Rezensionen

Ankes Bewertung 02 05 Sterne.png

Ich sollte mal unbedingt damit anfangen Klappentexte genauer zu lesen und Bücher nicht nur aufgrund ihres Titels auswählen! Denn ich bin mal wieder einem Jane Austen-Attribut hereingefallen, was dem Original einfach nicht gerecht wird.

Dabei ist das Hauptproblem hier noch nicht einmal wie Teri Wilson mit dem "Stolz und Vorurteil"-Thema umgeht und die Figuren interpretiert, sondern deren tierische Ergänzung.

Ich bin kein Hundeliebhaber. Okay nein, das stimmt so nicht, sagen wir besser, ich kann überhaupt nichts mit einer Hunde-Herrchen-Beziehung anfangen, was über die reine artgerechte Fürsorge für Haustiere rausgeht.

Und ja, die Hundeschauen sind nur ein kleiner Teil der Geschichte. Und ich glaube allein diese Tatsache hätte mich auch nicht gestört, wenn sie nur sachlich als Teil des Plots genutzt worden wären. (Ich finde, dass das Linda Lael Miller immer sehr gut macht, auch ihre Helden haben stets Haustiere, was mich noch nie beim Lesen gestört hat, denn sie halten diese liebevoll, überbewerten sie aber auch nicht.)

Halten wir also fest, dass ich weder für Elizabeth, noch Darcy, in dieser Hinsicht Verständnis aufbringen konnte. Keine guten Voraussetzungen also.

Desweiteren kommt der Humor der Autorin hinzu, den ich nicht amüsant fand und das Verhalten was sie Elizabeth auf den Leib schreibt. Denn ich finde, dass sie zum Teil überhaupt nichts mit der "echten" Elizabeth zu tun haben.

Nun das muss vielleicht auch nicht unbedingt so sein, aber andererseits integriert die Autorin so einige Szenen aus (vor allem aus der Film-Version) Jane Austens Werk, sodass es auf mich innerhalb der Geschichte irgendwie unharmonisch wirkte, dass sie Elizabeth eine andere, viel zu aufgedrehte und übertrieben wirkende Persönlichkeit zuschreibt.

Donavan Darcy war mir da viel sympathischer; natürlich auch wegen seines nüchternen Wesens und Umgangs mit dem Hunde-Thema; und ich fand ihn sehr viel mehr Jane Austen-mäßig. Ja, Teri Wilsons Darcy war überhaupt charmanter, fürsorglicher und verständiger, als das Original - und passt so überhaupt nicht zu der mitunter etwas nervigen Elizabeth.

Kurz gefasst: Nicht nur, dass ich mit dem Thema Hundeschauen- und Züchter überhaupt nichts anfangen konnte, ich fand auch, dass die Autorin eine für meinen Lesegeschmack eher unglücklich Interpretation der Aust-ischen Figuren nutzt, für die ich, eingebettet in den Humor der Autorin, der ebenfalls nicht meiner ist, ebenfalls keine echte Sympathie aufbringen konnte.

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Die Lehrerin Elizabeth Scott hat bislang keine allzu großen positiven Erfahrungen mit reichen Menschen gemacht. Da sie an einer Privatschule für privilegierte Kinder unterrichtet, kommt es des Öfteren vor, dass Eltern eines faulen oder uninteressierten Schülers mit der Absicht sie zu bestechen, damit deren Filou eine bessere Note bekommt, an Elizabeth herantreten. Erst kürzlich sorgte ein solcher Vorfall dafür, dass Elizabeth von der Arbeit freigestellt wurde, nur weil der Vater eines Schülers all seine Beziehungen spielen ließ. Und zu allem Überfluss ließ er sie spüren, dass er sich ihr nicht nur finanziell überlegen fühlt.

Vom Dienst vorläufig suspendiert, solange wie eine schulinterne Untersuchung läuft, bleibt Elizabeth nun mehr Zeit für ihr Hobby. Sie besitzt einen Hund und lässt diesen regelmäßig bei Hundeshows laufen. Ausgerechnet auf ihrem Geburtstag wird für die Hundeshow, an der Elizabeth mit ihrem Hund teilnimmt, ein waschechter Brite mit aristokratischen Wurzeln als Richter verpflichtet und dieser sorgt mit seinem unterkühlten Benehmen dafür, dass Elizabeth bald vor Wut schäumt.

