Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Nachdem seine Frau und sein Sohn von der Mafia ermordet wurden und japanstämmige Yoshiro sich gerächt hat, ist es dem ehemaligen Hitman gelungen, mit Können und etwas Glück, aus dem Geschäft auszusteigen und unterzutauchen. Seitdem zieht er es vor, allein mit seinen Hunden, Salt und Pepa, zu bleiben und um seine Familie zu trauern - bis die Schwarze Ebony Day, mit ihren 3 Kindern auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann, während eines Schneesturms mit ihrem Auto im Graben vor seinem Haus landet. Für Yoshiro ist es Liebe auf den ersten Blick.

Ebony ist seit 3 Jahren auf der Flucht. 3 Jahre in denen ihr Ehemann sie immer wieder aufgespürt und sie und die Kinder brutal drangsaliert hat. Ihr fällt es nicht leicht, dem Fremden zu vertrauen, der ihr Obdach anbietet. Erst als Yoshiro ihr seine Waffe in die Hand drückt und ihr versichert, dass sie jederzeit abdrücken könne, um sich zu verteidigen, nimmt sie sein Angebot Zuflucht in seinem Zuhause zu suchen an.

Während draußen der Schneesturm tobt und damit Sicherheit vor ihrem Ehemann garantiert, fasst die Familie schnell Vertrauen zu Yoshiro. Als Ebony dann von seiner Vergangenheit hört und seiner Entschlossenheit sich des Problems anzunehmen, ist sie jedoch entschlossen ihren Anteil dazu beizutragen.

Auf Kenya Wrights "Redemption" bin ich aufmerksam geworden, weil die Geschichte von BWAM (= Black Woman, Asian Male, auch AMBW = Asian Male, Balc Woman)-Protagonisten erzählt. Zuletzt hatte ich mich an einer Novelle mit BWWM-Protagonisten versucht, was eine spannende Leseerfahrung war.

"Redemption" ist ein stand alone, slow burn-Romance, in dem zwei gebrochene Charaktere ein Ziel haben und darüber zusammenwachsen. Für den Roman gelten so einige Warnhinweise. Die wichtigsten sind häusliche Gewalt, gegen Frau und Kinder und die Reaktionen der Umwelt darauf, Gewaltszenen und Selbstjustiz.

Auch beinhaltet das ebook, einige zur Stimmung passenden Illustrationen, die zum Teil recht eindeutig ausfallen. Das ist das erst Mal, dass mir so etwas in einem Romance begegnet ist. Mir hat es gut gefallen.

Kenya Wrights "Redemption" kann als Romantic Suspense durchgehen, die Geschichte ist jedoch kein typischer Vertreter diesen Genres. Die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte und das Angehen der Traumata stehen im Vordergrund. Die Actionszenen gibt es als Sahnehäubchen obendrauf.

Ich habe viele positive Rezensionen zum Buch gelesen, ich kann aber auch verstehen, warum daran Kritik geübt wird. Da wäre zum einen die Beschäftigung mit dem Thema der Selbstjustiz an sich und zum anderen einige grenzwertigen Szenen, sowie Logiklöcher (zb. wie kann Ebony wieder heiraten, wurde sie den geschieden?).

Ich hatte mit nichts davon ein Problem. Zudem hält sich das „Spicy“-Level der Sexszenen in einem Rahmen, der mit zusagt. Ich habe die Geschichte geradezu inhaliert. Mir hat es sehr gut gefallen, wie empathisch die Autorin mit all den angesprochenen Problemen umgeht und welche Lösungen sie dafür sucht. Ich fand die Charakterentwicklung ebenso auf den Punkt, wie die Handlung. Ich wäre nicht abgeneigt gewesen, noch mehr über die persönliche Entwicklung von Ebonys Ehemann oder Yoshiros verstorbene Ehefrau zu erfahren. Möglicherweise wäre aber auch genau das zu viel für die Geschichte geworden, schließlich bleibt so der Fokus allein auf Ebony und Yoshiro. Und das ist gut so.

Kurzgefasst: man muss sich auf die Geschichte einlassen können, denn das hier ist kein typischer Romantic Suspense. Eine wunderschöne, bedächtige, slow-burn Liebesgeschichte, mit Familien-Bonus, die sexy, nicht zimperlich und actionreich ist. Ein all-for-one Paket.