Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Jack, Marquess Winterbourne, ist sich sicher, dass sein neuester Auftrag, keine Herausforderung darstellen dürfte, schließlich ist Flirten seine zweite Natur und so eine Landjungfer sollte da kein Problem sein, doch ausgerechnet Cornwall? Für Jacks Geschmack viel zu viel Natur. Und wer weiß schon, welche Schäden frische Seeluft hinterlässt? Doch am Ende erweist sich das alles als Irrtum, denn das Landleben ist angenehmer als vermutet und die vermeintliche Landjungfer, ist äußerst anziehend und überraschend resistent gegen Jacks Charme.

Die traumatisierte Miss Tamsyn Penrose hegt schnell den Verdacht, dass Jack im Auftrag der Regierung handeln könnte, um sie erneut zu nötigen, die schlimmen Erinnerungen an eine längst vergangene Nacht wieder hervorzuholen. Doch je besser sie Jack kennenlernt und je mehr es ihr gelingt, hinter seine Fassade zu schauen, desto sicher fühlt sie sich in seiner Gegenwart.

Zwar hat sie bereits von sich aus begonnen sich gegen die schlimmen Erfahrungen der Vergangenheit zur Wehr zu setzten, doch hat sie auch das Gefühl, dass ihr die Zeit wegläuft und die Schatten der Vergangenheit drohender als je, über ihr hängen. Das und die Aufrichtigkeit, mit der ihr Jack entgegenkommt, machen ihr es leicht sich endlich zu öffnen.

Ich was so sehr von der Serie gefangen, dass ich die Teile der „Rules of the Rogue“ alle hintereinander weg gelesen habe. Doch wieder einmal hat sich für mich bestätigt, dass das nicht immer eine gute Idee ist. So habe ich mich beim Lesen zwar erneut sehr gut amüsiert und den Erzählstil von Emily Windsor sehr genossen, doch hat sich Stellenweise auch eine gewisse Ermüdung gezeigt und ich habe das Buch nicht gänzlich mit der Aufmerksamkeit gelesen, die es verdient hätte. Ich hoffe, mich das nächste Mal daran zu erinnern und Serien, derselben Autorin, besser zu dosieren.

Grundsätzlich war es, so fand ich, eine Herausforderung Jacks Geschichte zu erzählen. Die Autorin hat ihm zwar, in der Folge der Serie, Stück für Stück mehr charakterliche Tiefe verliehen, doch muss man aus so einem vermeintlichen „Bruder Leichtfuß“ auch erst mal einen Helden machen, dem man tiefe Gefühle zutraut. Doch Emily Windsor ist genau das gelungen, finde ich.

Allerdings war mir Jack auch von Beginn der Serie an sehr sympathisch. Ich habe seinen Humor sehr genossen und stets großen Spaß daran gefunden, wie er Rakecombe bei jeder einzelnen Begegnung, stets an den Rand seiner Kontrolle zu bringen weiß.

Hinzu kommt, dass die Autorin ein überaus gutes Händchen dafür hat, ihren Helden passende Hauptprotagonistinnen zur Seite zu stellen; was in diesem Fall gar nicht so einfach war und auch nicht immer so gut gelungen ist - weil Jack, aufgrund seines Wesens, einfach dafür geschaffen ist, weite Teile einer Geschichte zu dominieren.

Kurzgefasst: der gelungene Abschluss einer wundervollen, amüsanten und höchst unterhaltsamen Liebesroman-Serie. Lesegenuss auf höchstem Niveau.