Doch abgesehen davon, überfallen sie danach äußerst widerstrebende Gefühle, denn Mr. Donovan Darcy hat durchaus auch gute Seiten und ist nicht nur rein optisch der begehrteste Junggeselle von London. Eigentlich dachte Elizabeth jedoch, sie würde Mr. Darcy nie wieder sehen, doch eine flüchtige, weitere, allerdings weibliche Bekanntschaft auf der Hundeshow, ebenfalls aus England, unterbreitet der verblüfften Lehrerin ein unschlagbares Angebot. Elizabeth soll für ein paar Wochen als Hundesitterin und Vorführerin bei Shows in England auftreten, wird fürstlich bezahlt und darf mit ihrer Arbeitgeberin und deren Mann in einem luxuriösen Landhaus wohnen. Elizabeth stimmt zu, nicht ahnend, dass Mr. Darcy dort der direkte Nachbar von gegenüber ist…

Zugegeben, natürlich war es zunächst das Reizwort „Mr. Darcy“ im Titel, das mich dazu verleitet hat, dem Debütroman von Teri Wilson eine Chance zu geben, denn in ihrem Vorwort lässt sie bereits durchblicken, dass sie natürlich auch ein Faible für Jane Austens Romane und der immer noch legendären BBC Verfilmung hat und ein paar Schmankerl für Austen-Fans in ihrer Story, die allerdings in der Gegenwart spielt, mit eingebaut hat.

Kommen wir zur Handlung. Ein wenig überrascht war ich, als ich entdeckte, dass Hundeshows und Schönheitswettbewerbe hier im Fokus des Geschehens stehen; abgesehen von der Liebesgeschichte natürlich. Obwohl man der Autorin zu Gute halten muss, dass sie damit eine sehr spezielle, mir in einem anderen Roman bislang noch nicht untergekommene Rahmenhandlung geschaffen hat in dem sie ihre Heldin und ihren Held in der Welt der Hundeshows aufeinander treffen lässt, entsprach diese Kulisse leider nicht meinem persönlichen Lesegeschmack- im Gegenteil, ich hege eher eine Abneigung gegen solche, wie ich finde, unsinnigen Wettbewerbe.

Der Roman als solches ist leichte Liebesromankost, allerdings fehlte mir bei den Dialogen des Heldenpaars einfach mehr Witz und Esprit; vor allem wirken die Zankereien der beiden an manchen Stellen etwas zu gewollt bzw. konstruiert für meinen Geschmack. Besonders Zankapfel Elizabeth lässt dieser Punkt oftmals in einem unsympathischen Licht erscheinen, zumal Mr. Darcy es von Beginn an gut mit ihr meint und, bis auf die erste Begegnung, stets freundlich zu ihr ist. Ab dem Zeitpunkt, als Elizabeth dann in England ihren Job als Hundesitterin antritt, schleichen sich leichte Längen ein, doch trotz meiner aufgezählten Kritikpunkte, ist „Ausgerechnet Mr. Darcy“ kein schlechtes Buch. Die Geschichte bietet größtenteils unterhaltsame, leichte und solide Liebesromankost, für meinen Geschmack fehlte aber das Tüpfelchen auf dem „i“, das aus einem netten Roman einen mitreißenden Roman gemacht hätte. Und auch die zweite Love Story, die Liebesgeschichte zwischen Mr. Darcys Freund Henry und Elizabeth Schwester Jenna, wird leider nur ganz nebenbei und recht unspektakulär eingeflochten, so dass auch hier Tiefgang und Romantik etwas auf der Strecke bleiben, finde ich.

Kurz gefasst: Nette Liebesromankost- allerdings sollte man hier trotz des Titels keinen ebenbürtigen Roman erwarten, der es mit Jane Austens Originalwerk aufnehmen kann.