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Tinas Bewertung

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Hier noch eine kleine Ergänzung zum Klappentext:
"Das Meer der Zeit" beginnt im Jahr 1916, in dem Kate den Captain Julian Ashford kennenlernt. Mit dem nächsten Wimperschlag befindet man sich im Jahr 2007, in dem Kate dem Millionär Julian Laurence begegnet.
Und über all dem liegt das Gefühl einer tiefen und langen Verbundenheit - dem Gedanken von "den kenne ich irgendwo her".

Puh - da hat es mir die Autorin Beatriz Williams ganz schön schwer gemacht, mich auch nur etwas mit ihrem Roman "Das Meer der Zeit" anzufreunden.

Dabei ist es so, dass Zeitreiseromane durchaus nicht ohne und darüberhinaus auch sehr gut zu lesen sind; ja ich fand sogar die Entscheidung sehr gut, Kate in der Ich-Form erzählen zu lassen, was die Geschichte ein wenig persönlicher macht...

Und trotzdem kam ich einfach nicht rein, könnte mich mit den Figuren nicht anfreunden und wurde viel zu oft von Zeitwechseln und Gefühlsverwirrungen, die ich nicht zuordnen konnte, total durcheinander gebracht. Ich konnte förmlich beobachten, wie meine Aufmerksamkeit nicht länger bei der Geschichte verweilte, sondern langsam aber sicher abdriftete.

Kurz gefasst: Trotz des ansprechenden Themas "Das Meer der Zeit" ist es einfach nicht "mein" Buch und das obwohl es mich sehr an die Filme "Kate und Leopold" oder "Das Haus am See" erinnert hat. Doch konnte es meine Aufmerksamkeit nicht in dem selben Maße fesseln.


Nicoles Bewertung

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Kate, die an der Wall Street arbeitet, traut ihren Augen nicht, als ausgerechnet der attraktive Milliardär Julian, der geschäftlich mit ihrer Firma zu tun hat, sich mit ihr verabreden möchte. Doch Julian ist ihr seltsam vertraut und so verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn, selbst wenn seine kontrollierende Art ihr ab und an auf die Nerven fällt. Doch nach einem Treffen herrscht zunächst Funkstille zwischen den beiden, die so lange dauern soll, bis die Geschäfte zwischen Julians und Kates Firma abgewickelt sind.

Aber auch danach meldet sich Julian nicht mehr bei Kate, die über sein Verhalten mehr als enttäuscht ist. Erst einige Zeit später, während einer denkwürdigen Joggingrunde kreuzen sich ihre Wege erneut: Als Kate von einem gewalttätigen Jogger angegriffen wird, ist es Julian der ihren Verfolger schlagkräftig in die Flucht schlägt. Von diesem Tag an brodelt die Gerüchteküche, die Zeitungen überschlagen sich mit News über Kate und Julian; doch selbst jetzt will der Milliardär nicht mehr von Kates Seite weichen. Als Kate wenig später ihren Job verliert, weil sie angeblich Insiderinformationen weitergegeben hat, beschwört Julian seine neue Freundin inständig darin, zusammen mit ihm eine Zeit lang in sein Häuschen außerhalb der Stadt zu ziehen, denn er fürchtet dass ihm und Kate Gefahr droht.

Kate ärgert die Tatsache, dass Julian so viele Geheimnisse vor ihr hat und sie versucht ihn zu überreden, dass er sich ihr endlich anvertraut, doch er schweigt sich hartnäckig darüber aus. Erst als ihr anonym ein historische Biografie zugestellt wird, in der sich ein Historiker mit dem Kriegshelden und Dichter Captain Julian Laurence Spencer Ashford beschäftigt hat, kommt der Stein ins Rollen, denn auf einer Fotografie die kurz vor dem ersten Weltkrieg aufgenommen wurde, ist Kates Julian zu sehen. Ist der Mann auf dem Bild lediglich ein Vorfahr ihres Julians oder kann es sein, dass der Mann, der so viele Geheimnisse vor ihr verbirgt, gar ein Zeitreisender ist?

Seit Diana Gabaldons legendärer Highlandsaga gehören Zeitreiseromane zu meiner Lieblingslektüre und so geriet selbstverständlich auch „Das Meer der Zeit“ gleich in mein Visier. Vorab möchte ich deutlich machen, wie sehr ich gewillt war, diesen Roman zu mögen, da gerade Zeitreise-Romances momentan auf dem deutschen Buchmarkt so dünn gesät sind.

Die Autorin lässt in ihrem Roman sehr unterschiedlich gestrickte Hauptfiguren aufeinander los. Da wäre zum einen die freundliche, einsame und harmoniesüchtige Kate, die an der Börse arbeitet, sehr ehrgeizig und gut in ihrem Job ist; die insgeheim aber auch spürt, dass ihr Job sie nicht auf Dauer glücklich machen wird und zum anderen der geheimnisvolle, attraktive Julian, ein kultivierter Engländer, der sich so manches Mal recht altmodisch und steif ausdrückt, alte Werte wie Ehre und Mut wertschätzt und der Meinung ist, dass er lediglich mit der Frau, die er auch zu heiraten gedenkt, Sex haben möchte.
Zwischen Kate die recht burschikos und geradeheraus ist und mit ihren Meinungen nicht lange hinterm Berg hält und die keinesfalls ein Society- Weibchen werden möchte, die sich von ihrem reichen Mann aushalten lässt und dem Geheimniskrämer Julian liegen also wahre Welten; dennoch fühlen sich beide wie magisch voneinander angezogen, was zunächst für einigen Zündstoff sorgt.

