Cheryl Bolen – Die falsche Gräfin

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Die falsche Gräfin: Counterfeit Countess, German Edition (Beherzte Bräute 1)Originaltitel: Counterfeit Countess
Verlag: Harper & Appleton
ISBN: 978-1939602640
Erscheinungsdatum: März 2017
Genre: Historischer Liebesroman

Teil einer Serie
Brazen Brides

Klappentext

siehe Amazon

Ankes Bewertung

Zunächst ein paar Worte zum Allgemeinen: ich habe recht lange an dem Buch herumgelesen – was für mich, bei einem solchen Setting, wie es „Die falsche Gräfin“ bietet, schon einmal recht ungewöhnlich ist. Immerhin, diesmal gibt es von mir für die Autorin eine wesentlich bessere Bewertung, als ich für ihr „Zufällig eine Lady“ übrig hatte. Was „Die falsche Gräfin“ betrifft, so denke ich, dass das vor allem an dem holprigen Erzählstil des Buches lag. Ich weiß nicht, ob es hier an der Autorin oder an der Übersetzung gelegen hat oder womöglich beide ihren Teil dazu beigetragen haben, aber die mitunter befremdliche Wortwahl, sowie die vielen Wiederholungen und Wortverwechslungen (keine klassischen Rechtschreibfehler, sondern vermutlich eher eine fleißige automatische Rechtschreibprüfung) sprechen für letzteres.

So hege ich auch den Verdacht, dass dieses Zusammenspiel auch den Charakteren nicht sonderlich gutgetan hat, denn sie wirken teilweise geradezu wie Karikaturen, nicht mehr wie einfach etwas überdrehte Charaktere, die man gerade wegen ihren kleinen Spleens so sehr mag. Sondern übertrieben und zu dick aufgetragen. Auch ihr mitunter hölzernes und steifes Verhalten würde ich auf obigeres Problem schieben.

Grundsätzlich, so finde ich, sind Edward Stanfield, der Earl of Warwick und Maggie Henshaw als sympathische Charaktere angelegt. Und auf vielen Seiten dominiert das meiner Meinung nach auch, aber leider nicht auf allen.

Zudem hatte ich meine Probleme damit ihre Beweggründe zu verstehen, aus denen die Figuren heraus agiert haben. An sich wäre das kein Thema gewesen, schließlich ist das ja oft Hintergrund einer Geschichte, dass der Autor mit seinem „All-Wissen“ spielt und den Leser damit hinhält und unterhält.

Meiner Meinung nach ist das Cheryl Bolen mit ihrer „falschen Gräfin“ jedoch nicht gelungen. Ich war lange irritiert von dem Verhalten der Figuren, das einfach nicht zu ihrem Charakter und ihren damit verbundenen „Launen“ passen wollte. Beim Lesen ergab sich für mich einfach kein rundes Bild, sondern mir wurde nur ein, etwas Anstrengendes, nicht ganz vollständiges Puzzlebild geboten.

Ich bedauere meine Probleme mit dem Erzählstil ein wenig, da die Geschichte eigentlich eine mir sehr sympathische und wie ich finde, auch unterhaltsame Grundidee bietet, die Figuren ihr eigen nennen kann, die ihre Ecken und Kanten und viel Interessantes zu erzählen haben und der Roman durchaus mit Schwung und Witz unterhält, was auch ein flottes Tempo mit einschließt.

Kurz gefasst: Deswegen auch mein Fazit: ausprobieren! Ich denke, dass man hier vielleicht eine neue Lieblingsautorin/Serie für sich entdecken kann, wenn man mit dem kleinen Unzulänglichkeiten der Geschichte umgehen kann. Ich persönlich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich die Serie weiterverfolgen werden; wobei mich doch durchaus interessiert, welche Geschichten die Autorin für ihre anderen Figuren noch auf Lager hat.

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