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Tinas Bewertung

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"Die Schwestern von Sherwood", ist ein Roman der alles das beinhaltet, was ich von einem Unterhaltungsroman erwarte und so mein Leserherz höher schlagen lässt. Es ist eine Familiengeschichte, die es in sich hat. Hier hat die Liebe und die Bestimmung genauso ihren Platz, wie Geheimnisse, die gelüftet werden wollen.

Zunächst noch eine kleine Ergänzung zum Klappentext:
Melinda ist auf der Suche nach ihren Wurzeln und trifft dabei auf Menschen, die ihr mit Misstrauen, aber auch mit Vorsicht gegenübertreten. Und sie muss sich fragen, warum das so ist.

Amalia ist eine Figur, die einem eine besondere Sicht auf das Thema "Taubheit" aufzeigt, welche man als "hörender Mensch" ohne Erklärung nicht so wirklich erfassen kann.
Cathleen ist, wie eine Schwester sein sollte, sie möchte Amalia immer um sich haben und sie bemüht sich, sie zu keinem Zeitpunkt aus ihrem Leben auszuschließen. Das ist nicht immer so einfach, da ihre Eltern und ihre Umwelt die Situation völlig anders sehen. Aber Cathleen lässt sich nicht unterkriegen.

"Die Schwestern von Sherwood" bietet hinreißend erzähltes Kopfkino und lässt einem beim Lesen förmlich mitfiebern und miterleben. Ich war beim Lesen förmlich in der Geschichte versunken und habe vor mich hingeträumt. Vor allem hat mich die Frage beschäftigt, wich ich reagiert hätte, wäre ich an der Stelle der Schwestern oder Melinda gewesen.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, sodass sowohl Melinda, als auch Cathleen und Amalia ihre Geschichte, ihre Sicht der Dinge und vor allem ihre Gefühle mitteilen können.

Die Geschichte spielt im ausgebombten Nachkriegs-Berlin, sowie knapp 60 Jahre früher in der englischen Grafschaft Devon, mit seiner wunderbaren Landschaft und den Mooren, um die sich Mythen und Geheimnisse ranken.
Und überhaupt, die Geschichte hat es wirklich in sich und birgt so viele Fassetten, dass man sie hier kaum alle aufzählen kann.

Ein wunderbarer Lesegenuss, der viel zu schnell ausgelesen ist. Claire Winter ist eine Autorin, die ich mir auf jeden Fall merken werde.

Kurz gefasst: Wunderbare Landschaft, Geheimnisse und Schwestern, die zusammenhalten. Eine Geschichte über eine Familie, die so manche Stürme des Lebens erfahren hat - ein tolles Buch. Empfehlenswert.


Nicoles Bewertung

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Um nicht zu viel im Vorfeld zu verraten und die Spannung zu gewähren und auch weil der Klappentext eigentlich ausreichend vom Inhalt wiedergibt, verzichte ich an dieser Stelle ausnahmsweise auf eine eigene Inhaltsangabe und komme sogleich zu meinem persönlichen Leseeindruck.
Zunächst wurde ich lediglich auf den Roman aufmerksam, weil er in eines meiner Lieblingsbeutschemata; historische Romane, in denen die Heldin/der Held zunächst einige dunkle Familiengeheimnisse aufdecken müssen, fiel. Auch die sehr ansprechende Covergestaltung trug ihr übriges dazu bei, dass ich „Die Schwestern von Sherwood“ unbedingt lesen wollte.

Historische Romane die auf zwei Zeitebenen erzählt werden, haben oft das Problem, dass man entweder die Story die sich in der Gegenwart der Geschichte oder die, die sich in der Historie entfaltet, bevorzugt und so manches Mal gelangweilt weiterblättert, um wieder zu seinem Lieblingserzählstrang zu gelangen. Der Autorin gelingt hier jedoch das kleine Kunststück die Handlungsstränge beider Zeitepochen gleichsam spannend und rätselhaft zu gestalten, so dass der Spannungsbogen auf sage und schreibe 572 Seiten konstant aufrecht- erhalten bleibt.

