Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Lady Marguerite de Montpierre befindet sich auf der Burg ihres grausamen Verlobten, als sie einen markerschütternden Schrei vernimmt. Bislang galt sie stets als sittsam, schüchtern und gehorsam, doch nun ist der Punkt erreicht, an dem sie nicht mehr ignorieren kann, wie schlecht und grausam ihr Verlobter gefangene Schotten behandelt und so macht sie sich trotz der Warnungen ihrer Zofe auf, um nach dem Rechten zu sehen. Sie findet einen schwer verletzten Mann vor, der am Ende seiner Kräfte scheint. Mitleidig versorgt sie seine Wunden und sorgt dafür, dass Callum zum ersten Mal, seit vielen Jahren in Gefangenschaft, wieder Hoffnung schöpft. Er ist bezaubert von dem schönen Wesen, dass ihm helfen möchte und vergisst sie auch nicht, nachdem er wenig später von seinen Brüdern befreit wurde. Marguerite hatte sich nämlich seinem Bruder Bram anvertraut und ihn um Beistand gebeten, nachdem ihr Verlobter, ihre Zofe kaltblütig, während eines Kampfes, ermordete und ist nun für eine Weile Gast bei den MacKinlochs.

Doch dann geht sie zurück zu ihrem Vater, der bereits eine neue Ehe für Marguerite arrangiert hat. Marguerite und Callum sind verzweifelt, denn beiden ist klar, dass sie sich lieben. Doch eine Ehe scheint unmöglich für sie zu sein- Marguerites Verlobter besteht unter allen Umständen darauf, dass sie seine Frau wird. Dazu hasst Marguerites Vater die MacKinlochs und würde Callum lieber tot als lebendig sehen…

Bereits im ersten Teil der Reihe „Schicksalsnächte mit dem Highlander“, der Brams Story erzählt, wurde man bereits mit seinem und Callums Schicksal vertraut gemacht. Callum hat unvorstellbare Qualen erleiden müssen, während er viele Jahre in Kerkerhaft saß und hat letztendlich auch seine Stimme verloren. Eigentlich hat er bereits innerlich mit allem abgeschlossen und sich aufgegeben, als Marguerite in sein Leben tritt, die eine längst tot geglaubte Saite in ihm zum Klingen bringt. Ich fand es wunderschön beschrieben, wie Callum nach so vielen Jahren der Pein endlich wieder Vertrauen zu einem anderen Menschen fasst und auch sonst seelisch gesundet. Im Gegensatz zu manch anderem Bruder, ist er auch gottlob nicht solch ein sturer „Klotzkopf“, sondern ein äußerst sensibler Mann, der um das Einzige kämpft, was ihm wichtig geworden ist, um Marguerite.

Eigentlich ist sein Kampf völlig aussichtslos, vor allem, als die Autorin noch einen Nebenbuhler um Marguerites Hand auftauchen lässt. Und hier hatte ich dann auch ein Problem. Die Art und Weise, wie Michelle Willingham ihre Story zu Gunsten eines Happy-Ends verbiegt, mutete mir persönlich zu phantastisch an. Zugegeben, ein paar Abweichungen in Sachen Glaubwürdigkeit mögen ja völlig in Ordnung sein, doch in Anbetracht des Showdowns gegen Ende der Story, konnte selbst ich meine Augenbrauen nur noch verwundert in die Höhe ziehen. Ich mag die Romane der Autorin ja wirklich sehr und vor allem liebe ich es, dass sie stets den Romantikfaktor sehr hoch hält und Paare erschafft, die charismatisch gestrickt sind. Das ist mit Marguerite und Callum auch wieder der Fall, doch trotz der süßen Liebesgeschichte, die von heißen Liebesszenen untermalt wurde, hätte ich mir dann und wann doch noch ein wenig mehr Tiefgang und eine ausgeklügeltere Rahmenhandlung gewünscht.

Ansonsten gibt es aber nichts zu meckern, denn Callums und Marguerites Geschichte ist trotz allem eine sehr unterhaltsame, ans Herz gehende Historical Romance, die leider viel zu schnell ausgelesen war.

Kurz gefasst:  Callums Story- Ein Tortured Hero, kämpft sich für seine große Liebe wieder ins Leben zurück. Ans Herz gehende Historical Romance, allerdings auch mit kleinen Unglaubwürdigkeiten behaftet.