Rezensionen

Chris' Bewertung 04 Sterne.png

Die Witwe Chloe lebt mit ihrem kleinen Sohn Nicholas in London und arbeitet in einem französischen Feinkostladen. Leider konnte ihre große Liebe Antoine die Geburt ihres gemeinsames Kindes nicht mehr erleben und so wächst Nicholas vaterlos auf. Jedoch hat der kleine Junge eine Menge männlicher Bezugspersonen, so wie seinen Onkel James und Chloes Chef Bruno – ein Franzose, der sich mit Nicholas auch immer auf Französisch unterhält.

Vor Weihnachten überrascht Nicholas jedoch seine Mutter mit dem Wunsch nach einem Vater. Chloe ist irritiert, lässt sich dann jedoch von ihren Freundinnen Sally, Megan und Kaja überreden online nach einem neuen Mann zu suchen. Das gestaltet sich jedoch nicht so einfach. Außerdem treten plötzlich zwei Männer in Chloes Leben und beanspruchen Aufmerksamkeit.

Zum einen ist es der allein erziehende Vater Charlie, dem Chloe jedoch sehr schnell die kalte Schulter zeigt. Der Tratsch besagt, dass es sich hier um einen notorischen Schürzenjäger handelt, der nur die Mütter der Umgebung ins Bett bekommen möchte. Guillaume hingegen scheint solide und geradezu passend zu sein. Außerdem war Guillaume der beste Freund ihres verstorbenen Mannes und ist zudem noch Franzose. Chloe lässt sich ziemlich schnell von Guillaume den Kopf verdrehen, wenn sie auch mit seiner manchmal antiquierten Art nicht konform geht.

Chloe wird also in ein ziemliches Gefühlschaos gestürzt und auch ihre Freundinnen bleiben nicht verschont. So kämpft jede von ihnen an einer anderen Front, doch die Freundschaft der Frauen bleibt unverbrüchlich.

Muriel Zagha hat einen sehr ruhigen und angenehmen Schreibstil und man kann das Buch kaum zur Seite legen. Allerdings offenbaren sich dann zur Mitte hin einige Längen und Schwächen. Chloe hat wirklich alle Sympathien und es ist leicht begreiflich wie sehr sie ihren Mann vermisst. Und wie schwer ihr ein Neuanfang fällt.

Allerdings lässt sie sich leicht beeinflussen und zeitweise konnte ich mit der Protagonistin nur wenig anfangen. Sie war mir zu engstirnig und teilweise auch zu naiv. Außerdem wird sehr schnell offensichtlich, dass sie eher in die Idee als in den Mann verliebt ist und sie ihre Ansprüche kaum zurücknehmen mag.

Ein weiterer Schwachpunkt des Buches ist die Charakterisierung der Männer, die sich um Chloe bemühen. Man erfährt nur wenig von ihnen; es bleibt vieles oberflächlich. Mysteriös ist ja gut und schön, aber irgendwann nervt es auch. Da hätte ich mir doch mehr gewünscht und das Buch ist ja auch ziemlich dick.

Kurz gefasst: Ein Wohlfühlbuch, bei dem man eben über einige Schwächen hinwegsehen muss.