Die eigentliche Heldin des Buches ist Melinda, eine Deutsche mit englischen Wurzeln, deren Mutter im 2. Weltkrieg verstarb und die, nachdem ihr ein Paket mit rätselhaftem Inhalt darin zugespielt wurde, die Möglichkeit erhält beruflich nach England überzusiedeln und Nachforschungen der Inhalte des Pakets entsprechend anzustellen. Der Leser ahnt natürlich gleich, dass die Heldin auf irgendeine Art und Weise mit dem Besitzer der Gegenstände in dem Paket verwandt sein muss, doch wie und warum Melinda nun nach so vielen Jahren der Unwissenheit damit konfrontiert wird, klärt sich sehr langsam und Stück für Stück.

Immer abwechselnd wird allerdings auch die Geschichte über zwei Schwestern, Amalia und Cathleen vorangetrieben, die ca. sechzig Jahre zuvor im ländlichen England zu attraktiven Frauen herangereift sind, von denen allerdings eine taub ist. Beide verlieben sich in den gleichen Mann, doch die gesellschaftlichen, strengen Regeln jener Tage führen zu einer Katastrophe. Normalerweise glaubt man nun, man hätte eine klassische Dreiecksgeschichte vor sich, in der die typischen Eifersüchteleien ebenfalls Platz finden, doch auch hier hat mich die Autorin vom Gegenteil überzeugen können. Wunderbar beschrieben fand ich wie sehr beide Schwestern sich zugetan sind und wie sie trotz vieler Verbote der Eltern ihren eigenen Weg gehen um sich miteinander verständigen zu können.

Berührend geschildert wurden auch die Romanpassagen in denen die Autorin versucht dem Leser Amalias Welt näher zu bringen; man kann sich daher sehr gut in Amalias Gedankenwelt hineinversetzen und ihre Ängste und Träume somit sehr gut nachvollziehen.
Spannung, Tragik und liebevolle Momente wechseln sich in diesem Roman ab, jedoch driftet die Autorin dabei nie in zu seichte Gefilde ab und so ist dieser Roman auch ein Tipp für alle „Nichtliebesromanfans“.
Zugegeben, ich musste mich beim Lesen der ersten 100 Seiten ein wenig an den Schreibstil der Autorin gewöhnen, da manche Sätze in meinen Ohren etwas hart und abgehackt und weniger fließend klangen, doch danach habe ich mich völlig in der Story verlieren können.
Doch die unter die Haut gehende abwechslungsreiche Story, die geschickt miteinander verknüpften Handlungsstränge und nicht zu vergessen die interessanten Heldinnen des Romans (Amalia und Melinda) haben den Roman für mich zu einem tollen Leseerlebnis werden lassen.

Kurz gefasst: Ein historischer Roman mit Sogwirkung, in dem ich mich völlig verlieren konnte. Claire Winter alias Claudia Ziegler hat mit „Die Schwestern von Sherwood“ einen sehr spannenden und sehr unterhaltsamen historischen Roman abgeliefert, der es einem sehr schwer macht, das Buch zwischenzeitlich wegzulegen und trotz der immerhin 572 Seiten verging meine Lesezeit leider wie im Fluge.


Die Schwestern von Sherwood

Claire Winter

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Originaltitel: ----
Verlag: Diana
ISBN: 978-3453291409
Erscheinungsdatum: April 2013
Genre: Historischer Roman

Klappentext

1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …

England 1881: Nach vielen entbehrungsreichen Jahren hat es Elisabeth Sherwood zusammen mit ihrem Mann John zu Geld und einem wunderbaren Anwesen in Devon gebracht. Nun sollen ihre Töchter Cathleen und Amalia ihr die Türen zur besseren englischen Gesellschaft öffnen. Als Amalia nach einer schweren Scharlacherkrankung taub wird, richtet die Mutter all ihren Ehrgeiz auf Cathleen und arrangiert eine Heirat mit Lord Edward Hampton, Sohn einer verarmten Aristokratenfamilie. Auch Amalia kennt den jungen Lord. Sie begegnet ihm häufig im einsamen Dartmoor, wo sie ausgedehnte Spaziergänge unternimmt und stundenlang malt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Dann verschwindet Amalia plötzlich. Sie sei im Moor tödlich verunglückt, heißt es. Edward und Cathleen heiraten, doch ihre Familien sind gezeichnet von dem Unglück, das mit dem Verlust Amalias über sie hereingebrochen ist, und von der Schuld, die ein jeder von ihnen auf sich geladen hat …

Quelle: Diana

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