Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Casper Brook, Duke of Rothwell, steht in dem Ruf ein skrupelloser Herrscher über sein Reich zu sein und seine Familie mit Härte zu regieren. Doch seine Schwäche ist die Kunst und als finanzkräftiger Sammler ist er genau der der Evelyn Pearce aus ihrer Misere heraushelfen kann. Und angesichts seines Rufs verdient er es wohl auch ein wenig übers Ohr gehauen zu werden, indem Evelyn ihm ein angebliches Bild ihres verstorbenen Vaters, einem Baronet, der seinen Unterhalt als Künstler bestritten hat, verkauft. Tatsächlich stammt jedoch lediglich die Skizze von ihrem Vater, die Vollendung in Öl hat das Bild von Evelyn erhalten.

Und obwohl Casper die Technik des Meisters wiedererkennt, so scheint irgendetwas mit dem Bild nicht zu stimmen. Doch noch mehr als die Frage nach Herkunft des Bildes fasziniert ihn die Anbieterin des gleichen. Sie hat sich bei ihm als verwitwete Mrs. Swift vorgestellt, doch sein Bauchgefühl sagt ihm, dass sie genauso falsch ist wie das Bild. Doch umso mehr seine Neugier und sein Ärger geschürt wird, umso weniger scheint er von Evelyn ablassen zu können.

Dieser 1. Teil der „The Games of Gentlemen“ der Autorin Emily Windsor spielt zeitgleich mit dem 1. Teil ihrer „The Governess Chronicles“. Die Verbindung liegt zum einen darin, dass Mathilda („A Governess should never...tempt a Prizefighter“) eine Freundin von Evelyn ist und die beiden in engem Kontakt stehen und zum anderen, dass Casper Mitglied von Seth Hawkins („A Governess should never...tempt a Prizefighter“) Boxclub ist und wird regelmäßig von diesem trainiert. Es lohnt sich also beide Teile, bzw. beide Serien zu verfolgen.

„The Duke of Diamonds“ folgt demselben Erzählstil, wie ich ihn bereits in „A Governess should never...tempt a Prizefighter“ kennen und lieben gelernt habe. Die Autorin kommt damit ihrem bewährten Konzept nach, einem, das mir zu 100 % entgegenkommt, wenn es so allerdings auch keine Überraschungen bieten kann. Nichtsdestotrotz hat Emily Windsor mit ihrer Erzählkunst ihre Stellung als Lieblingsautorin bei mir gefestigt und jede Kritik, die ich hier äußern mag, ist Jammer auf sehr hohem Niveau.

Auch in „The Duke of Diamonds“ konnte ich den Eindruck gewinnen, dass die Autorin sehr sorgfältig recherchiert. Das und die englische Sprache ihres Romanes, die Autorin ist Engländerin, macht das Lesen für mich zu einem besonderen Ereignis; wenn es damit auch nicht immer so ganz einfach zu verstehen ist, insbesondere mit meinem, ohne Scham als eingeschränkt zu nennenden, Sprachkenntnissen.

Casper ist einfach ein Traum als Held eines Liebesromans und Evelyn eine unabhängige und sympathische Heldin, die sich ihre Naivität bewahrt hat. Letzteres mag hier und da ein wenig fehlt am Platz wirken, angesichts von Evelyns schwierigem Schicksal, aber es passt irgendwie zu der Figur. Und warum auch nicht, schließlich braucht so ein „knight in shining armour“ ja auch eine Aufgabe, oder auch zwei.

Was mir an Emily Windsors Romanen besonders gut gefällt, ist der wundervolle Humor, den sie mit leichter Hand in die Geschichte einstreut und den sie gleichsam mit tiefen Einblicken in den Charakter ihrer Figuren harmonisch ausgleicht. Damit wirken ihre Figuren auf mich äußert lebendig, sie sind sich ihrer Stärken bewusst, lernen ihre Schwächen zu akzeptieren und können am Ende auch mal über sich selber lachen.

Kurzgefasst: humorvoll, unterhaltsam und sympathisch. Emily Windsors „The Duke of Diamonds“ bietet alles, was ich an einem Liebesroman liebe.