Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Grant hatte die Hoffnung bereits aufgegeben, jemals zu erfahren was mit seiner geliebten 1. Frau Agnes geschehen ist, als ihn die Nachricht ereilt, dass man eine Frau in einem Kloster gefunden hat, die vor 3 Jahren einen Unfall hat und sich seitdem an nichts mehr erinnern kann.

Tatsächlich erkennt er Agnes sofort wieder – nur sie in leider nicht. Doch um nichts im Leben möchte Grant auf eine Zukunft mit seiner geliebten Nessie verzichten, die ihm so überraschend wiedergeschenkt worden ist.
Agnes hingegen ist sich überhaupt nichts sicher. Sie weiß nicht was sie mit dem jüngeren und gutaussehenden Ehemann anfangen soll, wie sie in einem Heim leben soll, das sie nicht kennt und wie sie die Mutter für eine Tochter sein soll, an die sie sich nicht erinnert. Und dann gibt es da noch mehr Ungereimtheiten, zb. ihr Unfall oder die 2. Ehefrau ihres Mannes, die er so unversehens abgeschoben hat?

Nachdem ich die höchst unterhaltsamen, aber doch auch sehr gemäßigten Short Story-Geschichten der „Inheritance Clause“-Serie von Samatha Holt gelesen hatte, war mir unbedingt nach einer Geschichte, die mir etwas mehr Substanz bieten kann. Nun, man sollte wohl nie zu voreilig mit seinen Wünschen sein, denn mit Bree Wolfs „How to wake a sleeping Lady“ bin ich ausgerechnet auf eine Geschichte gestoßen, die mir fast schon wieder zu viel „Substanz“ geboten hat. Und obwohl ich nun bereits seit ein paar Tagen darüber nachdenke, bin ich mir immer noch nicht einig darüber, was ich davon halten soll.

Wie soll ich mit einem Helden umgehen, der in Unwissenheit des Tatbestandes, Polygynie (Vielweiberei) begeht und just als seine 1. Ehefrau wieder auftaucht, seine vermeintlich 2. Ehefrau, die übrigens von ihm Schwanger ist, an seinen Kumpel weiterreicht? Einerseits irritiert mich ein solcher Plot total, weil ich es nun halt mal einfach mag in meinen Liebesromanen. Andererseits finde ich es aber auch faszinierend, was sich die Autorin für diesen 1. Teil ihrer „Happy Ever Regency“-Serie ausgedacht hat.
Sicher, am Ende regelt es sich für alle Figuren zu ihrem besten, auch die abgeschobene Schwangere, die über den Tatbestand gar nicht so unglücklich ist, bekommt ihr Happy End, doch einen unangenehmen Beigeschmack hat es doch bei mir hinterlassen.

Erschwerend hinzu kommt noch, dass sich die Geschichte aufgrund der vielen Wiederholungen etwas zäh liest, wann immer es um die Amnesie von Agnes geht. Sicher, die Autorin vermag damit einen guten und nachhaltigen Eindruck über die Problematik vermitteln, finde ich, doch gefühlt, hätten mir die Hälfte der Zeilen zum Thema auch gereicht.

Aber vielleicht lag das auch einfach an meinen Problemen mit den Entscheidungen von Grant, dass ich die Szenen mit den beiden mitunter zu dick aufgetragen empfand? Denn gleichzeitig gibt es in der Geschichte auch so viele wundervolle Szenen, zb. zwischen Agnes und ihrer kleinen Tochter Milly. Oder Agnes liebevollem Vater. Und dann stimmt einfach alles und die Problematik kann nicht oft genug wiederholt werden.

Kurz gefasst: ein Tipp für alle Liebesroman-Leser, die einmal etwas anderes lesen wollen!