Beide müssen sich erst zusammenraufen. Während Julian sein Herz in Sachen Verliebtheit aber auf der Zunge trägt und seiner Kate immer wieder sagt wie sehr er sie vergöttert, hat Kate einige Probleme damit, ihre Gefühle nach außen zu transportieren. Zudem machen ihr auch Julians Verschlossenheit und Heimlichkeiten sehr zu schaffen. Und nicht zu vergessen, die Art und Weise wie er sie kontrollieren möchte. (Auch wenn er nur Kates Sicherheit im Sinne hat)
Zwar hat sich die Autorin sehr viel Mühe damit gegeben, die Gefühle ihres Heldenpaares auch für den Leser transparent zu machen und so manche ihrer Beschreibungen muten dabei sogar durchaus poetisch an, doch leider konnte mich dann die Umsetzung des Ganzen leider nicht so sehr begeistern. Sowohl Kate als auch Julian konnten mich einfach nicht berühren und wer dazu prickelnde Liebeszenen erwartet, wird ebenfalls enttäuscht werden.
Sicherlich am Ende des Romans begreift man dann endlich, wieso Julian gleich mit zahlreichen Koseworten um sich wirft, als er Kate begegnet und versteht seinen Kontrollzwang Kate gegenüber, doch ehrlich gesagt würde eine Frau, die im wahren Leben einem solchen Exemplar von Mann begegnet, gleich flüchten, weil sie vermuten würde, sie wäre einem seltsamen Stalker aufgesessen.

Die Autorin hat die Angewohnheit viele wichtige Dinge praktisch aus dem „Off“ nachzuerzählen, die, wären sie vielleicht im Buch live erzählt worden, für ein wenig mehr Spannung gesorgt hätten. Etwa Julians Besuch bei dem Schriftsteller der seine Biografie schrieb oder seine klärenden Gespräche mit seinem besten Freund Geoff. Einzig zwischen Julian und Kate, oder zwischen Kate und ihrem Arbeitskollegen findet man reichliche Dialoge im Roman vor; ansonsten wirkt die Geschichte stellenweise fast schon wie eine Nacherzählung.
Die Autorin erzählt ihren Roman dabei abwechselnd auf zwei Zeitebenen. Da sie mit dem Handlungsstrang beginnt, der sich nach dem Kennenlernen der beiden in der Gegenwart, abspielt, weiß man recht früh, was Julian ist; nämlich ein Zeitreisender- lediglich über das Wie und Warum schweigt sich die Autorin fast bis zum Schluss des Romans aus und schürt damit die Neugierde des Lesers. Ich für meinen Teil blieb dann am Ende der Geschichte, trotz des spannenden Showdowns, enttäuscht zurück, denn ich fand ehrlich, dass es sich die Autorin mit ihrer Erklärung für die Zeitreise diverser Personen in dieser Story leider ein wenig zu leicht gemacht hat.

Besonders interessant fand ich es im Vorfeld, als ich erfuhr, dass Julian ein Zeitreisender ist, der direkt vom Schlachtfeld, während des ersten Weltkrieges in die Gegenwart katapultiert wird. Ich hatte mir daher zumindest einen Ansatz historischen Kolorits versprochen, doch leider wird man als Leser abermals nur aus dem „Off“ darüber informiert und wird keinesfalls Zeuge seiner Zeitreise. Nur wenige Romanpassagen spielen in Julians eigentlicher Zeit, die ebenfalls für kein historisches Kolorit sorgen konnten. All diese aufgezählten Punkte fand ich sehr schade, da ich den Schreibstil der Autorin ansonsten sehr gut, gefällig und das Buch auch keinesfalls als langweilig empfand.

Kurz gefasst: Die wichtigsten Zutaten für einen herausragenden Zeitreiseliebesroman fehlen hier meiner Meinung nach: eine einigermaßen plausible Erklärung/Auflösung für die Zeitreise und eine überzeugende Love Story zwischen Kate und Julian. Trotz der guten Ausdrucksweise der Autorin und ihrem ansprechenden Schreibstil nimmt man dem Heldenpaar ihre tiefen Gefühle füreinander leider nicht richtig ab; mir fehlte einfach mehr Tiefgang. Eine nette Story wenn man nichts Tiefschürfendes erwartet, doch leider auch nicht mehr.


Das Meer der Zeit

Beatriz Williams

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Originaltitel: Overseas
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN: 978-3426508183
Erscheinungsdatum: Dezember 2012
Genre: Time Travel

Klappentext

Eine junge Frau auf der Suche nach Glück und Erfolg. Ein geheimnisvoller Mann, der nicht aus dieser Zeit zu stammen scheint. Eine Liebe, die keine Zukunft haben kann.
Als die junge New Yorkerin Kate den attraktiven und reichen Julian kennenlernt, glaubt sie zu träumen, denn er ist fast zu perfekt, um wahr zu sein. Da erhält sie eines Tages mit der Post ein Buch, in dem die Geschichte eines gefeierten britischen Poeten erzählt wird, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Das Bild auf der Buchrückseite zeigt – IHREN Julian!

Quelle: Droemer/Knaur

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