Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Ragnar ist bereits seit frühster Kindheit heimlich verliebt in Elena, die seine Gefühle jedoch scheinbar nie erwiderte. Stattdessen verliebte sie sich in Ragnars besten Freund Styr, den sie auch im erwachsenen Alter heiratete. Doch die Ehe zwischen den beiden gestaltete sich schwierig, da Elena kinderlos blieb, was sie sehr verbitterte. Um ihrer Liebe neuen Schwung zu geben, beschließen Styr und Elena noch einmal neu anzufangen, in Irland. Auch Ragnar ist mit von der Partie, denn er kann sich ein Leben ohne seinen besten Freund und seine heimliche große Liebe nicht vorstellen.

Als sie an die irische Küste gelangen und dort nach einem Lager für die Nacht fragen wollen, werden sie von den dort lebenden Dörflern, die schon längere Zeit am Hungertuch nagen, angegriffen. Während Styr von einer Frau hinterrücks niedergeschlagen wird, überwältigen die Iren, in dem sie Elena mit einem Messer am Hals bedrohen, die restlichen Nordmänner und zwingen diese, gefesselt, in ihr Boot zurück, das die Iren ebenfalls besteigen.

Ihr Anführer, Brendan, ist jedoch alles andere als ein starker Kämpfer und so gelingt es den Nordmännern bald, ihn und dessen Männer zu überwältigen, als das Boot von einem anderen kriegerischen Schiff angegriffen wird. Elena und Ragnar, der Styr versprochen hat, Elena mit seinem Leben zu verteidigen, springen über Bord, doch Ragnar ist bei dem Kampf schwer verletzt worden und so erreichen sie nur mit Müh und Not das Festland, wo Elena alles nur Menschenmögliche versucht, Ragnar bei Bewusstsein zu halten- ein leidenschaftlicher Kuss zeigt die gewünschte Wirkung, doch kann Elena Ragnars schwere Verletzung langfristig heilen und vor allem, werden sie von Styr gefunden, bevor Elena und Ragnar womöglich von ihren aufkeimenden Gefühlen voneinander überwältigt werden?

Nachdem man in Michelle Willinghams Roman „Das wilde Verlangen des Wikingers“ bereits lesen durfte, was Styr, kurz nachdem er von der Irin Caragh Ó Brannon niedergeschlagen wurde, in Irland widerfuhr, erzählt sie in der Fortsetzung, die praktisch zeitgleich spielt, wie es in der Zwischenzeit Styrs Ehefrau Elena und seinem besten Freund Ragnar ergang.
Während Elena im Vorgängerband sehr unterkühlt und auch ein wenig unsympathisch wirkte, änderte sich dieser von mir gefasste Eindruck nun relativ schnell, als ich Einsicht in Elenas Gedankenwelt bekam. Man erfährt, dass die Ehe zwischen ihr und Styr eigentlich bereits am Ende ist, dass sich beide so sehr in den gemeinsamen Jahren entfremdet haben, dass eine Versöhnung fast unmöglich erscheint und wie sehr Elena darunter leidet, dass sie keine Kinder mit Styr hat bekommen können.
Was aber noch wichtiger erscheint, ist, dass ihre unterkühlte Art nur eine Fassade ist, die sie vor der Welt errichtet hat, um sich zu schützen. Lediglich Ragnar, kennt auch Elenas weiche, mitfühlende Seite und genau diese ist es, die ihm während ihrer gemeinsamen Zeit nun schwer zu schaffen macht, denn er weiß kaum noch, wie er seine Gefühle vor ihr verbergen soll. Man kann sich sehr gut in Ragnar hineinversetzen, der hin und hergerissen ist- denn Styr ist schließlich sein bester Freund, den er niemals hintergehen will und als Ehrenmann kann er auch nicht aus seiner Haut.

Obwohl Elena und Ragnars Beziehung sich sehr langsam entwickelt, was ich absolut passend empfand, hat die Autorin es dennoch geschafft, viel Romantik und Gefühl hinein zu transportieren und das obwohl sich Elena und Ragnar zunächst einmal ja nicht in sexueller Hinsicht näher kommen dürfen.

Nun stecke ich in einem echten Dilemma, denn bereits für den ersten Teil der „Forbidden Vikings“ habe ich 5 von 5 Punkten vergeben, doch wenn ich ehrlich bin, fand ich diesen Teil hier noch einen ganzen Ticken besser. Könnte ich eine 5 mit Sternchen vergeben, würde ich es hier definitiv machen.
Das Einzige, das mir nicht so gut gefallen hat, waren manche recht moderne Begriffe, die meiner Meinung nach in einem Historical nichts zu suchen haben. Dazu gehört auch die Bezeichnung „Baby“. Ich schätze aber mal, dass das eher an der deutschen Übersetzung liegt, daher lasse ich diesen Kritikpunkt bei meiner Bewertung diesmal außen vor.

Kurz gefasst: Unter die Haut gehender, wunderschöner 2. Teil der „Forbidden Vikings“, der mich begeistert hat. Klare Leseempfehlung!