Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Darren wird als Genie gehandelt, tatsächlich ist er jedoch lediglich ein Betrüger. Ein Betrüger, der auf Grund seiner unglaublichen Fähigkeiten, die Zeit anhalten zu können, so erfolgreich und so unerkannt ist.

Als er eines Tages auf eine junge Frau trifft, die dieselben Fähigkeiten hat wie er, ändert sich sein Leben komplett und wirft ihn in ein Abenteuer nach dem anderen. Dabei lernt er nicht nur, dass er Teil einer geheimen Gemeinschaft ist und seine Fähigkeiten noch weiter reichen, sondern auch dass er Feinde hat - aber auch neue Freunde, wie Myra, jene junge Frau, und ihr Bruder, Eugene. Freunde, die nun in Gefahr sind.

Da ich die Geschichte als Hörbuch erkundet habe, bei dem der Sprecher des Hörbuches natürlich eine große Rolle spielt, möchte ich mit Marcus Micksch anfangen.
Grundsätzlich macht Marcus Micksch keine schlechte Arbeit und ich mag seinen Sprechervortrag, weil er sehr engagiert rüber kommt. Doch leider - und hier sitzt für mich das größte Problem - bemüht er sich viel zu krampfhaft, so scheint es, darum hohe Frauenstimmen, tiefe Männerstimmen oder etwa einen russischen oder asiatischen Akzent nachzuahmen - und scheitert damit, für meinen Geschmack, ganz fürchterlich.

Zudem verfälscht es meinen Eindruck der (weiblichen) Figuren, die mir allesamt überheblich, arrogant und zickig vorkamen. Nicht gerade beste Voraussetzungen um Sympathien zu wecken. Ganz besonders, wenn ich dabei stets das Gefühl habe, dass die Charaktere wahrscheinlich gar nicht so aufgebaut wurden.

Auch von Darren, dem Ich-Erzähler der Geschichte, habe ich ein ähnliches Bild gewonnen, nämlich, dass er ein arrogantes und ziemlich unsympathisches Arschloch (und wir können hier die Dinge ruhig beim Namen nennen) ist.
Was in diesem Fall jedoch nicht allein an der Sprechweise von Marcus Micksch liegt, weil seine Stimme recht gut zu Darren passt, sondern ich glaube, dass auch der Erzählstil des Autors einen guten Teil daran ausmacht.

Zunächst einmal: die Geschichte ist wirklich interessant und hat das Zeug zu einer sehr spannenden Serie, die ich mir auch gut als TV-Serie vorstellen könnte.
Doch leider fühlt sich die Geschichte, genauso wenig wie die Figuren, nicht immer rund und harmonisch an, sondern stellenweise unausgereift und lückenhaft.

Meiner Meinung nach erscheint das so, weil zu viel Aufmerksamkeit auf unwichtige, alltägliche und narzisstische Details (vor allem Darren als Ich-Erzähler betreffend) gelegt wird. Solange es sich dabei um die ersten beiden Punkte handelt, mag das ja noch angehen, aber wenn Darren die Erinnerung seiner Ex-Freundin liest, maßgeblich um diese Fähigkeit zu üben, tatsächlich aber um festzustellen, wie sie ihn im Bett fand, dann wirkt das wirklich deplatziert und unpassend.

Deswegen denke ich, dass die Charaktere nicht grundsätzlich so sind, sondern einfach die etwas sperrige Beschreibungen und die vielen überflüssigen Details, sie in diese Richtung drängen. Ähnliches gilt natürlich auch für die Geschichte selber.

Kurz gefasst: Eine recht spannende Fantasy-Geschichte, die meiner Meinung nach jedoch viel Potential verschenkt.