert geschriebene und leichte Lektüre empfand, mir jedoch ein wenig mehr Spannungselemente und etwas mehr Tiefgang hinsichtlich der Romanfiguren gewünscht hätte. Wem der Sinn jedoch nach einem sehr soften und erotischen Historical steht, kann hier beruhigt zugreifen. Mir waren die beiden Love Stories, dagegen, trotz gewisser netter Momente, für eine bessere Bewertung einfach ein wenig zu einfach und beliebig gestrickt.

Kurz gefasst: Etwas durchschnittlich geratener Abschluss der Ladies in Waiting Reihe, der Fans softer und erotischer Historicals dennoch sicherlich zufrieden stellen wird.